“Dichte, unwegsame Wälder und reißende Bäche, über die nur sehr selten einmal eine Brücke führt ... Nester, die man schwerlich ´Dorf´ bezeichnen kann … Menschen, die uns mit offenen Mündern anstarren und trotz der von seiner Hoheit ausgestrahlten Autorität misstrauisch bleiben. Nur die Götter wissen was genau wir hier sollen, denn wenn Ihr denkt, dass die Weiten Nordgratenfels´ als ´wild´ zu bezeichnen seien, dann empfehle ich Euch einen Besuch dieser kleinen Baronie, die sie Weidenhag heißen. Als wir die Grenze Weidens überschritten, sandte uns die hiesige Baronin zwei ihrer Ritter als ortskundige Begleiter entgegen, die sich, im Gegensatz zu den Menschen der Dörfer, alles andere als wortkarg gaben. Wir kamen bei ihren Erzählungen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus und einzig seine Hoheit schien die Erzählungen mit der Vorfreude eines Abenteurers aufzunehmen, während es uns, die wir für die Sicherheit des Herzogs und seiner Gemahlin verantwortlich waren, trotz kühler Temperaturen die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Es waren Geschichten von wandelnden Baumgeistern, die von wilden Elfen ruhig gehalten werden. Von Bach- und Seenymphen, Hexenvolk und einer goldhaarigen Elfenprinzessin in einem Marmorturm … und nicht zu vergessen Orks, die sich hier immer wieder einmal zeigten. Erst haben wir diese Worte als das typische Gewäsch von Hinterwäldlern abgetan, doch wurde selbst den unaufmerksamsten unserer Gruppe bald klar, dass wir auf unserem Weg durch den Dûrenwald beobachtet wurden. Praios sei mein Zeuge, ich werde wohl erst wieder besser schlafen, wenn wir dieses Land hinter uns gelassen haben.”
- Anshelm Ettenhartz, Hauptmann des ersten Banners der Flussgarde und somit der Leibgarde des Herzogs der Nordmarken, anlässlich eines Besuchs in Weiden 1043 BF
| Grafschaft: | Heldentrutz |
| Herrscher: | Gwidûhenna von Gugelforst |
| Wappen: | Auf silbernem Grund drei grüne Sparren übereinander |
| Einwohner: | ca. 1.850 Einwohner (dazu die Elfen der Herbstlaub-im-Nebel-Sippe) |
| Baronssitz: | Der Hag, ein trutziges Rittergut innerhalb des Dorfes Weidenhag |
| Orte: | Meisen (140 Einw.), Mittenwalde (80), Pergelfurt (180), Südhag (180), Wargentrutz (150), Weidenhag (300), dazu eine Zahl an Weilern und Höfen, wie z.B. Ifirnshau, Mühlstein, Travienshag, Travienswacht, Weidenstein oder Zirkenstadingen |
| Tempel: | Rahja (Tempel der heiligen Rosen), Rondra (Saladûra Sancta Matissa), Travia (Hag des göttlichen Herdfeuers), Peraine-Kloster (Sankta Perainme) |
| Garnison: | Ritter der Vasallenlehen samt Waffengefolge, drei barönliche Dienstritter und ihr Gefolge, ein Dutzend Waffenknechte am Hag, die Wehrsassen der Höfe und Weiler samt Waffengefolge, ein paar Zöllner in Freiwalde, Dûrenbrück und Südhag |
| Landschaft: | Hügelige Vorgebirgslandschaft dominiert von drei großen Waldstücken (Dûrenwald, Hohenforst, Wargenforst), die Ulmenau (nördliche Baronie), die Wargenkuppen (fruchtbares Land zwischen den Flüssen Dergel und Pergel), der Wargenrücken (Hügelkette, südliche Grenze) |
| Wege: | Hagweg, Dornstieg, Sankt-Perdans-Weg |
| Besonderheiten: | Burg Welkensteyn, Dûrenwald, Düsterfurt, Elfen der Herbstlaub-im-Nebel Sippe, Hain der weißen Maid, Hexenzirkel Unkenbund, Statue der Liebenden, Warg aus dem Wargenforst, Südufer des Weißensees, der Weydensteyn |

"Hier lässt es sich ganz gut leben. Die Bäuche sind nicht ganz zu leer wie in großen Teilen der Heldentrutz und auch der Ork lässt sich hier seltener blicken - macht wohl auch einen Bogen um den Wargenforst."
- Mirla Weidenhager, Bäuerin
"Götterverlassener Flecken des Dererunds! Wenn du hier den Orks nicht zum Opfer fällst, dann hast du einen Elfenpfeil im Rücken, oder die Hexenweiber haben ihren Spaß mit dir. Wärst nicht der Erste, der in den Wäldern verschwindet."
- Bogumil Wagenknecht, Händler aus Gareth
Weidenhag ist ein kleine, unbedeutende Baronie im praioswärtigen Teil der rauhen Grafschaft Heldentrutz und liegt eingebettet zwischen dem Weißensee, den Flüssen Dergel und Dornenwasser, sowie weiterer markanter Landmarken, wie der Hügelkette Wargenrücken. Im Norden Weidenhags liegt das herzogliche Allod Waldleuen, im Westen das ebenfalls herzogliche Lehen Weiden. Im Süden liegt die Grenze des Herzogtums hin zur in der Markgrafschaft Greifenfurt liegenden Baronie Helbrache. Im Osten schließen sich die bärwaldener Baronien Herzoglich Dornstein und Kaiserlich Blaubinge an.
Die Lande der Baronie bestechen durch ihre hügelige Vorgebirgslandschaft, gesäumt von großen, mystischen Wäldern und reißenden Flüssen. Die Weidenhager leben in kleinen Dörfern, die beinahe ausnahmslos von wehrhaften Palisaden umzäunt sind sowie zuvorderst von Viehzucht und dem, was sie dem vielerorts kargen Boden abzutrotzen vermögen. Wie in der Heldentrutz üblich, hat der Widerstand gegen den schwarzpelzigen Erbfeind hier einen harten Menschenschlag hervorgebracht, auch wenn die Weidenhagerin das Leben nicht in jeder Lage als einen Kampf versteht; in den Erzählungen an den Herdfeuern und Esstischen Weidenhags wird, neben der typischen Warnungen vor Unzucht, Göttervergessenheit, Magie, Ork oder Getier gerne auch aus dem reichhaltigen Sagenschatz erzählt. Dass es hier auch überdurchschnittlich viele zuversichtliche Geschichten zu hören geben mag, macht die Baronie und ihre Bewohner im Verbund der rauen Grafschaft zu etwas Besonderem.
I. Derographie
"Ein wunderschönes Stück Land … wenn man einen Sinn für die wilde Romantik dieser sonst so rauen Gegend hat. Der im Licht des Praiosmales funkelnde Weißensee, die dichten, sattgrünen Wälder auf sanften Hügeln, geteilt von rauschenden, klaren Flüssen. Kein Wunder, dass auch die Liebliche diese Lande für sich erwählt hat."
- Alwine Nesselklamm, Geweihte des Aves
"...betrachtet man die Topographie der Baronie Weidenhag zeigt sich recht schnell woher die, 475 BF durch Rohal den Weisen, im Zuge seiner Neuordnung der Grafschaften des Reiches, geschaffenen Baronie ihren Namen hat; die fruchtbaren Lande im Herzen des Lehens, genannt Wargenkuppen, liegen eingebettet zwischen drei großen Forsten, die sich wiederum durch einen großen Bestand an Weidenbäumen auszeichnen...somit verwundert es kaum, dass die Salices (Bosp. Weiden) ihren Weg in den Namen dieser Lande gefunden haben. Der Zusatz "Hag" kann jedoch derer zweier Dinge bedeuten: primo könnte es Wäldchen heißen, was gleichbedeutend mit einer Gleichstellung des Namens "Weidenwäldchen" wäre. Segundo spricht man vom "Hag" auch wenn es darum geht eine durch Rodung entstandene Fläche zu beschreiben..."
