IX. Ritt durch die Epochen
"Um durchzusetzen unser, durch Seine Hoheit Herzog Wallfried IV von Weiden, im Angesichte des Herre Praios und seiner zwölfgöttlichen Geschwister, Rondra und Travia voran, verbrieftes Recht künden wir Euch die Fehde.
Am Fuße des Welkensteyns halten unsere Ritter und so es Euch gefällt Dorf und Burg vor Verderben zu hüten reicht heraus die Schlüssel bis zur ersten Praiosstund."
- Fehdebrief des Hauses Gugelforst an das Haus Welkenstein, gegeben 945 BF
Die Geschichte der Baronie ist nicht allzu gut dokumentiert und viele der Vorkommnisse aus der grauen Vorzeit existieren nicht in Buch und Pergament, sondern lediglich im Sagenschatz der Menschen, der von einer Generation an die nächste weitergegeben (und wohl auch stets etwas verändert und ausgeschmückt) wird.
IX.I. Die Urgeschichte
Schon sehr lange vor dem Auftauchen der Menschen wurden die Gebiete des heutigen Weidenhags von intelligenten Rassen beherrscht. So sollen hier vor allem die Schwarzpelze bereits im zehnten Zeitalter gehaust haben.
Tausende Jahre danach expandierten die Hochelfen von den Salamandersteinen aus, zwischen 4600 v. BF und 4100 v. BF, in die Gebiete der heutigen Baronie, wo sie immer wieder mit Orks zusammen stießen und in den düsteren Wäldern gegen so manchen namenlosen Schrecken zu kämpfen hatten. Zu dieser Zeit soll Prinzessin Vernossiel die Siedlung Sha´Thorm der Hochelfen im heutigen Wargenforst gegründet haben, von welcher auch heute noch Fragmente zu finden sein sollen.
Bis zur Ankunft der Menschen in den Weidenhager Gefilden sollte noch einiges an Wasser den Dergel hinabfließen. Die Hochelfen traten ins Licht und um die Flussläufe der heutigen Baronie siedelte das Volk der Auen.
IX.II. Das Alte Reich
Die ersten Menschen fanden kurz nach der Ankunft Isegreins des Alten in Weiden in die Lande der heutigen Baronie Weidenhag. Der Sage nach war es der junge Waldläufer Perdan Weydensteyn, ein Kleinadeliger aus dem Königreich Rommilyser Mark, der von Isegrein gen Efferd ausgesandt wurde. Das Jahr selbst lässt sich heute unmöglich noch genau benennen, doch war es wohl um 470 v. BF als Perdan sich auf dem heutigen - nach ihm benannten - Weydensteyn niederließ und einen Turm errichtete. In diese Zeit fällt wohl auch die Sage von besagtem Perdan - inzwischen ein Tagesheiliger der lieblichen Rahja - und der lieblichen Alari, welcher als Gründungsgeschichte der alten Familie Welkenstein verstanden wird.
Wirklich urbar wurde das Land damals jedoch nicht gemacht und ob zu dieser Zeit Siedlungen gegründet wurden ist heute nicht mehr bekannt. Gegen Ende der Weidener dunklen Zeiten der Orkherrschaft (253 v. BF - 141 v. BF) machte mit der Heiligen Matissa ein junges Mädchen auf sich aufmerksam, dessen Tod 151 v. BF zu einer Revolte gegen die orkischen Besatzer führte, die sich langsam aber sicher zum Flächenbrand entwickelte. Dennoch sollte es noch lange Jahre dauern bis die orkische Gefahr als aus den Weidenlanden gebannt galt.
Erst als 31 v. BF auf Geheiß seiner horaskaiserlichen Majestät Murak-Horas eine Hundertschaft der Orkenzwinger-Legion firunwärts des Dergel stationiert wurde, kam wieder etwas Bewegung in Lande der heutigen Baronie. Der Zenturio Tiberius Alnisilva (Bosp. Erlenwald) erhält den Oberbefehl und begründete damit das inzwischen ausgestorbene Haus derer von Erlwald. Erste Amtshandlung des Befehlshabers war der Bau einer steinernen Brücke über den Dergelfluss, der damals die Grenze zu den, von Orks dominierten Landen der heutigen Heldentrutz bildete.
