Titel: Vogtvikarin
Tempel: die Halle des Nebels zu Trallop
Tsatag: 964 BF
Familienstand: ledig
Nachkommen: unbekannt
Kurzprofil: Die Vogtvikarin ist eine geduldige Zuhörerin. Eine ihrer stärksten Eigenschaften ist die Empathie. In Verhandlungen lässt Lynkea gern erst einmal die gegnerische Seite deren Punkte vortragen und nicht selten verwendet sie dann genau diese für die eigene Argumentation. Auch in ihrem hohen Alter hat Lynkea nicht die Lust und Freude an einem guten Streitgespräch verloren und sie liebt es geradezu mit Worten und Formulierungen zu jonglieren. Und selbstverständlich ist es meist Lynkea, die als Siegerin aus solch einem Gefecht hervorgeht.
Verwendung: Lynkea von Winhall zieht die Fäden meist aus dem Hintergrund und taucht nur selten in der Öffentlichkeit auf. Für normale Helden sollte es nicht zu leicht sein, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Wenn es ihren Interessen entspricht kann sie aber durchaus unerwartet in das Geschehen eingreifen bzw. ihre Beziehungen spielen lassen.

 

Die Halle des Nebels in Trallop ist einer der größten und bedeutendsten Phex-Tempel Nordaventuriens – und zugleich der wichtigste in Weiden. Lynkea von Winhall steht ihm seit nunmehr 40 Götterläufen vor. Die 70-Jährige verfügt über gute Beziehungen zum Adel Weidens, aber auch zu vielen anderen einflussreichen Persönlichkeiten in sden Bärenlanden und darüber hinaus. Es ranken sich Gerüchte um Lynkea, wonach sie die Identität des Mondes kennt. Oder ist sie es gar selbst? Niemand weiß es mit Bestimmtheit zu sagen.

Oft wird Lynkea bei schwierigen Vertrags-verhandlungen als Beraterin hinzugezogen. Dabei kommt es nicht selten zu Begegnungen mit Gwynna der Hex’, die eine der wichtigsten Ratgeberinnen der Weidener Herrscher ist. In all den Jahren ist es zwar noch nie zu einem offenen Streit zwischen den beiden Damen gekommen, aber die Schwingungen zwischen ihnen sind für jedermann deutlich spürbar. Und Sympathie gehört gewiss nicht zu den Gefühlen, die hier vorherrschen.

Langjährige Weggefährten Lynkeas wissen zu berichten, dass das Verhältnis der beiden Frauen nicht immer von Spannungen geprägt war. Ganz im Gegenteil: Als Lynkea das Amt der Vogtvikarin in Trallop übernahm, ging Gwynna in der Halle des Nebels ein und aus. Gemeinsam sorgten sich Hexe und Hochgeweihte um die Belange von Stadt und Land – und nicht selten hörten die Mondschatten Trallops lautes Gelächter aus den Gemächern der Vogtvikarin. Aber schleichend, wie das Alter, scheint sich ein Keil zwischen die beiden Frauen getrieben zu haben.

Lynkea beherrscht es meisterlich, die wahren Wünsche und Bedürfnisse verhandelnder Parteien zu erkennen und für sich zu nutzen. Häufig kommt es dann nur noch darauf an, einen Kompromiss geschickt zu verpacken, sodass beide Seiten am Ende mit dem Gefühl nach Hause gehen, etwas gewonnen zu haben.

Lynkea ist von schlanker Gestalt. Ihr weißes Haar trägt sie meist zu zwei Zöpfen geflochten. Stets strahlende Augen und zahlreiche Lachfalten beherrschen ihre Mimik. Freundliche Worte für jedermann täuschen häufig darüber hinweg, mit welchem Geschick und welcher Härte sie Verhandlungen zu führen vermag. Und Lynkea führt Verhandlungen im wahrsten Sinne des Wortes. Ist sie im Raum, wird schnell deutlich, wer das Szepter in der Hand hält. Dabei lässt sie sich weder vom Stand, noch von der Macht Anwesender beeindrucken oder gar einschüchtern. Einzig gute Argumente und Verhandlungsgeschick sind Waffen, denen sie sich ergibt. Allerdings mangelt es ihr leider an würdigen Gegnern. Besonders in Weiden. Als solche nimmt Lynkea bisher einzig Gwynna und Graf Bunsenhold von Wolkenstein und Wettershag wahr.

Insbesondere Letzterer zeigt sich mit der wachsenden Bedeutung Salthels als Handelsplatz immer selbstbewusster und scheut keinen Konflikt, um seine Interessen durchzusetzen.

Zur Halle des Nebels gehören vier Mondschatten, die in und um Trallop die Belange des Tempels regeln, wichtige Neuigkeiten und Gerüchte einsammeln und Lynkea mit all den Informationen versorgen, die sie immer eine Nasenspitze voraus sein lassen. Die Vogtvikarin wägt sehr genau ab, um welche Angelegenheiten sie sich selber kümmert. Mittlerweile spürt auch sie die Last des Alters. Nur zu schmerzlich ist ihr bewusst, dass sie bald für einen würdigen Nachfolger sorgen muss.