- aus der Abhandlung ´von den rauhen Landen der Heldentrutz, seiner Menschen und dem Adel im Schatten des Finsterkamms´ der Aves-Geweihten Alwine Nesselklamm

Die Baronie wird zu großen Teilen von wilder Natur beherrscht, die nie einer wirklichen menschlichen Urbarmachung unterworfen wurde. Vor allem die drei großen Waldstücke wären hierbei zu nennen, die weit mehr als ein Drittel der Fläche bedecken. Einige Gebiete in der firunwärtigen Baronie wurden bei den letzten Orkenstürmen entvölkert, die einstigen Wehrgehöfte verkamen inzwischen zu Ruinen und die Natur holt sich das zurück, was der Mensch ihr die Jahrhunderte davor mühevoll abgerungen hatte.
Das firunwärtige Gebiet der Baronie nennt der Einheimische ´die Ulmenau´. Ein Name, den auch der Marktort an der dortigen Grenze nach Waldleuen trägt. Hier finden sich das Südufer des Weißensees, der beim Adel als Jagdgebiet sehr beliebte Weidenwald, sowie der Hauptort Weidenhag. Efferdwärts davon erstreckt sich der mächtige Hohenforst. Der in der Baronie gelegene Teil des großen Waldes wird seit jeher Biberwald geheißen. Den Namen hat diese Region tatsächlich von den gleichnamigen Nagern, die sich am Pergelbach zur regelrechten Plage entwickelt haben.
Praioswärts des Pergelbaches erstreckt sich hin zum Dergel das wohl fruchtbarste Gebiet der Grafschaft Heldentrutz. Die Wargenkuppen bestechen durch ihre satten Weiden, wiewohl selbst hier nur sehr spärlicher Ackerbau betrieben wird. Dieser beschränkt sich meist auf jene Landstriche der Flussauen, die im Frühjahr, gespeist durch das Wasser der Schneeschmelze, als Schwemmgebiet unter Wasser stehen. Es verwundert somit kaum, dass sich die meisten wieder errichteten Wehrhöfe und Weiler eben hier in den Wargenkuppen befinden.
Praioswärts und auch rahjawärts der Wargenkuppen erstrecken sich zwei weitere Große Wälder. Der verwunschene Wargenforst, um welchen selbst die Orks einen Bogen zu machen scheinen und der mystische Dûrenwald, in welchem, so die Weidenhager, namensgebende Dûren (beseelte Hüterbäume) und die Elfen der Herbstlaub-im-Nebel Sippe herrschen. Efferdwärts des Wargenforsts erhebt sich jene Hügelkette, die den Einheimischen als Wargenrücken bekannt ist. Diese bildet nicht nur die praioswärtige Grenze der Baronie, sondern auch jene des Herzogtum Weidens hin zur Mark Greifenfurt. Eben diese Grenze wird weiter rahjawärts vom Dornenwasser abgelöst, das beim Dorf Südhag in den Dergel mündet. Hier treffen die Grenzen der Heldentrutz mit jenen der Grafschaft Bärwalde und der Mark Greifenfurt zusammen.
II. Land und Leute
"Liebste Schwester,
in ein fernes Land führt mich meine Pflicht und es ist so ganz anders, als unsere Heimat am Lago Likano und natürlich auch in Elenvina. Die Menschen hier sind schweigsam und ernst, die Häuser meist einfach und aus Holz, doch mit allerlei liebevollen Schnitzereien verziert. Und dennoch strahlt hier alles eine raue Romantik und Schönheit aus.
Am gestrigen Tage haben seine Hoheit und seine Gemahlin ein kleines Heiligtum der Ewigschönen besucht. Es gibt hier heilige Rosen, die wahre Liebe anzeigen sollen. Mir war es zwar nicht vergönnt eine dieser Pflanzen zu erstehen, doch habe ich von einem Handwerker ein kleines Geschenk für dich erworben.
Ich kann es kaum erwarten, dich auf Eilenwïd wieder zum Tee zu treffen und dir alles zu erzählen.
Deine Sina"
- Brief der Hofdame Sina Artigas, im Gefolge der Herzogengemahlin Concabella von Ehrenstein-Streitzig, bei einem Besuch in Weiden, 1043 BF
“Wovon die Menschen hier wohl leben? In der ganzen Gegend hier findet sich nicht eine Flasche Wein! Das musst du dir einmal vorstellen! Und auch sonst … Schafswurst, Schafskäse, Schafs…aargh! Es ist nicht auszuhalten!”
- gehört im Tross des Herzog der Nordmarken, anlässlich eines Besuchs 1043 BF
Die Menschen Weidenhags zeichnen sich durch Göttervertrauen, Sturheit und Aberglauben aus. Auf den Inhalt von Büchern, oder das Wort nicht geweihter Gelehrter gibt man nicht viel. Wie denn auch, kaum jemand außerhalb des Adels- oder des Geweihtenstandes kann hier lesen und selten einmal verirrt sich eine gelehrte Dame oder ein gelehrter Herrin diese Breiten. Bräuche, Sitten und Traditionen, die schon über Jahrhunderte bestehen und den Menschen Sicherheit und Halt geben, werden hoch gehalten. Bereitschaft von eben jenen Vorgehensweisen abzurücken, die mündlich von einer Generation an die nächste überliefert wurden, besteht nicht. Vielmehr legt man bei diesem Thema in Weidenhag eine Sturheit an den Tag, die manch Angehörigen des Zwergenvolkes zur Ehre gereichen würde.
Größere Ansiedlungen findet man in Weidenhag nicht. Die Siedlungen sind allesamt von wehrhaften Holzpalisaden umgeben und die hochgiebeligen Häuser entweder gänzlich in Holz, oder mit Lehm ausgefachten Fachwerk gehalten. Bei den wenigen Steingebäude der Baronie handelt es sich ausnahmslos um Tempelgebäude oder Herrschaftssitze des hiesigen Adels.
Dennoch sind nicht wenige der einfachen Behausungen liebevoll mit Schnitzereien und Holzfiguren verziert. Beinahe jedes Haus beherbergt dabei eine Holzfigur, die im Zwölfgötter-Winkel, meist in der Nähe des Esstisches, aufbewahrt wird. Je nachdem welche Gottheit in der Figur verewigt wurde, stellt diese die Schutzmacht des jeweiligen Eigenheims dar: besonders häufig finden sich dabei Darstellungen der regionalen Heiligen Matissa, dem heiligen Perdan oder der heiligen Perainme. Aber auch Darstellungen der Travia, Rondra, Ifirn oder Peraine sehr beliebt.
Grob lassen sich die Weidenhager Lande in drei verschiedene Gebiete einteilen, die sich sowohl derographisch als auch vom dort lebenden Menschenschlag unterscheiden. Von Firun gen Praios wären dies:
- die Ulmenau,
- die zentralen Wargenkuppen und
- der bewaldete Süden.
II.I. Die Ulmenau
| Lage: | Nördliches Weidenhag, praioswärts des Weißensees und firunwärts des Pergelbaches bis zu den Wargenkuppen |
| Bevölkerung | ca. 300 Menschen |
| Wichtige Siedlungen: | Meisen (140 Einwohner), Weidenwald (70), Weiler Ifirnshau (30) |
| Besonderheiten | Der mystische Weißensee, der düstere Hohenforst und der liebliche, wildreiche Weidenwald, einige verlassene und verfallene Höfe aus dem letzten Orkensturm, Geistererscheinungen |
| Handelsgüter: | Holz (Hohenforst), Leder und Lederwaren, Fische, Schafsfleisch, Wolle |
| Verkehrswege: | Hagweg, Karrenpfad vom Weidenhag nach Meisen, Sankt-Perdans-Weg von Bingenbrück in Ksl. Blaubinge kommend über Weidenwald nach Weidenhag |
Der firunwärtige Teil der Baronie Weidenhag ist dünn besiedelt, was immer noch darauf zurückzuführen ist, dass dieses Gebiet besonders unter den einfallenden Orkhorden im dritten Orkensturm litt.