Das Erscheinen der Autorität Bosparans resultierte in bescheidenen Aufschwung für die Region. Die Gründung der heutigen Siedlungen Dûrenbrück (16 v. BF) und Südhag (12 v. BF) am Dergel fielen in diese Zeit. Als sich Hela Horas´ 1 v.BF zur Göttin erhob, löste dies in den Weidener Landen keine Begeisterungsstürme aus und auch in den kleinen Dörfern am Dergel im heutigen Weidenhag kam es vereinzelt zu Übergriffen gegen die Autorität Bosparans.
IX.III. Das Neue Reich
Nicht lange nach dem Niedergang des hunderttürmigen Bosparans wurde das Legionslager Erlenwald am Dergel aufgegeben, was dazu führte, dass sich in den ersten hundert Götterläufen immer mehr Menschen im Schatten der Trümmer des Lagers ansiedelten. Mit den Elfen des Dûrenwaldes bestand dieser Tage eine enge Freundschaft und das Land stand unter der Herrschaft der Junker von Erlwald, dem letzten Relikt aus der Zeit der bosparanischen Herrschaft.
Um 300 BF gibt es nach der Gründung eines Weilers firunwärts des heutigen Wargenforsts immer wieder Meldungen über Begegnungen mit einer goldhaarigen Elfenmaid und einer schwarzen Wargenkreatur. Der Weiler bekommt deshalb den Namen Wargentrutz. Von der Zeit der Priesterkaiser (347 - 465 BF) blieben die Lande der heutigen Baronie Weidenhag jedoch weitestgehend unberührt, was vor allem auch daher rührte, dass die unumstritten herrschenden Erlwalder sich durch ihre Nähe zum Kult des Götterfürsten auszeichneten.
Nach Ende der Herrschaft der Priesterkaiser wurde die heutige Baronie Weidenhag aus den Landen des herzoglichen Allods Waldleuen gelöst und 475 BF von Rohal dem Weisen zur eigenen Baronie erhoben. Erste Baronin wurde die junge Halbelfe Fayris von Welkensteyn. Die Familie von Erlwald wurde entmachtet und ihr Einflussbereich auf das Rittergut Dûrenbrück beschnitten, was zu gehörigen Spannungen zwischen den beiden Familien führte.
Die kommenden Jahre zeichneten sich durch die Tatkraft und Weitsicht der neuen Baronin aus. Der stets sehr stiefmütterlich behandelte Landstrich wurde der Urbarmachung unterworfen und der Bau von Burg Welkensteyn (475 - 478 BF) sowie des Wehrgutes Hag (482 - 484 BF) in Auftrag gegeben. Nahe der Furt über den Pergelbach gründete sich das Dorf Pergelfurt (491 BF).
Erst mit den Magierkriegen und der abermaligen Orkinvasion (599 BF) schien sich das Blatt für den gedeihenden Landstrich wieder etwas zu wenden. Bis auf wenige Enklaven - allzuvorderst die Burg Welkensteyn, auf welcher die Barone und ihr Gefolge ausharrten - war Weidenhag bis zum Beginn des Jahres 603 BF von den Schwarzpelzen besetzt. Darüber hinaus war die Regierungszeit der Familie Welkenstein eine ruhige gewesen. Man pflegte stets gute Kontakte zum Volk der Elfen und isolierte sich zunehmend vom restlichen Adel Weidens. Mal wurde der Baronsfamilie Heidentum vorgeworfen - so solle man einer luchsartigen Elfengottheit gehuldigt haben - mal war der Lebenswandel der Familie zu lotterhaft gewesen.
