Sankta Matissa

Titel: Keiner, von ihren Anhängern ´junge Luchsin´ genannt
Tsatag: Um 170 v. BF
Borontag: Um 150 v. BF
Nachkommen: Unbekannt, wohl keine
Kurzprofil: Einfaches Bauernmädchen aus der damals urtümlichen Gegend der praioswärtigen Heldentrutz; unbekannte, umstrittene und nur regional bedeutende Tagesheilige und Märtyrerin der Rondra

 

Art: (Tages-) Heilige der Rondra

Aspekte: Standhaftigkeit, Mut

Aventurische Information:
Selbst in den Archiven des Rhodensteins finden sich nur sehr wenige Informationen über das Leben und Wirken der Heiligen Matissa. Ein einfaches Bauernmädchen soll sie gewesen sein, das schon früh ihrer Eltern beraubt wurde und vielleicht auch deshalb bereits im Kindesalter in orkische Sklaverei geriet. Zu ihren Lebzeiten herrschte der schwarzpelzige Erbfeind über große Teile Weidens und knechtete die Bewohner der Bärenlande. Es bedurfte den einen oder anderen Fingerzeig der guten Götter um den Mut und die Hoffnung der Menschen zu schüren und am Leben zu erhalten. Fingerzeige, wie die Geschichte der jungen Matissa, die später als die ´junge Luchsin´ bekannt wurde und selbst den orkischen Herrschern ein gewisses Maß an Anerkennung abrang. Der neue Tempel der Rondra zu Dûrenbrück trägt seinen Namen - Saladûra Sancta Matissa, oder ´die kleine Halle der heiligen Matissa´ - ihr zu Ehren, auch wenn dieser Umstand bei den Honoren und manchem Traditionalisten innerhalb des Schwertbundes nicht gern gesehen wurde.

Innerhalb des Rondrakirche wurde die Person der Heiligen schon des Öfteren diskutiert. Während Honoren sie, ob ihrer Identität als einfache Bauerntochter, die niemals eine Waffe in ihrer Hand, sondern lediglich im Herzen führte, ignorieren, sind die Traditionalisten gespalten. Matissa wird innerhalb dieser Strömung ihr Mut hoch angerechnet, auf dem Feld der Ehre hat sie jedoch nicht wirklich etwas verloren. Salutaristen hingegen sehen in der Heiligen ein von Rondra erwähltes Beispiel ihrer Worte.
 
Die Geschichte der Heiligen Matissa:
“In jener Zeit da die Schwarzpelze über große Teile unserer schönen Heimat herrschten und sie ihr zwölf-mal verfluchtes Könikreisch des Nortens ausgerufen hatten, durchlebte Weiden eines seiner dunkelsten Kapiteln. Doch waren die Götter stets mit uns - auch und gerade dann, wenn wir als ihr Volk leiden mussten, gaben sie uns stets das eine oder andere Zeichen, schürten Glauben und Hoffnung und animierten uns zum Kampf. Gegen Ende eben jener dunklen Epoche zeigte sich etwa die Herrin Rondra durch das Handeln eines jungen Mädchens. Nein, nicht etwa durch eine mächtige Ritterin, sondern in einer einfachen Bauerstochter ... so wie ihr alle, die ihr vor mir sitzt … ja, nicht alleine Herkunft und Ausbildung definieren die Ehre und auch unsereins kann, durch das rechte Handeln, die Gunst der Göttin erlangen … denkt daran.
 
Matissa, so der Name des Mädchens, war also die einfache Tochter eines Bauern. Geboren in einem Ziegenstall, hat sie als Heranwachsende ihr Tagwerk auf dem Hof ihrer Eltern zugebracht. Als sie ihren zwölften Tsatag beging, war sie jedoch bereits Waise. Die Orks, so ist es überliefert, haben ihre Eltern getötet, weil Hafer, den die Herrscher als Tribut mit sich nehmen wollten, bereits Fäule angesetzt hatte. Matissa selbst wurde verschont und ihrem Häuptling zum Geschenk gemacht, der sie fortan als Sklavin hielt. Eben jener Herr soll sich, selbst für einen Schwarzpelz, durch außergewöhnliche Brutalität im Umgang mit seinen Untergebenen einen Namen gemacht haben. Dies sollte auch Matissa bereits früh zu spüren bekommen - vor allem die anderen Sklaven waren bei ihrer Ankunft in einem sehr desolaten Zustand und auch sie selbst fand sich schon recht bald mit ihrem neuen Schicksal ab.
 