Viele Höfe wurden entvölkert, nicht wieder aufgebaut und werden jetzt von der Natur wieder zurückgeholt. Auch mag man hier in klaren Nächten, da das Madamal im Rad steht, manches Klagelied der ehemaligen Bewohner eben dieser Ansiedlungen über das Land klingen hören. Bisher war es den Geweihten noch nicht gelungen, eben jene geplagten Seelen einer Erlösung zuzuführen.
Nächtliche Klänge der anderen Art mag man nahe dem Ufer des Weißensees vernehmen können, wenn die dort lebende Nymphe ihr Umfeld mit lieblichem Gesang betört. Der Alptraum Weidenhager Mütter, die hierbei zurecht um ihre Söhne fürchten. Nicht selten mögen junge Männer um den See verschwinden. In den wildreichen Wäldern Hohenforst und Weidenwald hingegen erschallen zuvorderst die Jagdhörner der hiesigen Adeligen. Letzterer gilt dabei als bevorzugtes Jagdgebiet des Baronshauses, das sie auch für repräsentative Jagdausflüge mit Gästen nutzen.
Zu den hiesigen Bewohnern mag man nur sehr schwer Zugang finden, was auch an der schweren jüngeren Vergangenheit liegen mag.
II.I.I. Ifirnshau - typischer Wehrsassenhof in Weidenhag
| Einwohner: | 30 Menschen |
| Herrschaft: | Wehrsasse Travin Pergelbacher |
| Tempel: | Keiner, kleiner Altar der Ifirn |
| Handel und Handwerk: | Keine, die Siedlung lebt von Selbstversorgung und durch großes Improvisationstalent seiner Bewohner |
| Besonderheiten: | Hohenforst |
| Stimmung im Dorf: | Vorsichtig, abweisend |
In den Weidenhager Landen, firunwärts des Dergels, findet sich eine erkleckliche Anzahl von kleinen Weilern. Diese Siedlungen bestehen meist aus einigen wenigen Häusern und Höfen und sind stets von einer wehrhaften Palisade aus Holz umgeben. Nicht immer stehen diese Ansiedlungen unter dem Schutz und der direkten Frohnpflicht eines Adeligen - nicht wenige dieser Weiler werden von wehrfähigen Freisassen bewohnt, die jedoch einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens an die barönliche Kasse abführen müssen. Diese Männer und Frauen sind zum größten Teil normale Bauern und nebenher eher schlecht als recht an einer bestimmten, auch alltagstauglichen Waffe ausgebildet. Eben dieser Dienst an der Waffe für die Baronie schenkt unfreien Bauern auch die Freiheit. Eine Ausnahme hierbei bilden die Weiler Travienswacht, Weidenstein und Zirkenstadingen, die ob ihrer wichtigen Lage mit Rittern besetzt sind.
So auch der Weiler Ifirnshau am Rande des Hohenforsts, der sich auf den Landen des Junkerguts Biberwald findet. Der Freisasse Travin Pergelbacher trägt hier für gut und gerne 30 Seelen die Verantwortung. Die Zucht von Kleinvieh und der Anbau von Gemüse in den jeweiligen Gärten sichert den Menschen hier ein anständiges Auskommen. Die erhöht gelegene Halle des Freisassen, oder auch Wehrsassen genannt, bildet sowohl das größte Gebäude, als auch den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Siedlung. Am Fuße der Halle des Wehrsassen finden sich die hölzernen Katen und Ställe der ansässigen Bauern und Viehzüchter. Umgeben wird die Siedlung von einer wehrhaften Palisade.
II.II. Die Wargenkuppen
| Lage: | Entlang der gleichnamigen Hügellandschaft, vor allem zwischen und um die beiden Wasserläufe Pergel und Dergel |
| Bevölkerung | ca. 900 Menschen |
| Wichtige Siedlungen: | Weidenhag (300 Einwohner), Pergelfurt (180), Zirkenstadingen (50), einige Weiler und Wehrsassenhöfe |
| Besonderheiten | Eines der wenigen fruchtbaren Gebiete der Heldentrutz, vor allem in den Schwemmgebieten des Dergels und Pergels, auch hier immer noch einige Ruinen von einstigen Wehrhöfen und Weilern |
| Handelsgüter: | Viehzucht, Feldfrüchte, Schafsfleisch, Wolle, Handwerk |
| Verkehrswege: | Hagweg, Sankt-Perdans-Weg als Pilgerpfad von Pergelfurt nach Wargentrutz |
Das Gebiet erstreckt sich auf die gleichnamige Hügelkette und deren Umland - dabei vor allem zwischen den beiden Flussläufen Pergel und Dergel. Eben diese Lande gelten, neben dem Umland Nordhags und Teilen der Dergelauen, als fruchtbarster Landstrich der Grafschaft Heldentrutz. Hier mögen sich einige der für Weidenhag so typischen Wehrsassenhöfe und kleine Weiler finden, die durch die Zucht von Vieh und dem Anbau von widerstandsfähigen Feldfrüchten ein anständiges Auskommen und etwas Überschuss erwirtschaften können.
Auch die Wargenkuppen blieben beim dritten Orkensturm nicht ganz unverschont, weshalb einige Höfe sich das Schicksal mit jenen ihrer firunswärtigen Nachbarn aus der Ulmenau teilen. Dennoch schien die Motivation zum Wiederaufbau in diesen Breiten eine höhere gewesen zu sein.
Die Lande gelten als von der Herrin Peraine gesegnet, was dazu führt, dass die Angehörigen des Klosters Sankta Perainme einen hohen Stand genießen. Um die Wasserläufe selbst, die hier mehr denn je Lebensadern darstellen, bringen die Menschen Heiligen und/oder Flussnymphen Opfer dar, um sie sich gewogen zu halten, was dann wiederrum dabei helfen soll die nächstjährige Ernte sicherzustellen.
Wiewohl die Felder und Weiden als die ertragreichsten Lande in und um die Baronie gelten, gibt es nichts im Überfluss. Gastfreundschaft ist hier höchstes Gut und gerne wird an den Feuern und an den Herden vom reichhaltigen Sagenschatz der Gegend erzählt. Eindrücke, die Durchreisenden ein positives, offenes Bild vermitteln, welches dann (manchmal zu unrecht) auf die ganze Baronie bezogen wird.
II.II.I. Dorf Weidenhag - militärisches, politisches und spirituelles Herz der Baronie
"Das Herz der gleichnamigen Baronie. Der Ort hat sich gemacht, seit die Gugelforster ihn zu ihrem Baronsitz erhoben haben."
- Traute Finsterfrau, Kräuterfrau
| Einwohner: | 300 Menschen |
| Herrschaft: | Schulze Travian Nordhager für Baronin Gwidûhenna von Gugelforst |
| Tempel: | Travia (Hag des göttlichen Herdfeuers), Schreine der Rondra und der Peraine |
| Handel und Handwerk: | Gerber/Kürschner, Schmied, Wagner, Webstube |
| Besonderheiten: | Baronsitz Hag, Quelle des Weidenbaches, Hagweg |
| Stimmung im Dorf: | Aufgeschlossen, gastfreundlich und geschäftstüchtig |

Weidenhag ist die bei weitem größte Ansiedlung der gleichnamigen Baronie. Bereits 483 BF gegründet, wurden von den ersten Baronen hier Ritter eingesetzt, die es zur Aufgabe hatten, den Hagweg im damals noch unerschlossenen Gebiet zu schützen. Über die Jahre siedelte man Familien um das trutzige Rittergut ´Hag´ an, sodass langsam ein Dorf heran wuchs. 945 BF wurde das Dorf Hag von Baron Wulfhart von Gugelforst zum Hauptort der Baronie Weidenhag erhoben, dessen Namen es von diesem Moment an auch trug. Die Siedlung liegt malerisch gelegen auf einem Hügel der Wargenkuppen und direkt am wichtigen Hagweg gelegen. Vom Dorf aus hat man einen guten Überblick über die firunswärtige Baronie, bis nach Waldleuen.
