Weidens Barden

Geschichten werden in der Mittnacht fast ausschließlich mündlich überliefert, denn kaum ein Weidener beherrscht die Kunst des Lesens und Schreibens. Bücher stellen im mittnächtlichen Herzogtum eine echte Kostbarkeit dar. Entsprechend große Bedeutung haben Sänger, Erzähler und Herolde für die Überlieferung von Wissen.

 

Barden - Chronisten der Weidener

In einer Provinz, in der sich das gesprochene Wort weit schneller verbreitet als das geschriebene, sind reisende Barden auch immer die erste Adresse, wenn es um Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch geht. Nicht zuletzt werden sie in Dorf und Burg gern gesehene und sind sich auch nicht zu schade, Neuigkeiten durch einfache Lieder und Reime zu verbreiten. Das ist natürlich etwas gänzlich anderes als die epischen Gesänge, in denen jeder Ritter seine Taten verewigt sehen will und für die gern klingende Münze gezahlt wird. Vor Spottgesängen hingegen fürchtet sich jeder, denn es ist leidlich bekannt, dass die sich ebenso ewiglich erhalten wie eine Heldensaga. Daraus ergibt sich aber auch ein nicht zu unterschätzendes Berufsrisiko des Barden. Denn das falsche Lied vor den falschen Herrschaften, kann das rasche Ende der Karriere durch plötzliches Ableben bedeuten. Wohl dem Sänger, der unter der Schirmherrschaft eines Adligen reist und dadurch zumindest vor solcher Willkür geschützt ist.
Sänger sind in Weiden weitaus beliebter als Herolde oder Geschichtenerzähler, sie genießen den wohl größten Ruhm. Ein Meister seiner Zunft war Aldifreid von Trallop, der Begründer der berühmten Bardenschule. Auch vom einfachen Volke verehrt und selbst in einer eigenen Legende verewigt wurde der Barde Falber Falkenherz. Zeitgenössische Vertreter sind Amber Zahrajan, Walthard von Trallop, Eisewyn sowie {ln:Yolanda von Brachfelde}.

Erzähler – das Gedächtnis des Volkes

Während die Dienste eines Herolds lediglich Adeligen und Würdenträgern vorbehalten bleiben, tummeln sich Geschichtenerzähler überall dort, wo viele Menschen versammelt sind. Märkte oder Schänken gehören zu ihren bevorzugten Aufenthaltsorten. Dies ist nur natürlich, sind sie doch – anders als Herolde, die einen festen Lohn von ihren Lehnsherren beziehen – neben ihren eigenen Fähigkeiten vor allem auf die Großzügigkeit ihres Publikums angewiesen. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Berufsgattung ist der Märchensammler Weldmar von Arpitz. In den meisten Fällen jedoch geraten die Erzähler selbst schnell wieder in Vergessenheit. Allein ihre Kunde überlebt nicht selten die Jahrhunderte.

Herolde – die Stimme der Obrigkeit

Ein bekannter und beliebter Weidener Herold ist Borckhart von Brauningen-Binsböckel, der im Dienste der Herzogin Walpurga von Löwenhaupt steht. Er dient ihr als Bote und Diplomat, verkündet ihre Erlasse und vertritt sie bei wichtigen Anlässen.