Es zogen einige Götterläufe des Leidens ins Land, bis die junge Sklavin durch regelmäßige Traumbilder neuen Mut und neue Hoffnung schöpfte. Traumbilder, von denen das Mädchen wusste, dass sie von der Herrin Rondra gesandt waren. Sie predigte den anderen Sklaven von ihren Erlebnissen und wurde schnell deren Anführerin, was sie natürlich vor eine weitere schwere Situation stellte, war Matissa als weibliche Sklavin innerhalb der orkischen Hierarchie ganz unten. Nun, Matissa schien sich nicht daran zu stören. Die inzwischen zur jungen Frau herangewachsene predigte weiter und als ihr orkischer Herr damit begann sie als Strafe dafür zu verprügeln, schienen ihre Worte mehr und mehr von gar heiligem Zorn erfüllt. Ihre Reden und Predigten wurden so flammend, dass sie das Feuer sogar bis direkt in die Herzen jener trug, die sich schon längst aufgegeben hatten.
 
Selbst orkische Sklaven und Yurach in den Diensten des Häuptlings lauschten ihren Worten und es sollte nicht lange dauern bis Matissa die Planung eines Aufstandes, unter ihresgleichen, gegen die orkische Hoheit, anzettelte. Ein Vorhaben, das sie jedoch niemals in die Tat umsetzen konnte. Durch Verrat, so ist es überliefert, wurde der Plan der Sklaven verraten und Matissa dingfest gemacht. Der Häuptling war derart außer sich vor Zorn, dass er das Mädchen einen Tag und zwei Nächte durchgehend gefoltert hatte. Er ließ sie hinter Orkponys durchs Dorf schleifen, geißelte sie, folterte sie mit dem Rad und glühenden Eisen. Zum großen Teil auch vor den anderen Sklaven und immer wieder verhöhnte er die Menschengötter und denen voran die Herrin Rondra.
 
Am Beginn des zweiten Tages jedoch verließ ihn seine Geduld und die Standhaftigkeit des Mädchens rang ihm Respekt ab. Anstatt ihren halb toten Leib seinen Hunden zum Fraß vorzuwerfen, gewährte er Matissa den ehrenvollen Tod durch die Klinge - obwohl sie nie selbst eine in ihren Händen hielt und noch dazu eine Menschenfrau war.
 
Die Heilige starb durch den Ork und ihre letzten Worte richteten sich an die umstehenden Sklaven. 'Sie sollen niemals verzagen, sollen mutig kämpfen und nie vergessen, dass die Löwin ihre schützenden Hände über die Menschen der Mittnacht hält. Vom Ritter bis hin zum Bauermädchen. Die Stunde wird kommen, da werden sich die Menschen wieder das zurückholen, was ihnen von den Göttern zum Geschenk gemacht wurde'.
 
Bereits wenige Herzschläge nach ihrem letzten Atemzug begann ein blutiger Sklavenaufstand, der dem Häuptling und einem jeden seiner Okwach den Tod brachte. Wenige Götterläufe danach zerfiel, mit kräftiger Mithilfe der Alten Völker, auch die orkische Herrschaft über die Menschen gänzlich. Matissas Name jedoch geriet weitestgehend in Vergessenheit. Zu wenig wurde überliefert und was ihre Lebensgeschichte angeht gibt es gar viele und abenteuerliche Variationen. Dennoch ist sie uns als eine große Heldin dieser Lande überliefert. Die damals befreiten Sklaven gründeten eine Siedlung, aus der später das Dorf Weidenhag entstehen sollte und auch die inzwischen ausgestorbene, doch von der Löwin stets mit großen Heerführerinnen und Kriegern gesegnete Familie derer von Weidenhag hatte ihre Abstammung auf die Heilige Matissa berufen, auch wenn die Adelsfamilie erst 500 Götterläufe später erstmals urkundlich erwähnt wurde und sich eine Abstammung somit niemals nachweisen ließ."
 
  - Geschichte von der Heiligen Matissa von Weidenhag, wie sie im Süden der Heldentrutz gerne erzählt wird