Den Mittelpunkt des Dorfes bildet der Baronsitz Hag. Die Barone residieren hier nicht in einer Burg, sondern im stets erweiterten und ausgebauten ehemaligen Rittergut Hag. Die Anlage ist von einer altertümlichen Bruchsteinmauer umgeben und gilt als militärisches, politisches und spirituelles Herz der Baronie, befindet sich doch auch der Traviatempel innerhalb der geräumigen Anlage.
Vor dem Gut Hag erstreckt sich der Dorfplatz. Am und um den Platz selbst leben die Handwerker des Dorfes und damit auch die besser situierten Bewohner der Baronie. Dieser Umstand zeigt sich auch besonders deutlich in der Architektur der Häuser, die hier vor allem im Fachwerkstil errichtet wurden. Auch der Schrein der Kriegsgöttin Rondra, der vom Tempel der Leuin zu Dûrenbrück mitbetreut wird, befindet sich hier.
Besonders geschäftig ist das Treiben ebenfalls in der barönlichen Webstube und der Stellmacherei, in welcher reisende Händler ihre Gefährte ausbessern lassen können. Auch die Schmiede Bunsenplauter ist in der gesamten Baronie bekannt und wird ebenso von Pferdebesitzern aufgesucht, die Hufe neu beschlagen lassen möchten, aber auch hiesige Ritter mögen sich hier einfinden um nach einem neuen Schwert suchen.
Unterhalb dieses ´oberen Viertels´, aber noch innerhalb der schützenden Palisade befinden sich die Höfe der Viehzüchter und Bauern, die allesamt unfrei und der Baronin gegenüber zum Frondienst verpflichtet sind. Der Schrein der gebenden Peraine, wo sich stets ein Mitglied des Klosters Sankta Perainme findet, erfreut sich deshalb auch großen Zulaufs. In dessen Schatten befindet sich auch der örtliche Boronsanger. Ein Ort, der nach einem Besuch der Hütte der Heilerin und Hebamme Traute hoffentlich vermieden werden kann.
Der Baronssitz Hag
Im Herzen des Hauptortes der Baronie liegt das alte Rittergut Hag, welches von den Gugelforster Baronen 945 BF der Burg Welkensteyn als Baronssitz vorgezogen wurde. Seitdem wurde das Gut ausgebaut und den Annehmlichkeiten einer Baronsfamilie angepasst.
Von einer wehrhaften Mauer umgeben verfügt der Baronssitz Weidenhags über ein geräumiges, mehrstöckiges Gutshaus, das neben der Räumlichkeiten der Baronin und ihrer Familie in der großen Halle auch ein Gasthaus beheimatet, weshalb sich stets auch viel einfaches Volk am Baronssitz aufhält. Dies zeigt die enge Verbundenheit der Baronsfamilie zum einfachen Volk und der Kirche der Travia. Auch ein Tempel der gebenden Göttin mit dazugehörender Herberge (Q:6/P:2/S:14; der einzigen im Dorf) lässt sich, genauso wie der Wehrturm, linkerhand des Gutshauses finden. Rechts vom Gutshaus findet sich das eherne Zentrum der Baronie. Neben den Stallungen finden sich hier die Wohnungen der Dienstritter und ihrer Familien, sowie die Bleiben der Waffenknechte und des Gesindes. Im Zentrum des Guts liegt ein kleiner Garten mit dem Herzbaum, einer kapitalen Saalweide.
Wiewohl alles einen etwas unaufgeregten, biederen und unscheinbaren Anstrich hat, ist das Leben am Baronssitz selten einmal langweilig. Hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen und durch den Hag des göttlichen Herdfeuers finden sich hier immer auch eine Zahl einfacher Menschen der Baronie oder Reisende am Hagweg. Travianische Gebote wie Sittsamkeit, Gastfreundschaft und Bescheidenheit werden hier seit jeher ebenfalls hochgehalten, wiewohl seitdem die weltoffene Baronin Gwidûhenna hier residiert auch die lebensfrohe Rahja einzug gehalten hat - so mag es nicht selten vorkommen, dass auch Barden und Künstler am Hag weilen.
II.III. Der bewaldete Süden
| Lage: | Die praioswärtige Baronie Weidenhag um die beiden Wälder Wargenforst und Dûrenwald |
| Bevölkerung | ca. 700 Menschen, Elfen der Herbstlaub-im-Nebel-Sippe |
| Wichtige Siedlungen: | Südhag (180 Einwohner), Wargentrutz (150), Dûrenbrück (150), Mittenwalde (80), Weiler Freiwalde, Neidecke |
| Besonderheiten | Die beiden sagenhaften Wälder Dûrenwald und Wargenforst mit einer Vielzahl magischer und mystischer Orte, Stammlande des Hauses Welkenstein und der Elfen der Herbstlaub-im-Nebel Sippe |
| Handelsgüter: | Holz, Holzhandwerk, Fisch, Leder und Lederhandwerk, Kleinviehzucht |
| Verkehrswege: | Hagweg, Dornstieg, Sankt-Perdans-Weg als Pilgerpfad von Pergelfurt nach Wargentrutz |
Schier unerschöpflich scheint der Schatz an Heiligen- und Heldengeschichten aus diesen Breiten zu sein. Ob die Sage von Perdan und Alari, der Heiligen Matissa oder jene von Yann dem Waydmann, glaubt man dem Sammelsurium an Sagen und Legenden, so hat der Süden Weidenhags eine sehr bewegte Geschichte hinter sich.
Die Lande der praioswärtigen Baronie gelten als Stammlande der Familie Welkenstein und auch als von den Elfen der Herbstlaub-im-Nebel Sippe bewohnt. Dass die Fey, wie die Elfen in diesen Breiten meist genannt werden, niemals den Kontakt zu den Menschen zu suchen scheinen, führt die simplen Gemüter zu allerhand wilden Spekulationen. Annahmen, die auch rund um den mystischen Wargenforst kursieren - und dies in einer Zahl, die es unmöglich macht, sie hier auch nur annähernd aufzählen zu können.
Dass der Wald von einer großen, schwarzen Wolfskreatur behütet wird oder die Stammburg der Familie Welkenstein einst aus dem Fels gewachsen ist, auf dem sie thront, seien in diesem Zusammenhang nur zwei der unzähligen Beispiele.
Für die Gegend Weidens untypisch, versteht man die Gegend auch als von der ewigschönen Göttin Rahja berührt. Mit dem Rosenhügel in Wargentrutz soll sich am Rande des Wargenforsts ein heiliger Ort der Göttin finden, auf dem Rahja einst selbst gewandelt sein soll und der Nachhall ihrer Präsenz dort mag auch der Grund dafür sein, warum sich die Menschen im praioswärtigen Weidenhag oftmals auch schöngeistig und weltoffen geben. Letzteres könnte natürlich auch mit den beiden wichtigen Handelswegen einher gehen, die diese Lande kreuzen.
