Auf Reisen - Besuch in der Baronie Brachfelde

Boron bis 3. Hesinde 1044

Über die Baronie Hollerheide, deren Baron Lyssandra auf dem Rückweg einen Besuch abstatten wollte, reisten die Urkentrutzer weiter nach Brachfelde. Die Reitergruppe wurde vom Waffenknecht Merthold und der Schildmaid Heidelind angeführt, ihnen folgten Lyssandra und der Schreiber Fromund Truchsess. Den Abschluss bildeten die Zofe der Baronin, Wigdis, und die beiden Mädchen, Eylin und Lyssandras neue Knappin Erlinde. Insgesamt führten sie noch drei Maultiere für das Gepäck mit sich.

Wie es sich gehörte statteten sie zunächst dem Baron von Brachfelde, Gamhain von Brachfelde, auf der Feste Anbalsaith einen Besuch ab. Lyssandra kannte den Baron aus ihrer Zeit als Knappin seines Schwagers, Accolon von Brachfelde. So fiel das Zusammentreffen sehr gesellig aus. Man unterhielt sich über die Beschlüsse des Baronsrats im vergangenen Travia, erkundigte sich gegenseitig, wie die Lage in den eigenen Baronien war, und beschloss in einigen Angelegenheiten noch enger zusammenzuarbeiten. Ein besonderes Anliegen des Brachfelders war, wenig überraschend, die Stärkung des Handels mit regionalen und überregionalen Waren. Dabei hielt der kluge Handelsherr es ebenso für unerlässlich, sich die gegenseitige Unterstützung im Fall von Überfällen durch Orks oder Räuberbanden an den Grenzen sowie auf den Wegen der Baronien zuzusagen.

Außerdem sprach Lyssandra den Baron auf ihren Wunsch an, in Urkenfurt, dem Hauptort ihrer Baronie, ein Haus der Therbûniten nach dem Vorbild des Klosters Beonfirn zu gründen. Sie erzählte dem Brachfelder stolz, dass die Ehrwürdige Mutter Oleana von Finsterborn, die dem Kloster Beonsquell in der Baronie Mittenberge vorstand, eine Verwandte von ihr war und ihre Weihe im Kloster Beonfirn erhalten hatte. Zudem hatte die junge Baronin bereits eines der Bücher, die diese Perainetempelvorsteherin aus Herzoglich Dornstein auf dem Baronsrat vorgestellt hatte, für die Bibliothek des neuen Klosters bestellt.

Gamhain von Brachfelde war sichtlich erfreut über den perainegefälligen Eifer der jungen Urkentrutzerin. Seit das Kloster Beonfirn in seiner unmittelbaren Obhut als Junker lag, ehe er dann die Baronskrone seines Vaters erbte und die Feste Anbalsaith bezog, hatte er sich selbst stets für die Belange der Ordensbrüder und -schwestern eingesetzt, die im Volksmund auch Beoniter genannt wurden, nach dem berühmten Klostergründer Beon aus Havena. Auch erinnerte er sich noch gut daran, wie Raul von Finsterborn, Oleanas Sohn, vor über 20 Götterläufen bei ihm vorgesprochen und um Unterstützung des Klosterbaus geworben hatte.  

Lyssandra und ihre Begleiter verbrachten ein paar Tage auf der Feste, wo sie auch Gelegenheit für Gespräche mit Gamhains Gemahlin Fann Mythrash von Trallop erhielt. Die temperamentvolle Knappin der Göttin und Kriegschronistin vom Orden zur Wahrung auf dem Rhodenstein brachte ihre Meinung zu den Dingen klar und direkt zum Ausdruck, was zu den geschickten, diplomatischen Gesprächstaktiken des Barons bisweilen im deutlichen Kontrast stand.

