Das Weidener Fehdewesen

"Um durchzusetzen unser, durch Seine Hoheit Herzog Wallfried IV von Weiden, im Angesichte des Herre Praios und seiner zwölfgöttlichen Geschwister, Rondra und Travia voran, verbrieftes Recht künden wir Euch die Fehde.

Am Fuße des Welkensteyns halten unsere Ritter und so es Euch gefällt Dorf und Burg vor Verderben zu hüten reicht heraus die Schlüssel bis zur ersten Praiosstund."

- Fehdebrief des Hauses Gugelforst an das Haus Welkenstein, gegeben 945 BF

Auch im Herzogtum Weiden ist die Fehde ein wichtiges Rechtsinstitut zur Sühnung von Vergehen. Voraussetzung einer Fehde ist demnach ein sogenannter Fehdegrund. Hierbei handelt es sich meist um das Erleiden von Schäden an Leib, Leben, Eigentum oder Ehre. Selbst wenn es zu einem der oben genannten Tatbestände schon ein Urteil der Obrigkeit gibt, steht es dem "Enttäuschten" zu eine Fehde zu beginnen. Eine Fehde vom Zaun brechen können in den Bärenlanden nur Adelige und Freie.

Am Anfang der Fehde hat hiernach ein förmlicher Beginn zu stehen. Dies erfolgt meist durch das publik machen eines sogenannten Fehdebriefes. Aus dieser Bekanntmachung hat neben dem Gegenstand des Streits eindeutig hervor zu gehen wer Adressat und Urheber der Erklärung ist. Oft ist dieser Fehdebrief mit einem letzten Ultimatum an den Adressaten verbunden.

Die Fehde selbst kann sich oft über mehrere Generationen hin ziehen und muss nicht zwangsläufig blutig von Statten gehen. Ziel der Fehde ist es dem Kontrahenten einen Sühneeid zu entlocken. Wenn das geeignetste Mittel dazu ein Handelsboykott sein soll, dann wird eben darauf zurück gegriffen werden.

Am Ende der Fehde steht der Sühneeid, welcher von der unterlegenen Partei, meist im Beisein es Geweihten der Travia oder Rondra, zu leisten ist. Dieser Eid ist meist geknüpft an weitere, durch den Unterlegenen zu erbringende Leistungen, wie zum Beispiel die Zahlung von Reparationen oder die Übergabe eines Gutes. Auch ist es denkbar die Fehde durch das Bezahlen eines sogenannten Wehrgeldes zu beenden, dessen Höhe stets auf Anraten des Lehnsherren von einem Frei- oder Höchstgericht bestimmt wird.

In Weiden nicht unüblich ist die Beschränkung einer Fehde auf ein sogenanntes Götter- oder Rondraurteil. Hierbei werden die Händel im klassischen ritterlichen Zweikampf, oder einem Ehrenduell im wahrsten Sinne des Wortes ausgefochten.