II.III.I. Dorf Mittenwalde - unter den Schwingen der Weißen Maid
| Einwohner: | 80 Menschen |
| Herrschaft: | Dienstritter Rondred von Foldenau für Baronin Gwidûhenna von Gugelforst |
| Tempel: | Schrein der Ifirn |
| Handel und Handwerk: | Köhler, Schmied, Gerber/Kürschner |
| Besonderheiten: | Dornstieg, Zusammenfluss von Pergel und Dergel, Brücke über den Pergelbach, Ifirnheilige Waldlichtung (Hain der Weißen Maid), "Hexentanzplatz" des Unkenbundes nahe dem Dorf |
| Stimmung im Dorf: | Vorsichtig, aber fremde Menschen gewöhnt |
Mittenwalde ist mit 80 Einwohnern das kleinste Dorf Weidenhags und liegt am Zusammenfluss von Pergelbach und dem Dergel direkt am Dornstieg und mitten im Dûrenwald. Die Siedlung selbst ist eigentlich nicht mehr als eine Ansiedlung von einigen Jägers- und Handwerkerfamilien rund um die Wegschenke "lauerndes Spitzohr" (1) (Q:4, P:2, S:10), die hier in einfachen, hölzernen Behausungen inmitten des Waldes ein vernünftiges Auskommen finden. Etwas außerhalb der Siedlung befindet sich eine der Ifirn heilige Waldlichtung. Man erzählt sich, dass hier in besonders harten Wintern immer jagdbares Wild zu finden ist. Trotzdem sieht man hier das ganze Jahr über des Öfteren Jagdwild, von dem jedoch niemand auf die Idee käme dieses an diesem „heilige Ort“ ohne Not zu schießen.
Am Weg dorthin wurde vor einigen Götterläufen ein schöner Schrein der Ifirn (2) eingeweiht, an dem viele Gläubige Opfer darbringen. Das Heiligtum selbst wird von der Geweihten Alwen betreut, aber von Pilgern und Ortsansässigen außerhalb von Stunden der Not nicht betreten. Etwas außerhalb des Dorfes findet sich am Ufer des Pergels eine Köhlersiedlung (3), ebenfalls unweit der Siedlung liegt die Holzbrücke (4), die es den Reisenden am Dornstieg ermöglicht den Pergel zu überqueren.
Innerhalb des Dorfes gibt es eine Handvoll Personen, die dem Reisenden Dienste als Ortskundige und Begleiter durch den Dûrenwald anbieten, kursiert unter den Einheimischen doch die Meinung, dass sowohl die Elfen der „Herbstlaub-im-Nebel“-Sippe als auch die Hüterbäume des Waldes (die sogenannten Dûren) keine „fremden Eindringlinge“ auf „ihrer Seite des Waldes“ dulden. Als Mittler zwischen den Mächten des Waldes treten auch die Schwestern des Unkenbundes auf - ein kleiner Zirkel von Töchtern der Erde, die auf einer Lichtung nahe des Dorfes ihre Versammlungen abhalten und den Menschen des Waldes mit Rat und Tat zur Seite stehen.
II.IV. Das Leben im Jahreslauf
1. Praios: Praioswend (Praios): Beginn des Zwölfgötterjahres, Unkenspruch.
Ende Praios - Ende Rondra: Erntezeit für Hafer, Roggen und Obst.
15. - 16. Rondra: Schwertfest (Rondra): rituelle Opfer von Tieren, Waffenspiele, Schwertleiten und Beginn von Knappschaften.
1. Efferd: Flussweihe (Efferd): kleinere Opfergaben an den Flussläufen, um sich den launischen Efferd und die Flussgeister gewogen zu halten.
Efferd: Einbringen der Winterfrucht, Fälligkeit des Erntezehnts.
Anfang Travia: Erntezeit für Kartoffeln und Rüben.
1. - 3. Travia: Erntefest (Travia, Peraine): Dank den Göttinnen für die Ernte.
12. Travia: Tag der Treue (Travia): Traviabünde, Schwüre unter Freunden.
Zweite Hälfte Travia: Fälligkeit des Gänsezehnts (Tempelzehnt), Ausbringen der Wintersaat.
Ende Travia - Anfang Boron: bei der Eichelmast werden die Schweine durch die Wälder getrieben, damit sie sich Speck anfressen.
Boron: Blutmond - Schlachtung der Tiere, in der zweiten Hälfte des Mondes ist der Fleischzehnt fällig.
Ende Boron - Anfang Hesinde: vor dem ersten Schnee wird Holz geschlagen.
1. Firun: Tag der Jagd (Firun): Feiertag zu Ehren des Alten vom Berg.
29. Firun: Fest des Aldifreid (Rahja): an den warmen Herdfeuern erfreut die Kunst von Barden und Bänkelsängern.
30. Firun: Tag der Weißen Maid (Ifirn): Rituelles Vertreiben des Winters.
Phex: Neues Leben in den Ställen der Viehzüchter.
Anfang Peraine: Schleppvieh (Peraine): Bauern tragen zum Aussaatfest ihr Vieh auf die Weide.
Peraine: Aussaat der Sommerfrucht (Hafer, Roggen).
21. Peraine: Tag der jungen Luchsin (Rondra): in Weidenhag wird der Heiligen Matissa gedacht, Verbrennung von Stroh-Orks
Ingerimm: Fälligkeit des Lämmer- und Ferkelzehnts.
1. - 5. Rahja: Fest der Freuden (Rahja): wird in Weiden nicht ausschweifend begangen. Der zweite Tag wird als jener Sankt Perdans verstanden.
30. Rahja: Reinigungsfest: vor den namenlosen Tagen werden rituelle Feuer entzündet, um das Böse aus den Dörfern zu vertreiben.
II.V. Speis und Trank
1. Schwarze Hasenblutsuppe
2. Gestampftes Kartoffelpüree mit Milch
3. Braten vom Hausschwein
4. Kleine Piroggen mit Kümmelkohl
5. Flussfischsuppe
6. Stücke von Schafskäse und Schweinswurst
7. Braten vom Rothirsch
8. Kartoffelpfannkuchen
- Speisefolge bei den Feierlichkeiten anlässlich des Traviabundes von Baronin Gwidûhenna und Gorfried von Sturmfels am Gut Hag, 1034 BF
Auch wenn die Tische in Weidenhag besser gedeckt sein mögen als in anderen Baronien der Heldentrutz, ist den Bewohnern der südlichsten Baronie der Grafschaft permanentes Sättigungsgefühl dennoch fremd. Hier gibt es nur sehr wenige Dinge im Überfluss und auf jene Nahrungsquellen, die es in den Wäldern zuhauf geben mag, hat der örtliche Adel fest in seinen Händen. Der einfache Weidenhager speist demnach größtenteils von dem, was seine Felder, Weiden und Wasserläufe hergeben, weshalb man vor allem Würste, Schafskäse, Hirsebrot und –Eintopf kredenzt bekommt. Der zum größten Teil jagdbegeisterte Adel ergänzt diese Kost gerne mit Wildbret aus den großen, wildreichen Wäldern der Baronie.
II.VI. Handwerk
Auch wenn die Werkstücke, bis auf ein paar Ausnahmen, außerhalb der Baronie nur selten zu finden sind, wird das Handwerk innerhalb Weidenhags sehr geschätzt. So versteht man es hier überaus gut, jene Rohstoffe, mit denen die Götter die Baronie gesegnet haben, zu alltagstauglichen Gegenständen zu verarbeiten. Dabei zeichnet sich der Weidenhager auch durch ein sehr großes Improvisationstalent aus, denn besondere Waren sind in diesen Breiten selten und auch unerschwinglich teuer. Der Hang zum Handwerk beginnt schon im jüngsten Alter, so flechten Kinder alljährlich Strohpuppen zu Ehren der Heiligen Matissa.
Als Handwerke besonders geachtet ist die Bearbeitung von Holz, die Werke der Schmiede, Gerber und Kürschner, sowie auch die Weber.
Auch am Kunsthandwerk erfreut man sich in der Baronie Weidenhag, was in dieser Gegend doch bemerkenswert anmutet. Es verwundert dabei kaum, dass auch hierbei Holz das bevorzugte Material darstellt. Es ist Kunst, die sich in jedem Heim finden mag; gerne werden Türstöcke mit Schnitzereien verziert und auch im Götterwinkel der Häuser und Hütten der Menschen Weidenhags finden sich oft wahre Schmuckstücke der Schnitzkunst.