Balsaith, die Stadt zu Füßen der Baronsfeste, war Lyssandra wohlbekannt und sie musste neidlos anerkennen, dass Gamhain aus dem Hauptort seiner Baronie ein belebtes Handelszentrum gemacht hatte. Die Verleihung des Stadtrechts durch Herzog Waldemar hatten der 700 Einwohner zählenden Siedlung einen beachtlichen Wohlstand gebracht. Eine Stadtmauer mit Wehrtürmen sicherte Balsaith und seine Tempel, Speicher und Kontore. Es gab ein Zeughaus, ein Zunfthaus, ein kleines Spital der Therbûniten und die Balsaither Händlergilde. Alles sinnvolle Einrichtungen, die der Stadt gut zu Gesicht standen. Auf dem Marktplatz fand jede Woche ein Markt statt, dazu im Ingerimm ein großer Jahresmarkt. Das Händlerviertel um den Phexenplatz beeindruckte durch Läden, Kontore und Lagerhäuser der ortsansässigen Händler. Dazu stellte die Stadt auch eigene Einrichtungen wie ein Warenhaus, ein Kornsilo und einen Speicher.

Handwerksmeister aus verschiedenen Berufen waren in der noch jungen Stadt bereits zahlreich vorhanden. Neugierig beobachtete die Finsterbornerin die Arbeit der Wagner, Schreiner, Schneider, Schmiede oder Fleischer, von denen sich einige in nach ihrer Zunft benannten Gassen fanden. Der Empfehlung des Barons folgend suchte Lyssandra außerdem die Werkstatt des berühmten Holzbildhauers Torben Traviatreu am Schreinerplatz auf. Seine Zwölfgötter-Statuen zierten manchen Tempel im nördlichen Weiden und konnten das Auge des Betrachters ob ihrer Ausdruckskraft wahrlich gefangen nehmen. Sie war froh, als sie sich mit dem brummigen, alten Meister endlich einig geworden war, dass neben einer Statue der Peraine auch ein hölzernes Altarbild eines an einem Obstkorb lehnenden Beonsstabes als Sinnbild für das Wirken der Therbûniten zu Beonfirn für das Tochterkloster passend wäre. Sogleich gab sie beides in Auftrag.

Sie hatte kaum die Bildhauerwerkstatt verlassen als sie von einem kleinen Jungen beinahe umgerissen wurde. Er schien vor etwas oder jemandem wegzulaufen, denn schneller als die Baronin gucken konnte, war er im Gassengewirr verschwunden. Sie bemerkte auch erst eine Weile später, dass er ihr die Geldkatze vom Gürtel gezogen hatte. Ein Glück für Lyssandra, dass sie den Bildhauer bereits bezahlt hatte, so dass nur noch wenige Münzen in der Geldkatze verblieben waren. Den Rest ihrer Barschaft hatte sie auf der Burg Gamhains gelassen. 

Auf dem Rückweg zur Feste Anbalsaith blieb die Baronin von Urkentrutz dann auch eher in sich gekehrt und nachdenklich. Auch wenn Lyssandra nicht die Nähe der Phexkirche suchte, wie Gamhain von Brachfelde, so beschloss die Urkentrutzerin, sich das Werk des Brachfelders zum Vorbild zu nehmen. Sie verfügte über einiges Wissen über Handwerk und Handel aus ihrer Zeit im Lieblichen Feld und wollte ihre noch immer guten Kontakte ins Horasreich einsetzen, um aus Urkenfurt einen lebendigen und prosperierenden Hauptort der Baronie zu machen. Balsaith zeigte eindrücklich, dass es selbst ganz an der Nordgrenze Weidens, so nah am gefährlichen Nebelmoor, möglich war ein gewisses Maß an Wohlstand entstehen zu lassen.

Eine kurze Rast legte der Reitertrupp auf dem Weg nach Chircin in der Rondrakapelle „Eichenwacht“ zu Mallaith ein. Diese versah eine Verwandte Lyssandras, die Geweihte Seola Heruwyn von Rhodenstein. Die geborene Finsterbornerin wurde in der Familie eher geschnitten. Hatte sie doch einen schwierigen Charakter und war allseits bekannt für ihre Vorliebe für Bier und Hochprozentiges. Das hatte dazu geführt, dass ihre Traviaverbindung mit Brin von Eschenbach nur noch auf dem Papier existierte und der gemeinsame Sohn Treuhardt vom Vater erzogen wurde, während sich die Rondrageweihte komplett in die Kapelle zurückgezogen hatte. Spröde, störrisch und streitlustig wie sie war, hatte es sich Seola mit der gesamten Familie zerstritten, und auch Lyssandra hatte nicht viele Sympathien für ihre Verwandte. So beließen die Urkentrutzer es bei einer kurzen Einkehr zum Gebet und einer kleinen Vesper, bevor sie sich auf die letzte Etappe zu Accolon und Yolanda nach Chircin begaben.