Gerade letzteres sollte auch das Schicksal der Familie als Herrscher Weidenhags besiegelt haben. 945 BF war die Überraschung groß, als der letzte Welkensteiner Baron Avon auf dem Totenbett nicht seinen Sohn Menzel, sondern den Ehemann seiner Tochter May zum Nachfolger ernannte. Da der Darpate Erlbrecht von Gugelforst aus einer jungen, der Kirche der Eidmutter nahe stehenden, Familie entstammte, nahmen Herzog Wallfried IV und die Traviakirche den Ball des dementen Avons dankbar auf und entsprachen seinen letzten Willen. Der enttäuschte Erbe Menzel zog sich mit seinen Getreuen auf Burg Welkensteyn zurück und verweigerte die Herausgabe der Baronsburg und der Insignien.
Was folgte war eine langwierige Fehde, in welche sich wenig später auch die Vogtfamilie von Dornstein einbrachte. Bereits 946 BF wurde Burg Welkensteyn vom Baron und seinen Verbündeten genommen und schwer beschädigt. Menzel gelang die Flucht nach Dornstein auf Burg Kauzenstein, welche von seinem Vetter als Junker gehalten wurde. Wiewohl die Kampfhandlungen daraufhin abkühlten, sollte erst Menzels Tod 970 BF die Fehde beenden. Spannungen zwischen den Adelshäusern Weidenhags blieben jedoch bis in die jüngere Vergangenheit bestehen.
Zum Baronssitz wählten die neuen Gugelforster Barone das ausgebaute Gut Hag am Hagweg, um welches sich die kommenden Jahre ein großes Dorf bildete.
Davor sollten jedoch noch die die ersten Weidener Unruhen (963 - 969 BF) die Bärenlande in Atem halten. Wie schnell sich die darpatischstämmige Baronsfamilie in ihren Landen akklimatisiert hatte zeigt die Tatsache, dass sie kurzerhand jede Gewalt gegen das Volk der Elfen unter Todesstrafe stellten. Ein Vorgehen, das nicht überall im Weidener Adel auf Zustimmung stieß.
IX.IV. Die jüngere Geschichte
In den harten Jahren der jüngeren aventurischen Vergangenheit prägten vor allem die letzten beiden Herrscher die Baronie. Andîlgarn von Gugelforst kam schon recht früh an die Macht, da sein Vater im dritten Orkensturm (1010 BF) vor den Toren Lowangens sein Leben ließ. Gemeinsam mit seiner Gemahlin, der Baroness Rodwiga Eichenstein von Saith, führte er die verheerte Baronie aus dem Tal der Zerstörung und des Leids hinaus und erwarb sich dadurch ein hohes Ansehen unter seinen Standesgenossen. Erst während der zweiten Weidener Unruhen (1021 - 1022 BF) nahm sein Ruf als Saubermann erste Schäden, da der Baron sich sehr lange neutral verhielt und kurz auch das Gerücht bestand, er hätte sich mit dem neuen Grafen Rondralrik von der Tann arrangiert. Schlussendlich ist jedoch nur bekannt, dass sich auch Andîlgarn hinter Herzogin Walpurga stellte.
Der neuerliche Orkensturm 1026 BF führte zu einem erneuten Aderlass im Adel der Baronie, als man in der Schlacht vor Nordhag aufgerieben wurde. Weidenhag selbst blieb jedoch vom Schlimmsten verschont. Genauso verhielt es sich auch beim Auftauchen des Drachen Feracinors im Finsterkamm (1032 - 1034 BF). Die Baronie blieb von der Gefahr weithin unbehelligt, der Adel musste im Finsterkamm, beim Heerzug des Grafen, wieder gehörige Verluste einstecken.
Vor allem in der letzten Krise tat sich auch die junge Baroness Gwidûhenna mehr und mehr hervor und vertrat kurzerhand ihren kriegsmüden Vater, der ihr 1034 BF auch die Baronswürde übertrug und seitdem die Herzogin Weidens als ihre Stimme in Greifenfurt vertritt. Was nun folgte waren Jahre des Aufschwungs und des Wachstums.
