Das Zunftwesen

Das Zunftwesen ist im Herzogtum nicht ganz so ausgeprägt, wie in den zentraleren Regionen des Reiches. Tatsächlich konzentriert es sich beinahe vollständig auf die Städte und hier vornehmlich auf Trallop und Baliho.

Nur Gewerke von herausragender Bedeutung, die folgerichtig kopfstark vertreten sind, neigen dazu, sich zu organisieren und so weisen selbst große und größere Städte (Auen, Nordhag, Salthel etc.) nur eine überschaubare Zahl an Zünften auf. Beispiele sind Flußschiffer, Waffen- und Grobschmiede, Fleischhauer wie Metzger die sowohl in Baliho, als auch in Trallop Zünfte gegründet haben.

Jenseits der Städte sind Handwerker eher weniger organisiert, denn nur sehr selten verfügt ein Dorf über mehr als einen Hufschmied, oder überhaupt über spezialisierte Handwerker wie Bäcker oder Brauer. "Unzünftig" ist in Weiden daher auch nur mancherorts ein hinreichend verstandenes Schimpfwort, denn eigentlich trifft es auf die Mehrzahl der Weidener Handwerker zu und wird kaum als Makel begriffen.

Zünfte können sich hier, wie überall sonst, nur mit Billigung der Obrigkeit gründen. Auch ihre Regeln, Traditionen und schließlich die Preise müssen von der Obrigkeit abgesegnet werden. Der Adel, der in weiten Teilen des Herzogtums die Obrigkeit stellt, ist jedoch nur bedingt daran interessiert, das Bürger- oder Handwerkertum zu stärken. So ist die Bereitschaft, Zunftgründungen zuzustimmen oder sie zu protegieren in den Jahren seit Inkrafttreten der Ochsenbluter-Urkunde deutlich gesunken.