II.VII. Sport und Spiel
Besonders beliebt sind innerhalb der Baronie Waffenspiele, an welchen sich stets auch das einfache Volk beteiligt. Wiewohl es Leibeigene normalerweise nicht dazu berechtigt sind Waffen zu tragen, beteiligen sie sich dennoch am Axtwerfen und Bogenschieß- oder Stockkampfbewerben, die gerne ausgetragen werden. Vor allem junge Burschen und Maiden sehen diese Ereignisse als ein Zeichen sich zu beweisen. Bereits Kinder spielen gerne ´Hau den Ork´, wo sich zwei Gruppen Halbwüchsiger gegenseitig mit Stöcken prügeln und daraus nicht selten Blessuren oder gar ernsthafte Verwundungen hervortragen.
Auch beim Ringen und Faustkampf geht es oft sehr hart und brutal zu. Das Spiel wird in der rauhen Heldentrutz gerne auch als Vorbereitung der Jungen auf das Leben und den Kampf gegen die Unbilden des Landes gesehen und soll vor allem auch das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Etwas ruhigere Töne schlagen die Weidenhager beim Tanzen an. Gerne gibt man sich allerhand Gruppentänzen hin, wobei vor allem der Kettentanz, die Schlachtreihe und der Traviareigen gerne getanzt werden.
II.VIII. Aus dem Sagenschatz
Schier unerschöpflich scheint jener Schatz an Sagen und Legenden zu sein, die sich die Weidenhager an den Herdfeuern erzählen. Dabei ist es erwähnenswert, dass jene Geschichten, die man sich in der Baronie erzählt, für die Heldentrutz ungewöhnlich positiv erscheinen. Besonders beliebt sind hierbei Weisen über die vielen Tagesheiligen dieser Breiten, deren Handeln in bestimmten Situationen oft auch als eine Art Vorgabe und Anleitung zum Leben dienen, die in hohen Ehren gehalten und von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Beispiele aus dem Sagenschatz der Baronie:
- Perdan und Alari
- Yann, der Waydmann
II.IX. Kunst und Musik
Nach all der harten Arbeit auf den Feldern, in den Ställen oder dem Wald, genießen es die Weidenhager nach getanenem Tagwerk oder an Feiertagen gemütlich zusammen zu kommen. Bei solchen Treffen zeigt sich das schier unerschöpfliche Sagen- und Liedgut der Lande der praioswärtigen Heldentrutz, das stets mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.
Einen demnach hohen Stellenwert hat hier die Bardenkunst - sei es Lautenspiel und Gesang oder die Dichtkunst. Eine Begeisterung, die auch vor Ritterinnen und Rittern in einigen Fällen nicht halt macht. Der Minne erfreute sich in Weidenhag stets überraschend hoher Beliebtheit, versteht man hier auch Perdan, den Schutzheiligen der Baronie, als Vater der Minne.

III. Handel und Wandel
“Für meine Schwester habe ich eine dieser goldigen Holzschnitzereien gekauft, die der nette Mann beim Heiligtum verkauft hat. Die ist echt sehr schön und liebevoll gearbeitet - nicht so wie das Zeug aus der Manufaktur bei uns Zuhause.”
- die Hofdame Sina Artigas, im Gefolge der Herzogengemahlin Concabella von Ehrenstein-Streitzig, bei einem Besuch in Weiden, 1043 BF
III.I. Handel und Dienstleistungen
Die Menschen aus Weidenhag leben vor allem vom Ackerbau, dem Fischfang entlang der Flussläufe Pergel und Dergel, der Viehzucht und dem Holzschlag. Die sogenannten Wargenkuppen um die Flüsse Pergel und Dergel gelten neben den Dergelauen und der Nordhager Tiefebene gar als fruchtbarster Landstrich der Heldentrutz, weswegen es wenig verwundert, dass die dort ansässigen Bauern sich einen (für Trutzer Verhältnisse) ansehnlichen Überschuss an Nahrung erwirtschaften können.
Besonders beliebt ist hierbei die Zucht der Weidenhager Milchschafe, die vor allem durch ihre hohe Fleisch-, Woll- und Milchleistung bestechen. Der zugegebenermaßen bescheidene Handel mit deren Erzeugnissen sichert dem Adel ein doch recht anständiges Auskommen. Hierbei wäre vor allem der über die Grenzen bekannte Brimsen zu nennen - ein gesalzener Frischkäse aus Schafsmilch. Auch die Überschüsse an Erzeugnissen aus deren Wolle stellen eine überregional beliebte Handelsware dar. Es verwundert somit nicht, dass es in der Baronie Weidenhag, vor allem auf den grünen Weiden der Wargenkuppen, mehr Weidenhager Milchschafe als Menschen geben mag.
Den Menschen in Südhag, Mittenwalde und Dûrenbrück ermöglicht der Schlag und die Verarbeitung von Holz ein für Trutzer Verhältnisse gutes Auskommen. Erzeugnisse aus dem Südhager Sägewerk werden von Bauherren zwischen Reichsend und der nördlichen Rommilyser Mark gerne in Anspruch genommen.
Überregionale Bekanntheit haben auch die Jagdwaffen der Baronie erlangt - als Hochburg der Bognerkunst Weidenhags gilt dabei das Dorf Wargentrutz.
In den Dörfern der Baronie findet sich stets auch eine Schenke, meist auch mit Nächtigungsmöglichkeit, da die meisten Siedlungen an wichtigen Wegen liegen. Hier kann sich der Auswärtige von der Weidenhager Gastfreundschaft überzeugen lassen und für einen schmalen Taler annehmbaren Speis und Trank erwerben.
Einen eigenen Markt gibt es innerhalb der Baronie Weidenhag nicht. Hierfür weichen die Handwerker und Bauern der Baronie auf den Markt in Ulmenau aus, der direkt hinter an der Grenze zu Waldleuen liegt und ein größeres Einzugsgebiet bedient. Über den gut frequentierten Hagweg und den Dornstieg ist es den hiesigen Menschen auch möglich, in der Baronie seltene Güter über fahrende Händler und Kiepenkerle zu erstehen.
Bezahlt werden Dienste und Waren für gewöhnlich mit Dukaten, Silbertaler, Heller und Kreuzer. Nicht selten tauscht man jedoch auch untereinander und/oder begleicht die Schuld in Naturalien.

III.I.I. Bekannte Handwerker und Dienstleister in der Baronie
Innerhalb Weidenhags findet sich der ein oder andere Handwerker, deren Gewerke auch über die Grenzen der Baronie hinaus bekannt sind, auch wenn diese Persönlichkeiten eher rar gesät sind.
Oiodin
bekannter Instrumentenbauer, Dorf Wargentrutz
Der schwarzhaarige Halbelf aus dem Dorf Wargentrutz ist ein weithin bekannter Instrumentenbauer, der einst der Verbindung einer Dörflerin mit einem Elfen entsprang und unter den Menschen des Dorfes so beliebt ist, dass er vom Junker auch zum Dorfschulzen erhoben wurde. Besonders beliebt sind Harfen und Flöten aus seiner Fertigung. Durch das erhöhte Pilgeraufkommen in Wargentrutz und seine Verbindungen zum Tempel der Rahja, mag man seine Instrumente - wenn auch äußerst selten - in ganz Weiden finden.
Siltja Uhleninger
Wirtin der Wegschenke Freiwalde
Die unscheinbare Frau führt seit einigen Jahren die Wegschenke in Freiwalde am Grenzübergang zwischen Weiden und Greifenfurt. Am Hagweg gelegen, hat sie sich in Unterweltkreisen schnell einen Ruf als Schmugglerin und Hehlerin erworben - von Freiwalde aus verbringt die junge, hübsche Blondhaarige allerhand Waren auf Schleichwegen über die Grenze in die Helbrache - und dabei vor allem vorbei an den Zöllnern. Auch schafft Siltja es Dinge zu beschaffen, die man sonst in diesen Breiten nicht so leicht bekommt.