Erneutes Aufbegehren der Familie Welkenstein beendete sie mit einer Handreichung und der Rückgabe des Stammlehens an einen Spross aus der Familie der Aufrührer - nicht ohne diesen jedoch zuvor eng an sich zu binden. Sie ließ die Tempelanlagen zu Wargentrutz (1039 BF) und Dûrenbrück (1043 BF) erbauen und verlieh dem Baronshof zu Weidenhag einen höfischeren Anstrich, nach dem Vorbild der Hofhaltung im ehemaligen Darpatien. Auch aufkommenden Krisen wie erneuter orkischer Umtriebe an ihrer praioswärtigen Grenze (1039 BF), oder dem Auftauchen der schwarzen Ritterin (1033 - 1039 BF), sowie der Raubritterin Henya (ab 1042 BF) begegnet sie mit einer für Weiden ungewöhnlichen Mischung aus Weitsicht, Intellekt und Fingerspitzengefühl.
IX.V. Herrscher Weidenhags:
(nach deren Herrschaftsjahren)
Die erste Baronin von Weidenhag wurde von Rohal höchstselbst eingesetzt, als dieser im Zuge der Landrechtsreform die heutigen Lande der Baronie aus dem herzoglichen Allod Waldleuen hinaus löste. Die Halbelfe Fayris von Wél’khenn‑S’tain (ein Name, der sehr schnell zu Welkensteyn verschliffen wurde) saß dabei unmenschliche 75 Götterläufe am Thron der Baronie, bevor sie an ihre Urenkelin Hanya übergab. Sitz der Barone war von 478 BF an über Jahrhunderte lang die Burg Welkensteyn, erst 945 BF zog dieser zum Gut Hag im heutigen Dorf Weidenhag.
475 - 550 BF: Fayris ´die Schöne´ von Wél’khenn‑S’tain
550 - 562 BF: Hanya von Welkensteyn
562 - 582 BF: Feyenhold von Welkensteyn
582 - 629 BF: Calaya ´die Ewige´ von Welkensteyn
629 - 632 BF: Calaya II von Welkensteyn
632 - 635 BF: Calaya III von Welkensteyn
635 - 650 BF: Fayris II von Welkensteyn
650 - 678 BF: May ´die Elfe´ von Welkensteyn
678 - 681 BF: Feyenhold II von Welkensteyn
681 - 691 BF: Dyderich von Welkensteyn
691 - 702 BF: Odila von Welkensteyn
702 - 719 BF: Thordenin von Welkensteyn
719 - 721 BF: Thordenin II von Welkensteyn
721 - 732 BF: Isira von Welkenstein
732 - 741 BF: Isira II von Welkenstein
741 - 745 BF: Irmingund von Welkenstein
745 - 761 BF: Gerwulf von Welkenstein
761 - 772 BF: Gerwulf II von Welkenstein
772 - 775 BF: Gerwulf III von Welkenstein
775 - 789 BF: May II von Welkenstein
789 - 803 BF: Perdan von Welkenstein
803 - 816 BF: Fayris III von Welkenstein
816 - 820 BF: Thordenan von Welkenstein
820 - 835 BF: Herdan von Welkenstein
835 - 855 BF: Fayris IV von Welkenstein
855 - 872 BF: Perdan II von Welkenstein
872 - 898 BF: Isira III von Welkenstein
898 - 921 BF: Selinde von Welkenstein
921 - 945 BF: Avon von Welkenstein
945 - 970 BF: Menzel ´der Zornige´ von Welkenstein (als Gegenbaron, nicht anerkannt)
945 - 975 BF: Wolfrat von Gugelforst
975 - 1010 BF: Erlbrecht von Gugelforst
1010 - 1034 BF: Andîlgarn von Gugelforst
von 1034 BF: Gwidûhenna von Gugelforst