Den zweiten Besuch in Brachfelde machte die Baronin von Urkentrutz bei ihrem Schwertvater Accolon von Brachfelde und seiner Frau Yolanda. Das Verhältnis konnte man mit Fug und Recht als herzlich bezeichnen. Lyssandra fühlte sich bei den beiden beinahe wie ein Familienmitglied. Auch bei dem geselligen Beisammensein spielten die Ereignisse auf Burg Efferddorn im Travia eine Rolle. Besonders die Bedrohung durch den Schwarzpelz und die damit verbundene Gefahr für Leib und Leben, sowie Hab und Gut waren Gesprächsthema Nummer eins am reich gedeckten Tisch auf Gut Chircin. Wie sehr genoss die Finsterbornerin die Abende mit Yolandas wundervollem Lautenspiel und Gesang, das jeden in ihren Bann zog. Lyssandra fühlte sich so sehr an ihre Kindheit auf dem Familiengut Schwarze Au erinnert, als ihre Mutter Thalia noch Gesellschaften gegeben hatte und natürlich auch an die Zeit als Knappin auf Chircin und später im Horasreich bei Onkel Garis und Tante Alisa. So sollte es in Zukunft auch auf Burg Urkenfurt aussehen. Sie wünschte sich sehr, Gastgeberin solcher fröhlichen Gesellschaften zu sein, mit Musik und Tanz. Lyssandra sprach die Bardin darauf an, wie sie es erreichen konnte, dass sich Musiker in Urkenfurt niederließen oder ob es gar eine gute Idee sei, einen Hofmusiker zu beschäftigen. Mit Blick auf den Sängerkreis Feenklang, den Yolanda mit anderen fahrenden Barden gegründet hatte und der in Balsaith junge Talente unterrichtete, entgegnete die Junkerin ihr lächelnd, dass sich hier gewiss eine Lösung finden ließe. Man könnte ja das nächste „Klangfeuer“, einen von Yolanda ins Leben gerufenen Sängerwettstreit, nutzen, um jemand passenden zu finden. Diesem Vorschlag stimmte Lyssandra begeistert zu. Als die Finsterbornerin wenige Tage später nach Beonfirn aufbrach, nahm sie einen Brief und einige Sachen für die Tochter ihrer Gastgeber, Mirya von Brachfelde, mit. Die junge, perainefromme Ritterin hatte sich mit ihrer Schwertleite 1042 BF dazu verpflichtet, mit ihrer Klinge dem Thêrbuniten-Kloster zu Beonfirn und perainegläubigen Pilgern Schutz zu bieten, egal vor welchen Gefahren. Häufig begleitete sie daher die Beoniter auf ihren Wanderungen durch Bärwalde und die Heldentrutz, überbrachte wichtige Botschaften oder ging auf Erkundungsritt durch das Grenzland, um vor Orks, Räubern oder wilden Tieren warnen zu können.

Ganz im Nordwesten der Baronie unweit des Nebelmoors und der Grenze des Herzogtums lag der von wuchtigen Holzpalisaden geschützte Ort Beonfirn, der hier entstand, nachdem der als Weidener Tagesheiliger verehrte Therbûnit Beon aus Havena 727 BF ein Kloster gegründet hatte. Seither hatten die im Volksmund auch „Beoniter“ genannten Brüder und Schwestern mit der Erkundung der hiesigen Heilkräuter und in der Heilung von Krankheiten viel Gutes bewirkt. Flankiert vom Beonfirner Hochufer, über das eine hölzerne Brücke nach Gräflich Reichsend reichte, floss der von Süden kommende Finsterbach in einer großen Biegung nach Osten weiter, um viele Meilen später bei Olat im Neunaugensee zu münden. Schon von weitem waren die steinernen Mauern der Nebeltrutz mit ihrem wuchtigen Turm zu sehen, auf dem vor gut 300 Götterläufen Grimmhart Eichenstein, genannt der Kühne, dem finsteren Zauberer Lirobal trotzte. Hier hatte vor kurzem Rondrasil Eichenstein von Brachfelde Einzug gehalten, der von Baron Gamhain, seinem Vater, zum neuen Junker zu Beonfirn erhoben worden war und den Lyssandra ebenfalls auf dem Baronsrat getroffen hatte. Außerdem verrichtete auf der kleinen Festung schon seit längerem Refardeon von Rothwilden als einer der gräflichen Ritter von Olats Wacht seinen Dienst. Als die Reisegesellschaft das Tor durchquert hatte, wurde sie schon von Mirya von Brachfelde erwartet. Nach dem Austausch von Grüßen, den Briefen und Geschenken der Eltern aus Chircin führte die junge Ritterin die Urkentrutzer in das Hauptgebäude, wo man bald üppig bewirtet wurde. Beim geselligen Abendmahl mit Junker Rondrasil und Ritter Refardeon tauschte man bis spät in die Nacht allerlei Neuigkeiten und spannende Geschichten aus.