Linnart Holzhauer
überregional bekannter Schreiner, Dorf Südhag
Der großgewachsene rothaarige Mann ist ein weithin bekannter Schreiner und arbeitet hierbei vor allem mit dem Holz aus dem Südhager Sägewerk, welches von seiner Frau Linje geführt wird. Seine Erzeugnisse kann man überall in der praioswärtigen Heldentrutz, Bärwaldes und der firunwärtigen Mark Greifenfurt finden.
Linje Holzhauer
führt das barönliche Sägewerk zu Südhag
Linje führt das Sägewerk Südhags mit harter Hand im Namen der Baronin und hat sich schon sehr früh den Ruf als Schinderin erworben. Die Stimme der klein gewachsenen, braunhaarigen Frau ist anstrengend piepsig und ihr Humor bissig, doch gibt Linje der Erfolg recht - das Werk ist ihr Reich, sie ist unangefochten und die wirtschaftlichen Zahlen sind einwandfrei. Erzeugnisse des Werkes werden über die Grenzen Weidenhags hinaus verkauft.
Walderia Neuhofer
Wirtin des Rosenhügels, Dorf Wargentrutz
Walderia führt mit dem Rosenhügel im Dorf Wargentrutz das wohl bekannteste und beste Etablissement in der Baronie. Die Mittdreißigerin ist durchwegs in - für ihre Herkunft und den Stand - sehr hochwertige Kleider gewandet und trägt ein stetes Lächeln auf ihren Lippen. Die Wirtin ist sehr geschäftig, steht dem Kult Rahjas nahe und hat auch den Handel mit Talismanen und sonstigem Kunsthandwerk in der Hand, die den Pilgern feilgeboten werden.
III.II. Recht und Gesetz
In Weidenhag gilt, wie überall im Mittelreich üblich, der Codex Raulis, die Ius Concordia und das Garether Pamphlet. Da 4 von 5 Weidenhagern unfrei sind, wird Recht gemäß der Halsgerichtsbarkeit vor allem von den örtlichen Adeligen gesprochen, auch wenn es sich bei kleineren Vergehen (größere wie Mord, Ehebruch, Brandstiftung oder Verrat obliegen immer dem Halsrecht) auf den Höfen der Wehrsassen eingebürgert hat, dass Urteile innerhalb der Gemeinschaft gefällt und vollstreckt werden. Dies wird von den Baronen geduldet und nur in Ausnahmefällen wird hierbei der Baronshof angerufen, was dann vielerorts als ein Rückschlag für die Gemeinschaft verstanden wird.
Als Strafen werden bei Unfreien und Freien gänzlich Körper- und Schandstrafen angewendet. Diese reichen vom Schandstock und Arbeitsstrafen, über Peitschenhiebe und dem Entfernen von Gliedmaßen bis hin zur Todesstrafe. Einzig bei Adeligen ist der Hausarrest oder die Geldstrafe im Bereich des Möglichen. Kerkerstrafen gibt es keine.
Gerne wird in Weidenhag bei Rechtsstreitigkeiten auch auf das Götterurteil zurückgegriffen. Dies ist bei Ritterinnen und Rittern oft ein Zweikampf bis zum ersten Blut. Sonst ist ein Faustkampf oder sonstiger Wettstreit denkbar. Der Sieger bekommt dabei sein Recht und niemand im Adel würde diesen ´göttlichen Richtspruch´ anzweifeln.
IV. Weg und Steg
Der wichtigste Weg der Baronie ist der Hagweg, welcher Weidenhag von Firun bis Praios durchquert. Dieser Handelsweg verbindet die Stadt Nordhag, wo er auf weitere Wege, wie den Trutzweg, den Nôrrnstieg oder die Alte Straße trifft, mit der in Greifenfurt gelegenen Reichsstraße I beim Städtchen Reichsweg. Vor allem während des Bestehens der Wildermark (1028 - 1036 BF) wurde von Händlern gerne über diese Alternative ausgewichen um nach Zentralweiden oder ins Bornland zu gelangen. Der hiesige Adel setzte in dieser Zeit auch alles daran, die Wege und Gaststätten in Schuss zu halten und für die Sicherheit der Reisenden zu garantieren.
Ebenfalls an Wichtigkeit gewann in dieser Zeit auch der Dornstieg, welcher beim Dorf Dûrenbrück auf den Hagweg trifft und von dort durch den Dûrenwald nach Dornstein und über Wolfenbinge zur Reichsstraße II führt.
Die Frequentierung dieser beiden Weidenhager Handelswege hat seit der Friedensbulle von Rommilys wieder deutlich abgenommen, doch befinden sie sich immer noch in sehr gutem Zustand.
Die Baronie von Nordosten nach Südwesten durchkreuzend, hat auch der Sankt-Perdans-Weg als Handelweg Relevanz, verbindet dieser die Baronie doch über den Binger Steg in Kaiserlich Blaubinge mit den zentralen Baronien Bärwaldes.
Die Wasserläufe der Baronie sind hingegen nicht für Waren- und Personenverkehr nutzbar. Den reißenden Dergel kann man dabei bei den Dörfern Wargentrutz und Dûrenbrück über Steinbrücken überqueren. Über den Pergel gelangt man am Einfachsten an der Düsterfurt beim Dorf Pergelfurt und im Dûrenwald beim Dorf Mittenwalde über eine Holzbrücke.
IV.I. Zölle
Innerhalb der Baronie gibt es derer einiger Zollstationen, die vor allem zu Zeiten des Bestehens der Wildermark und dem damit verbundenen höheren Aufkommen an Reisenden und Händlern am Hagweg und Dornstieg einiges an Einnahmen brachten. Dabei landet der Grenzzoll, welcher bei Freiwalde an der Grenze zu Greifenfurt erhoben wird im Säckel der Herzogin und der Brückenzoll bei Südhag über das Dornenwasser (Grafschaftsgrenze zwischen Heldentrutz und Bärwalde) wird gar dreigeteilt und landet zu gleichen Teilen in Reichsend (Graf der Heldentrutz), Olat bzw. Pallingen (Gräfin von Bärwalde) und Weidenhag (Eigentümerin der Brücke). Zur Gänze im Säckel der Weidenhager Baronin verbleibt lediglich der Brückenzoll zu Dûrenbrück über den Dergel.
Die Zölle bemessen sich sowohl am Warenwert (3-5%), als auch an der Anzahl der ´Beine und Räder´ (5 Kreuzer - 2 Heller je Rad/Bein).
Zur Zeit des erhöhten Warenverkehrs gab es in der abgelegenen, beschaulichen Baronie sogar Umtriebe von Schmugglern, die die vielen nicht zu schützenden Wege durch den Dûrenwald nutzten, um an der Obrigkeit vorbei Waren und Güter zu bewegen.
Die Zollstation Freiwalde an der Grenze zur Markgrafschaft Greifenfurt
V. Flora und Fauna
"Du wirst einen Führer durch den Dûrenwald brauchen. … Glaubst du nicht? Lass dich von der Sicherheit der ausgebauten Straße nicht in die Irre führen … der Wald ist wild und wartet nur auf einen Fehler … einen unachtsamen Austritt ins Unterholz oder eine optische Täuschung, die dich anzieht, könnte das Letzte sein, was du in deinem Leben wahrnimmst. … Spotte nicht! Du bist nicht in der Lage, das Land zu lesen, wie es die Menschen hier sind. Eine Fähigkeit, die über Leben oder Tod entscheiden kann …"
- ein Zöllner in Freiwalde zu einem Greifenfurter Händler, neuzeitlich
"Das Land gibt uns all das, was wir brauchen … so wir respektvoll damit umgehen! Nicht selten hat sich der Wald einmal einen jener Narren geholt, der der Meinung war, die Gaben der Natur im Überfluss für sich selbst zu nehmen!"
