II. FAUNA UND FLORA DER BARONIE
Welche Pflanzen finde ich in Böckelsdorf?
Zwar kann der Einheimische problemlos die feinen Unterschiede in Fauna und Flora feststellen, die sich im Laufe der Jahrtausende von Tal zu Tal gebildet haben, dem Fremden werden diese aber kaum auffallen. Im Allgemeinen gilt: Die Täler der Baronie sind beinahe gänzlich von dichten Mischwäldern eingenommen. Latschen, Firunsföhren, Sicheltannen, Buchen und Rotfichten teilen sich hier den Lebensraum mit Eichen und Bergahorn, vereinzelt sorgen Bergulmen mit ihren weitausladenden Baumkronen für Raum zwischen den ansonsten sehr dicht wachsenden Bäumen.
Zwischen den genannten Bäumen wächst unter anderem Geißblatt und der wunderschöne Weißdorn sprießt auf Lichtungen und am Waldrand. Ist Phex dem Wanderer hold, mag dieser aber auch Him- und Brombeersträucher finden, allerdings muss sich der Suchende durch beinahe undurchdringliches Unterholz kämpfen. Wege und Pfade (abgesehen von den oben beschriebenen) sind selten und ohne fachkundige Hilfe nur sehr schwer zu finden. Raubritter Bregedar und seine Leute scheinen die Pfade aber nur allzu gut zu kennen und so konnte er bisher jeder Falle, die ihm gestellt wurde, ausweichen.
Gilt oben genanntes für jedes Tal in Böckelsdorf, so sei nun das Augenmerk auf die Besonderheiten gelenkt, welche jedes Tal der Baronie einzigartig und für den Kenner unterscheidbar machen.
Am Ostrand des Erting wachsen einige Trollbirnbäume, die man in der übrigen Baronie nicht findet. Aus diesem Grunde mag dem unglücklichen Wanderer, der sich im Spätsommer in diesem Teil des Tales verlaufen hat, auch mit ein wenig Pech ein hungriger Troll begegnen.
Im Rohtal hingegen wachsen ungewöhnlich viele Blutulmen und Geisterbuchen und andere magische Pflanzen (eine ausführliche Beschreibung folgt weiter unten). Der ansonsten allgegenwärtige Efeu ist hier stellenweise dem Blutblatt gewichen, welches Gegenwart von Madakraft aufzeigt.
Im Pregtal findet man auch einige von Menschen kultivierte Pflanzen. Auf den Feldern um Borchen herum wächst vor allem der genügsame Dinkel, es werden aber auch Gartenbohne und Erbsen, Büben und Kohl angebaut. Roggen gilt hierzulande bereits als edel und ist der König des Böckelsdorfer Getreides.
Der Wald um das Dörfchen Tannweiler in der Drosseltiefe besteht (oh Wunder) hauptsächlich aus Tannen. Im menschenverlassenen Aartal, insbesondere um die Feste Keshal Ronnar herum, lassen zahlreiche Eichen auf die Nähe der göttlichen Löwin schließen.
Welche Tiere kann ich in Böckelsdorf jagen, welche werden mich jagen?
In erste Kategorie fallen in erster Linie die harmloseren Bewohner der dichten Bergwälder, allen voran die zahlreichen Kaninchen. Aber auch Rehe und (wesentlich
seltener) Hirsche landen auf den Tischen der Talbewohner. Zwar gilt auch hierzulande die Jagd als Privileg des Adels, dieser ignoriert es aber geflissentlich, wenn sich seine Untergebenen den äußerst spärlichen Speiseplan etwas aufbessern. In höheren Lagen fangen die mutigeren Böckelsdorfer Gebirgsböcke und Murmeltiere. Fische, vor allem Forellen aus den zahlreichen Flüssen und idyllischen Weihern der Täler sind eine weitere Bereicherung in der ansonsten recht einfallslosen Küche des Landes. Zu guter Letzt gelten dem Böckelsdorfer alle Vögel der Wälder und des Gebirges (mit zwei unten genannten Ausnahmen) als essbar und er fängt sie mit Falle und Schleuder.
