I. DEROGRAPHISCHER ÜBERBLICK
Wie komme ich nach Böckelsdorf?
Die Baronie Böckelsdorf liegt im äußersten Osten der Grafschaft Baliho, in der Schwarzen Sichel. Die Grenzen der Baronie werden von hohen Gebirgsketten bestimmt, welche der Wanderer über einige winzige Pässe, der Fuhrmannswagen über genau drei Karrenwege, überwinden kann. Im Norden von Böckelsdorf liegt die Baronie Salthel, welche zur Grafschaft Sichelwacht gehört. Im Osten schließen sich die Baronien Rotenwasser (im Nordwesten), das kleine Kornfelden (Westen) und Sichelgau (Südwesten) an. Die Ostgrenze bildet die unüberwindliche Schwarze Sichel, dahinter droht das besetzte Tobrien. Die oben genannten Karrenwege sind tatsächlich nur in den Sommermonden bequem zu bereisen. In Spätherbst und Frühling verwandeln sie sich in den tieferen Lagen in rutschige Schlammpisten und es kommt leicht zu gefährlichen Erdrutschen und Lawinen. Im Winter sind die Pässe oft gar nicht gangbar. Im Norden und Süden führt jeweils eine ungepflasterte Straße nach Rotenwasser und Sichelgau, von Kornfelden im Westen schließlich führt die größte Straße nach Borchen, dem Hauptort der Baronie Böckelsdorf. Dieser Weg kündet von besseren Zeiten, als das Geschlecht derer von Böckelsdorf noch (einfluss)reicher in den Weidener Landen war. Stellenweise ist diese Straße mit Schieferbruch aus der Sichel geschottert.
Was erwartet mich dort?
Tiefe Mischwälder, messerscharfe Felsgrate, rauschende Wasserfälle und nachtschwarze Schluchten prägen das Bild, dass sich dem vom mühsamen Aufstieg erschöpften Wanderer bietet. Die wenigen Menschen, die diese wildromantische (und gefährliche) Landschaft bewohnen, suchen in den bewaldeten Tälern Schutz vor den Launen der Natur, denen der Goblins und vor wilden Tieren. Und so mag es noch einige Zeit dauern, bis jener Wanderer auf einen Einheimischen trifft. Dieser ist dann vermutlich ein Schafhirte, der eine Herde Schwarzböcke vor sich her treibt und dem Reisenden mit einer gehörigen Portion Misstrauen den Weg ins nächste Dorf weisen kann.
Kommt man vom Nordwesten, so gelangt man zunächst in ein kleines Tal, dass die Einheimischen Erting nennen. Die Menschen des Erting leben in Baerpfaden, dem zweitgrößten Ort der Baronie. Von hier aus führt ein Weg in den Norden des Tales, das teilweise bereits zur Grafschaft Sichelwacht gehört (s.o.). Der Pfad endet bei der Grenzstation Geißen. Durchquert man den düsteren Tannenwald, welcher den größten
Teil des Erting ausmacht, aber gen Süden, so kommt man nach einem weiteren kräfteraubenden Auf- und Abstieg in das Rohtal, das größte Tal der Baronie Böckelsdorf. Dort findet der Reisende nach mehreren Stunden des Wanderns durch den uralten Wald des Tales das Dorf Felsheim. Die Felsheimer können dem Wanderer dann (nach einiger Überredung und Bezahlung) eine ebenso unheimliche wie außergewöhnliche Lichtung im Wald zeigen. Hier wachsen zahlreiche Blutulmen und Geisterbuchen. Aus diesem Grunde wird das Rohtal des öfteren
von reisenden Zauberern aufgesucht. Im Süden des Rohtales liegt das Pregtal mit
Borchen dem Hauptort der Baronie um Borchen herum gibt es ein paar
fruchtbare Felder und tatsächlich kann nirgends sonst in Böckelsdorf Landwirtschaft
betrieben werden. Über das Dorf wacht die finstere Burg Klöppelstein, der Sitz des
Barons Berwing. Über dem nächsten Tal (der Drosseltiefe) im
Süden thront Burg Ilkenstein, eine uralte, oftmals ausgebesserte, Hochmotte. Zu Füßen des windschiefen Turmes duckt sich das kleine Dörfchen Tannweiler. Über die Südgrenze der Baronie schließlich wacht die rondrianische Ordensburg Keshal Ronnar, östlich des Burgberges liegt das verlassene Aartal. Von hier aus führten einige gefährliche Stiegen hinauf in die höchsten Lagen der Sichel und man sagt manche gar hinüber nach Tobrien.
Tief in den Wäldern von Böckelsdorf sind zwei Burgruinen stille Zeugen der langen Geschichte der Baronie an der Grenze des Herzogtums. Irgendwo im Rohtal liegt die Burg Gurvanshag, die in priesterkaiserlicher Zeit aus ungeklärten Gründen abbrannte. Nahe eines unzugänglichen Tals zwischen Borchen und Baerpfaden steht Burg Karzen, eine Felsenburg noch älteren Ursprungs. In die Flanke des Gebirges getrieben, wacht sie seit alters her über das Tal. Nur versteckte Pfade und Schleichwege führen zu den Ruinen und so wundert es kaum, dass eine der beiden Burgen Raubritter Bregedar und seiner Bande als Unterschlupf dienen soll.
Baronie Böckelsdorf - I. Derographischer Überblick
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