Lyssandra freute sich, dass sich Mirya zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt hatte. Die 23-jährige ähnelte in vielen Wesenszügen ihrem Vater Accolon: Besonnen, beobachtend, aber auch pragmatisch und hilfsbereit zupackend bot sie eine sehr angenehme, bisweilen etwas schweigsame Gesellschaft. Äußerlich kam die Ritterin offenbar mehr nach der verstorbenen Großmutter: Ihr hübsches, helles Gesicht zierten etliche Feenküsschen, die feinen Züge mit den großen, strahlend blauen Augen und den markanten Augenbrauen wurden von schulterlangen, dunkelbraunen Haaren umrahmt. Zu Lyssandras Überraschung trug sie statt des klassischen Weidener Kettenhemds eine Lederrüstung. Rondrasil berichtete neckend, dass seine Cousine zwar eine sehr gute Reiterin und Bogenschützin sei, ihm aber im Schwertkampf nicht das Wasser reichen konnte.

Am nächsten Morgen brachte Mirya die Gäste zum Therbûniten-Kloster am Rande des Orts. Überragt von einem etwa 20 Schritt hohen Rundturm, an dem als Zeichen der „Gesegneten Heilerschaft der Perainegläubigen“ ein grünes Banner wehte, und geschützt von einer dicken Mauer, wirkte die Anlage mit dem steinernen Haupthaus und einer Reihe von kleineren Gebäuden äußerst wehrhaft und machte der Urkentrutzerin bewusst, dass man hier die lauernden Gefahren aus dem Nebelmoor ständig präsent hatte. Die einstige Wirkstätte des Beon von Havena strahlte dennoch eine Würde aus, die einem Kloster der Peraine angemessen war. Lyssandra war in ihrer Knappenzeit vor über 20 Götterläufen das letzte Mal in Beonfirn gewesen. Doch seit dem Tod Vater Tannfrieds und der Übernahme der Ordensleitung durch Waidgunde Firunsbrugg hatte sich auf den ersten Blick nicht viel verändert.

Bald kam ihnen schon die Hüterin der Saat entgegen. Auch wenn sie sich schwer auf ihren mit perainegefälligen Symbolen verzierten Stab stützen musste, begrüßte Waidgunde Firunsbrugg sie herzlich und lud zur Führung durch die Anlage ein. Lyssandra und ihre Begleiter besuchten den Tempel, der neben dem Perainealtar einen Schrein des Heiligen Therbûn aus Malkid sowie eine kunstvoll geschnitzte Statuette des Klostergründers Beon aus Havena enthielt, die Bibliothek und den Rundturm, auf dessen kargen Geschossen in Kriegszeiten die Klosterbewohner und die wertvollen Folianten Schutz fanden. In den Nebengebäuden befanden sich Scheunen, Schuppen, Speicher und Werkstätten. Besonders der große Kräutergarten und die Gebäude, die der Heilmittelherstellung dienten, hatten es Lyssandra angetan. Da gab es ein Steinhaus, in dem Pflanzen getrocknet oder anderweitig konserviert wurden und die Arzneiküche mit einem urtümlichen Labor, wo man Salben, Tränke und andere Heilmittel herstellte. Keinen Zutritt erhielt sie jedoch zum Siechenhaus, in dem Kranke versorgt wurden, die im Kloster Hilfe suchten. Das dort gerade jemand mit einer ansteckenden Krankheit gepflegt wurde, erkannte man, wie Mirya der Finsterbornerin erklärte, an einem zusätzlichen braunen Banner am Rundturm, welches den Zutritt zum Siechenhaus für andere als die Heiler untersagte.

