Perainetempel „Sankt Permine mit der Apfelblüte“

 

Voller Name: Sankt Permine mit der Apfelblüte
Ort: Dorf Weißengrat, Baronie Hollerheide
Art: Perainetempel
Tempelvorsteher: Bertradis Emmerruh
Geweihte: 1 Geweihte, 2 Novizen
Besonderheiten: Heimat der Tagesheiligen Sankt Permine. Im Apfelblütentempel lebt ein Angehöriger des Ordens zur Wahrung, der vom Rhodenstein dauerhaft entsandt wurde, um das Göttinnenhaus zu schützen.

 

„Im nördlichen Bärwalde und da vor allem in der Baronie Hollerheide ist der 17. Efferd der Tag von Sankta Permine. Sie lebte in den Tagen der Priesterkaiserherrschaft und diente der milden Peraine als Geweihte. Von ihr wird erzählt, dass sie das Wasser der nah an ihrem Tempel gelegenen Quelle der Frille durch Beimengen von Kräutern und unter inbrünstig hergesagten Gebeten heilkräftig machen konnte. Sie wurde am 17. Efferd 463 BF von einem Sonnenzenturio aus Trallop erschlagen, als sie sich weigerte, ihm eine Flasche des gesegneten Wassers zu überlassen, denn es war für einen siechen Bauern gedacht. Die amtierende Lichtbaronin Hildigund saß bereits einen Tag später zu Gericht über den Zenturio und verurteilte ihn zum Tode. Hernach stiftete sie dem Schrein eine kindsgroße, kunstvoll bemalte Perainestatue aus dem Holz eines Apfelbaums und das Antlitz der Göttin soll dem Permines gleichen. Es heißt, an jedem Jahrestag der Bluttat sollen Apfelkerne, die in die Hände der Statue gelegt werden, kräftig ausschlagen, sofern die Gläubigen nur inbrünstig genug beten.
Sankta Permine wird angerufen um Standhaftigkeit im Angesicht von Ungerechtigkeit.“
–Gebete an die Tagesheiligen, Baliho 1032 BF

Der Weißengrater Perainetempel mit Namen „Sankt Permine mit der Apfelblüte“ wird in der Hollerheide liebevoll „Sankt Permine“ oder „Apfelblütentempel“ genannt. Das alte Göttinnenhaus wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem ansehnlichen Wehrtempel ausgebaut, der den Weißengratern in Not- und Krisenzeiten Schutz und Obdach bot und noch bietet. Denn selbst heute noch zieht es mancher Dörfler vor, in den heiligen Mauern Schutz zu suchen, statt in dem ebenfalls befestigten Anwesen des Dorfältesten.

Die eigentliche heilige Halle legt beredtes Zeugnis für ihr hohes Alter und ihre bescheidenen Anfänge ab. Die wenigen Fenster sind klein und ähneln Schießscharten, die Mauern sind dick und die Andachtshalle von überschaubarer Größe. Wie es sich für einen Wehrtempel gehört, ist das Dach begehbar und eingerahmt von einer stabilen Brustwehr. In der Mitte des Daches ragen, einem kleinen Satteldach gleich, Oberlichter auf, in die Felder stabiler Butzenglasscheiben aus Balihoer Waldglas eingesetzt wurden. Diesen ist es zu verdanken, das Sankt Permine bei Tag stets in perainegefälliges, grünliches Licht getaucht ist.

Die Innenausstattung ist zweckmäßig und eher bescheiden. Einzige Ausnahme bildet die brusthohe Vertäfelung aus Apfelholz. Sie besteht nur aus Holz von Bäumen, die um Weißengrat gefällt und von Gläubigen gespendet wurden. Zahlreiche Halterungen für Talglichter zieren die glatt polierte, ansonsten aber naturbelassene, Täfelung, Doch nur zu Göttinnendiensten wird der Tempel feierlich mit dutzenden Talglichter erleuchtet. Um das Oberlicht ist die Decke mit einfachen, aber schönen Malereien verziert, die dem Astgeflecht eines Apfelhains in sommerlichem Kleid nachempfunden sind. Hin und wieder lugen farbenfrohe Vögel und das eine oder andere Fabelwesen zwischen Blättern und Blüten hervor.

Dem Eingangsportal gegenüber erhebt sich eine, über zwei Stufen zu erreichende, Empore mit einem steinernen Altar auf dem die alte Göttinnenstatue thront. Allzeit künden frische Blumen, aber auch schön gewachsene Äste und Feldfrüchte, von der Frömmigkeit der Dörfler.

Abgesehen von einigen Feuerschalen und zwei, in die dicken Mauern eingelassenen, Schreine ist die Heilige Halle leer. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Schrein Sankta Permines, deren Zuspruch Tagelöhner, ebenso wie Großbauern, aber auch Ritter und Handwerksmeisterin erbitten.

Der Tempel ist stolz auf seinen, im Süden der heiligen Halle gelegenen „Mauergarten“ in dem, geschützt von den beinahe drei Schritt hohen und gut anderthalb Schritt dicken Mauern, zahlreiche hilfreiche und nützliche Pflanzen gedeihen.

Das geräumige Wohnhaus der Tempelvorsteherin komplettiert die Anlage. Neben den Wohn- und Arbeitsräumen der Geweihten beherbergt es ein kleines Lazarett mit Behandlungszimmer und einige Gästekammern. Hier lebt die Tempelvorsteherin, mit den derzeit zwei Novizen und dem jungen Geweihten, den der Rhodenstein dauerhaft zum Schutz des Tempels abgestellt hat.

Im Osten schließt sich zudem „Permines Hain“ an, der älteste Obsthain Weißengrats. Der Legende nach soll Sankt Permine selbst diesen Apfelhain begründet und zu Lebzeiten stets erweitert haben. Herzstück des Hains ist ein uralter Apfelbaum, dessen knorriger Stamm bereits gespalten ist und dessen Äste vielfach abgestützt sind. Obgleich er gerade in den Wintermonaten wie tot aussieht, blüht er jedes Jahr aufs Neue. Stets um den 17. Peraine zeigt er sich über und über bedeckt mit duftenden, reinweißen Apfelblüten, die eingerahmt sind, vom zarten Grün eben sprießender Blätter. Doch als habe er sich damit vollständig verausgabt, bleiben die Blätter klein und spärlich. Der Apfelbaum wird „Sankta“ genannt und soll der erste Baum gewesen sein, den Permine selbst gepflanzt hat. Seine Blüten sind begehrte Kleinodien, die die Tempelvorsteherin aber nur spärlich verteilt. Stattdessen benutzt sie einen streng begrenzten Teil zur Herstellung von Arzneien und hofft, der Rest reife zu Äpfeln, deren Kerne wiederum am 17. Peraine in die Hand der Göttinenstatue gelegt werden. Sankta bringt nur wenige Äpfel hervor, selten mehr als ein Dutzend und Jahre, in denen gar kein Apfel zur Reife gelangt, gelten als Unglücksjahre, wie Anno 1011 BF, als der Dritte Orkensturm über Weiden und das Reich hereinbrach oder Anno 1015 BF, als zu Dragenfeld Borbarad wiederkehrte.