Von der Weidener Hochzeit

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Die Familie nimmt in Weiden über Standesgrenzen hinweg eine hervorgehobene Stellung ein. Familien sind das Herzstück der Gesellschaft im Herzogtum und entsprechend groß ist der Aufwand, den die Weidener mit allem betreiben, was die Familie unmittelbar betrifft.

Hochzeiten ragen als das oftmals bedeutendste Ereignis im Leben eines Menschen aus diesem Reigen heraus. Daher werden sie meist sorgsam vorbereitet, prächtig und dabei so würdevoll wie möglich begangen. Bisweilen sind Hochzeiten gar Ereignisse, die sich über mehr als einen Tag hinziehen.

Schon mit zarten Alter von zwölf Jahren können Kinder in Weiden verheiratet werden, und zwar auch gegen ihren Willen. Erst mit 20 Lenzen darf ein junger Mensch hingegen die Ehe ohne die Zustimmung von Vater und Mutter eingehen. In Weiden steht der Rondrabund gleichberechtigt neben dem Traviabund, denn beide Göttinnen gelten als Hüterinnen, denen das Wohl der Familie am Herzen liegt. Wie andernorts auch gilt Travias Huld der Familie als Ganzem, wie auch dem Heim. Rondras hervorgehobene Rolle leitet sich aus ihrer Dominanz in Weiden vor allem aber aus der zentralen Rolle ab, die der Schutz von Schwachen und Hilflosen im Rondraglauben einnimmt.

Gemeine entscheiden sich bei einer Hochzeit meist für einen Traviageweihten als Zeremonialführer. Adlige hingegen wählen beinahe ausnahmslos eine rondrianische Zeremonie. Welche der beiden Kirchen die Hochzeit auch immer ausrichtet, meist ist zumindest ein Geweihter der anderen Kirche anwesend, um dem Brautpaar seinen Segen zu spenden. Eine Ehe unter der Segenshuld des Götterfürsten Praios zu schließen, wie es im Adel anderer Provinzen üblich ist, ist eher ungewöhnlich und daher selten, da Rondra im Herzogtum quasi an die Stelle des Götterfürsten getreten ist.

Treue gilt den Weidenern als höchstes Gut und so ist Ehebruch ein todeswürdiges Verbrechen. Scheidungen, wie sie in den zentralen und südlichen Regionen des Reiches durchaus üblich sind, kennt man in Weiden zwar, doch sie werden hier nicht anerkannt, von den meisten sogar inbrünstig abgelehnt. Die Ehe ist – so glaubt man in Weiden – ein vor den Göttern geschlossener Bund für die Ewigkeit, den ein Mensch nicht zerschneiden kann. Nur der Tod eines der Gatten kann eine Ehe einseitig und vorzeitig beenden.

Nachfolgend werfen wir einen genaueren Blick auf Weidener Hochzeitsbräuche.