Das Gespräch mit Mutter Waidgunde verlief sehr gut. Die bisweilen als störrisch geltende Äbtissin zeigte sich hocherfreut, dass Lyssandra plante, im Hauptort ihrer Baronie ein neues Ordenshaus einzurichten. Die Urkentrutzerin erinnerte an die Verbundenheit der Familie von Finsterborn mit der Göttin Peraine und besonders mit den Therbûniten zu Beonfirn. Schließlich war ihre Base Oleana von Finsterborn die Ehrwürdige Mutter des Klosters Beonquell in der Baronie Mittenberge. Sie leitete das Ordenhaus dort seit 18 Götterläufen.

Die Baronin erzählte Mutter Waidgunde von der geplanten Lage der Urkentrutzer Klosterzelle auf dem Hochufer über dem Finsterbach in direkter Nachbarschaft zur Baronsburg und unweit des Urkenwegs, was es den Pilgern leicht machen sollte, das Kloster zu erreichen. Sie schilderte die fruchtbare Hochebene, auf der sich die verlassenen Gebäude eines Gutshofs befanden. Der frühere Freibauer war kinderlos gestorben und hatte das Land der Perainekirche vermacht. Dieses Gut sollte als Keimzelle eines neuen Ordenshauses dienen und im Laufe der kommenden Götterläufe ausgebaut werden. Lyssandra bot an, das Kloster für fünf Götterläufe von den Abgaben zu befreien, mit der Option diese Zeit noch einmal zu verlängern, wenn es nötig sein sollte. Dazu sollten sich die Beoniter das Baumaterial aus den Wäldern und Steinbrüchen der Baronie holen dürfen.
Im Gegenzug dafür versprach die Hüterin der Saat, aus den Reihen ihrer Brüder und Schwestern einige zu entsenden, um das neue Ordenshaus mit geweihten Dienern sowie Knechten der Göttin zu füllen. Außerdem würden sich unter den Thêrbuniten-Brüdern und -schwestern sowie unter den Pilgerreisenden sicherlich viele helfende Hände finden, die beim Bau mit anpacken würden.

Lyssandra bedankte sich herzlich und versprach, auch ihrer Verwandten in Beonsquell gleich im Anschluss an den Aufenthalt in Brachfelde einen Besuch abzustatten und sie um weitere Brüder und Schwestern aus ihrem Ordenshaus zu bitten. Danach wollte sie auch noch ins Mutterhaus der Thêrbuniten nach Trallop weiterreisen, um Wala von Wiesenweihen, um die endgültige Erlaubnis zur Klostergründung in Urkenfurt zu ersuchen. Gemeinsam kam man überein, dass die Umsiedelung der Beonsdiener nicht ohne Begleitschutz stattfinden sollte und so fragte die Ehrwürdige Mutter Mirya von Brachfelde, ob sie für die Sicherheit der Brüder und Schwestern Sorge tragen wolle. Die junge Ritterin stimmte freudig zu. Eine so wichtige Aufgabe im Dienst der Gütigen würde ihrem Leben eine neue Erfüllung geben.

Bald war auch ein Name für das neue Thêrbuniten-Kloster gefunden. Nach einem Gebet und einer Nacht mit einem intensiven Traum von der Neugründung verkündete Mutter Waidgunde, dass die neue Klosterzelle „Beonslob“ heißen solle. Als Gründungsdatum wurde noch für dieses Jahr der 5. Peraine festgelegt, der Tag, an dem man in Weiden dem Tagesheiligen Beon aus Havena gedachte. Bis dahin versprach die Baronin, das Gutshaus soweit herrichten zu lassen, dass es bezugsfertig war. Die Götterdienste konnten bis zur Errichtung eines Tempels in der Burgkapelle stattfinden. Diese war der Peraine geweiht.

Die Anzeichen des von der jugendlichen Tsa beleuchteten neuen Tags ließen die Schäfchenwolken am Horizont in zartem Rosé erglühen als sich die Urkentrutzer vom Kloster Beonfirn verabschiedeten. Es war an der Zeit weiterzureiten.