Im wilden Aartal soll es auch ein paar Rotten Wildschweine geben, jedoch machen höchstens die Rondrianer von Keshal Ronnar (und ab und an der örtliche Adel) Jagd auf diese gefährliche Beute. Die düsteren Wälder bieten aber auch allerlei gefährlicheren Kreaturen Unterschlupf. Im Winter, wenn Beute rar ist, kommen die gefährlich listigen Waldwölfe nahe an die wenigen menschlichen Siedlungen. Wiesel, Dachse, Rotfüchse und Wildkatzen sind eher ärgerlich als gefährlich (die Böckelsdorfer Hühner sehen das anders). Angriffslustige Sonnenluchse sind vor allem in den lichteren Wäldern, am Rande der Baumgrenze anzutreffen, im Gebirge selbst verteidigen die edlen Bergadler ihre Horste gegen wagemutige Kletterer. Unter dem Gebirge leben in taglosen Höhlen hungrige Höhlenbären. Neben den allgegenwärtigen Fledermäusen fristen auch einige Blutasseln ihr trostloses Dasein in den finsteren Tiefen. Am Westrand des Rohtales, wo schwarzer Schiefer auf schwarzen Wald trifft, haben einige Wald- und Höhlenspinnen ein seltsames Bündnis geschlossen und weben gemeinsam ihre Netze gegen die unwissende Beute. Im Pregtal soll es einige Große Schröter geben.
Nun zu den seltenen und außergewöhnlichsten Bewohner der Baronie, obwohl es sich bei diesen meistens nicht um Tiere im eigentlichen Sinne handelt:
An erster Stelle seien die Harpyien genannt, welche in Böckelsdorf auch Wind-, Wild-, oder Sturmdruden und Jungfernadler geheißen werden. Sie sind eine wahre Plage und Gefahr für einsame Wanderer und Hirten. Der Baron zahlt jedem, der eine Harpyie zur Strecke bringt, ein Kopfgeld von fünf Hellern (was für hiesige Verhältnisse viel Geld ist).
Nicht minder bedrohlich sind die Goblins, welche von Zeit zu Zeit in kleine Gruppen die Baronie durchstreifen. Allerdings sind sie hier ein kleineres Problem als beispielsweise im südlichen Teil der Schwarzen Sichel. Erstens siedelt keine Goblinstamm in Böckelsdorf, zweitens gibt es in der Baronie selbst für Goblins wenig von Wert und drittens erschlagen die Rondrianer und die Waffenknechte des Barons jeden Goblin, dessen sie habhaft werden können. Auch die Bande des Raubritters geht nicht gerade zimperlich mit den Rotpelzen um.
In einer Höhle im Erting hausen mindestens zwei Trolle, die eifersüchtig ‘ihre’ Trollbirnbäume bewachen und auch sonst den Menschen des Tales eher feindlich
gesonnen sind. In der Drosseltiefe schließlich findet sich eine ungewöhnlich große Zahl der namensgebenden Singvögel. Zwar lieben die Bewohner von Burg Ilkenstein und Tannweiler die kecken Sänger (deren Gefieder hier ungewöhnlicherweise meist von dunkelblauer oder schwarzer Farbe ist), behandeln sie aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt. Es heißt die Drosseln und Schwarzdrosseln seien außergewöhnlich weise, sie zu töten brächte Unglück. Tief im Wald verborgen soll es gar ein besonders prächtiges Exemplar geben, das Legenden zufolge so alt wie das Gebirge selbst ist und darüber hinaus gar die Sprachen der Menschen, Zwerge, Goblins und Trolle sprechen soll. Ob es sich bei dieser Schwarzdrossel um eine der legendären Tierköniginnen handelt, vermag jedoch niemand zu sagen.
In den Dörfern und auf den Höfen der Böckelsdorfer trifft man (neben den üblichen Nutztieren, wie Hühnern, Hunden und Katzen) auf große Herden genügsamer Bergziegen, vor allem im Winter, wenn sie nicht, wie sonst üblich, von den schwindelfreien Hirten über Berggrate und magere Almen getrieben werden. Diese Schwarzböcke sind wohl dereinst aus einer Kreuzung der hier ansässigen wilden Bergziegen und den zahmen Ziegen der weidener Siedler hervorgegangen und bilden (neben dem Holzschlag und Schieferbruch) das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Schweine und Rinder findet man nur um Borchen und in geringerer Zahl als in anderen Regionen des Reiches.
Baronie Böckelsdorf - II. Fauna und Flora der Baronie
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