Kapitel Zwei
Die drei wanderten durch das Land, lernten es kennen und erforschten es. Sie stellten sich vielen Gegnern und Gefahren. Sie schlossen Frieden und Bündnisse mit den Alfen in den Auen und Wäldern und mit den Angroschim im Finsteren Gebirge. Viele Geschichten könnte ich euch erzählen über die Gegner, die Primavera, Fessir und Ucarias besiegten. Doch hier will ich euch nur davon erzählen, dass es Ihnen gelang, gemeinsam alle Feinde zu besiegen und alle Gefahren zu meistern.
Zum Schluss stritten sie gemeinsam gegen einen großen, gehörnten Drachen. Auch wenn es Ihnen nicht gelang, ihn zu töten so schlugen sie ihn doch in die Flucht und er ward nie mehr gesehen.
Von da an waren sie die Herrscher über die Lande zwischen dem Finsteren Bach und dem Finsteren Bergen. Denn dazwischen gab es niemanden mehr, der Ihnen entgegentrat. Als sie einige Tage nach dem Kampf gegen den gehörnten Drachen weitergewandert waren, kamen sie an einen Bach, den sie zunächst nicht zu überqueren vermochten. Am anderen Ufer aber lag ein gar lieblicher Birkenhain.
Da sprach Primavera die Schöne: „Dort möchte ich mich niederlassen!“ Und sie verwandelte sich in ein Schwänlein und schwamm über den Bach. So nahm sie das Land in Besitz und ließ sich dort nieder.
Die beiden anderen Gefährten aber mussten entlang des Baches weiterwandern, bis sie einen Übergang fanden. Nach einigen Tagen wurde der wilde Fessir das Marschieren ohne Primaveras Gesellschaft leid und er sprach zu Ucarias: „Wir wollen einen Wettlauf machen bis zu jenem Hügel dort hinten und wer als Erster dort ist, soll sich dort niederlassen dürfen.“
Es war dies nämlich ein besonders schöner Hügel wie Fessir fand. Um ihn herum waren fette Weiden und wildreicher Wald.
"Nein“, sagte Ucarias, „das ist noch nicht weit genug von Primaveras Land entfernt. Das wird nur Streit geben. Wenn ich gewinne dann marschieren wir weiter."
Ucarias glaubte gewinnen zu können, denn er war ein schnellerer Läufer als Fessir und so liefen sie los. Doch Fessir verwandelte sich in ein wildes Steinböcklein. So konnte er die unwegsame Strecke leichter überwinden und war lange vor Ucarias am Ziel.
So nahm er das Land in Besitz und ließ sich dort nieder.
Als Ucurias dies sah, rief er: „Dumm bist du, Fessir, dass du diesen Hügel wähltest! Du wirst dich mit Primavera streiten, denn ihr Land ist zu nah an deinem. Ich werde einen Ort finden, weit entfernt von euch, der hundertmal schöner ist.“
Doch Fessir hörte nicht auf ihn. Er hatte sich bereits in das Land verliebt und wollte nirgendwo anders mehr leben.
Ucarias sah, dass es keinen Sinn hatte, und verwandelte sich in ein Fälklein und flog weit gen Praios, bis er einen steilen Felsen fand, von dem man über den ganzen Wald blicken konnte. Er nahm den Berg in Besitz und ließ sich dort nieder.