Der Teichenberger auf der Blauenburg

Gft. Bärwalde, Wolfenbinge - Blauenburg RON 1032 BF

“Widerliche Hitze,“ Erwulf von Birselburg fuhr sich mit den Arm über seine vom Schweiß glänzende Stirn. Auch wenn sie bis eben noch durch den Bärnwald geritten waren, für seinen Geschmack war es eindeutig zu warm. Er nahm erst einmal einen tiefen Schluck aus seinem Wasserschlauch. Die Blauenburg thronte bereits vor ihnen. Bald würde er also dem Blauenburger gegenüberstehen. Er sah es als seine Pflicht an, den Baron selbst von den Umständen des Todes seiner Eltern zu unterrichten. Das gebot ihm schon seine Ehre. Aber auch andere Gründe hatten ihn den Weg von Zippeldinge antreten lassen. Der Ruf seiner Familie litt noch immer unter den Taten seiner Schwester. Außerdem, es konnte nur gut sein, sich mit dem Baron Wolfenbinges und seinem Haus gut zu stellen. Hatte er nicht auch Arlan gen Weidleth begleitet?

„Ardare, Trautmann,“ der Baron Teichenbergs drehte sich leicht zur Seite, um zu seiner Knappin und dem alten Waffenknecht zu sprechen. „Vergesst nicht, kein falsches Wort über Zippeldinge. Ich möchte nicht, dass hier irgendwelche Märchen die Runde machen,“ der stämmige Ritter wartete gar nicht erst auf eine Antwort und gab seinem Pferd die Sporen.

Bald darauf hatten sie das Dorf hinter sich gelassen und führten ihre Pferde hinauf zur Blauenburg, deren Tor offen stand. Eine Waffenmagd, die es sich zuvor im Schatten des Torturms bequem gemacht hatte, trat nun hervor und grüßte die Ankömmlinge mit dem Gruß der Rondrianer. „Rondra zum Gruße! Meldet Eurem Herrn Erwulf von Birselburg auf Fuchsstein, Baron Teichenbergs bringt wichtige Kunde und erbittet traviagefällige Gastung für sich und seine Begleiter.“