- die junge Hexe Helchtrude aus Mittenwalde
Weidenhag erstreckt sich über zum Teil dicht bewachsene Vorgebirgslandschaft, die von reißenden Flüssen geteilt wird. Im Schatten der Wälder gedeihen Moose, Farne und andere unempfindliche Schattenpflanzen, darunter auch Pilze, Beerensträucher und Heilpflanzen. Auf den zwischen den Waldflächen liegenden hügeligen Heidelandschaften mag man neben den Weidenhager Milchschafen auch eine Vielzahl an Kräutern finden. In den Flüssen finden sich Barsche und Forellen, an denen sich auch Bären gütlich tun. Die hier herrschende Natur ist wild und die Bewohner Weidenhags haben einen schier unerschöpflichen Respekt vor ihrem Umfeld. Bäume werden nur nach Absprache mit den Elfen oder weisen Frauen geschlagen und Tiere nur für den Eigenverbrauch, aber nie zum Überfluss oder Handel gejagt.
V.I. Kleines Herbarium der Baronie
Die Lande der Baronie werden vor allem von großen Waldstücken und hügeligen Heiden dominiert. In den dichten Wäldern finden sich eine Vielzahl verschiedener Bäume. Nadelbäume, wie Tannen und Kiefern mögen dabei zwar das Gro stellen, doch sind diese in beinahe jedem Waldstück mit Weiden, Eichen, Ahorn und Ulmen durchmischt. Zwischen den Riesen des Waldes und dem allgegenwärtigen Efeu vermögen die Waldbeerensträucher Wanderer und Tier zu erfreuen: besonders häufig findet man Him- und Brombeersträucher, sowie auch Hagebutten, Schlehen und Weißdorn. Vereinzelt können sogar Wald-Erdbeeren gefunden werden.
Auch Kräuterkundler kommen auf ihre Kosten. Alraunen und Wirselkraut wird ebenso häufig gefunden wie Brennnesseln und Sauerklee. Auf den Heiden an Wasserläufen findet sich seit einigen Götterläufen auch das gefährliche Libellengras.
Dass Weidenhag gemeinhin auch als von der Lieblichen geküsst gilt, zeigt sich auch in der Pflanzenwelt: so finden sich in der Baronie auch des Öfteren Rosen, Rahjanisbeeren und selten sogar Rahjalieb.
Auf den Feldern und in den Gärten der hiesigen Bauern werden vor allem genügsame Früchte gepflanzt. Hierbei wird vor allem auf Dinkel, Hafer, Roggen und Rüben zurückgegriffen. In den hauseigenen Gärten finden sich Bohnen, Kohl, Erdäpfel oder Erbsen.

V.II. Kleines Bestiarium der Baronie
Die Tierwelt Weidenhags ist ebenso abwechslungsreich und vor allem der jagdbegeisterte Adel erfreut sich an den Horden von Damm- und Rotwild, oder Kleinwild wie Hasen, Dachse und Biber, die vor allem an den Wasserläufen oft zur ärgerlichen Plage werden. Wehrhafte Jagdbeute stellen die hiesigen Schwarzkittel dar, die vor allem in der Brunftzeit und im Frühling, im Beisein der Frischlinge, ein großes Maß an Aggressivität zeigen. Dem Menschen seine Beute streitig machen vor allem Waldwölfe, Bären, die sehr gerne in der Nähe der fischreichen Flüsse hausen, sowie die eher ungefährlichen Füchse, Luchse und Wildkatzen. In den dunklen Wäldern finden sich Populationen von Waldspinnen und Schrötern, die dem Menschen ebenfalls nicht wohlgesinnt sind. Ebenso wenig wie die in marginal auftretende Zahl an Baumdrachen.
Als domestizierte Haustiere hält der Weidenhager vor allem die hiesigen Milchschafe, Ziegen, Hühner und Schweine. Als Nutztiere darüber hinaus auch Ponys, Pferde, sowie Hunde und Katzen.
Die Lüfte der Baronie beherrschen Falken, Uhus, Eulen und Kauze, während Amseln und Drosseln die Luft mit ihrem lieblichen Gesang erfüllen und die Finken den Wanderer in den Wäldern beobachten. Selten verirren sich auch Harpyien und kleinere Drachen aus dem benachbarten Hzgl. Weiden in den Weidenhager Luftraum.
Auch magische Kreaturen finden sich in den weidenhager Landen zuhauf. Hinter jedem größeren Baum oder jeder Stromschnelle wird ein Wurzelbold, Baumgeist oder eine Nymphe vermutet. Die bekannteste darunter ist bestimmt Lorelei, die Herrin des Weißensees. Die Dûren des Dûrenwaldes gelten als Hüter des alten Waldes und verändern des Öfteren sogar ihren Standort. Herr des Wargenforsts ist eine schwarze Wargenkreatur, die von den Weidenhagern respektvoll gefürchtet wird. Ebenfalls im dunklen Wargenforst mag der mutige Wanderer auch den ein oder anderen Biestinger, Sylphen oder die ein oder andere Blütenfee antreffen. Nähert man sich den hochelfischen Ruinen, mag der Unvorsichtige auch die Aufmerksamkeit der Lynciden auf sich ziehen.
In den Ruinen der Höfe der Wargenkuppen geht auch manch ruhelose Seele um, die sich trotz großer Anstrengungen der Kirchen noch nicht austreiben ließen und deren Klagelieder in manch ruhiger Nacht, in welcher das Madamal im Rad steht, über die Land klingen.
VI. Götter und Heilige
"Große Göttin Siegensreich, unfehlbares Schwert Alverans, starker Schild Melliadors - Rondra!"
"Heil und Ruhm sei dir und deinem mächtigen Walkür! Mythrael, Tigerhäuptiger Helfer in der Not. Erfülle unsere Herzen mit Unbeirrbarkeit und Mut zu tun, was uns vorherbestimmt. Deinem Brandschwerte gleich sei unser Zeugnis - rein und unaufhaltsam. Lass´ uns nicht zagen, denn wir streiten und wir wahren allein zum Ruhm der großen Göttin Donnergleich. Darum, oh Walkür, empfehle uns der großen Leuin Alverans! Es sei!"
"Brüder … Schwestern … heute wird der Sturm den Namen Matissas tragen ... am Tage, der der Heiligen geweiht ist, werden wir uns ihrer Geschichte und ihres Opfers erinnern. Denn der Kampf, den wir Weidener führen, ist immer noch derselbe und ihre Standhaftigkeit und Opferbereitschaft soll uns allen zum Vorbild gereichen."
"Große Göttin, niemals ermüdende Wächterin auf Alverans Zinnen, mächtige Beschirmerin der Himmelspforte Melliador! Lass uns ausdauernd wachen, mit wachem Geist, starkem Arm und der Opferbereitschaft deiner Dienerin Matissa. Kein Bedürftiger soll abgewiesen sein, und aller Feind vor Weiden fallen!"
- aus der Andacht zu Ehren Sankta Matissas im Dorf Dûrenbrück, neuzeitlich
Der Glaube an die Götter ist einer der wichtigsten Inhalte im Leben eines Weidenhagers überhaupt, weshalb die Kirchen und ihre Würdenträger einen sehr hohen Stand innerhalb der Baronie haben - vielmehr sind sie oftmals nicht hinterfragenswürdige Respektspersonen. Besonders (selbst für weidener Verhältnisse) stark ausgeprägt ist in Weidenhag auch der Heiligenkult. Der Meinung der Weidenhager nach versteht sie niemand so gut wie jene Personen, die einst auch in ihren Breiten gelebt haben und welche besseren Fürsprecher gäbe es für sie dann an der Seite der Götter?
VI.I. Die Kulte der Zwölf
Rondra und Travia sind die beiden wichtigsten Götter in den Herzen der Weidenhager. Die himmlische Löwin wird dabei durch alle Stände verehrt und gilt als Schutzgöttin Weidens und somit auch Weidenhags. Mit Sankta Matissa meint man sogar in einer Tochter Weidenhags den Nachweis zu haben, dass der Glaube an die Leuin nicht nur dem Schwertadel vorbehalten ist, sondern sie auch einfache Menschen erwählt, die des Kämpfens nicht mächtig sind. Beim Adel stellt Rondra sogar die unumstritten wichtigste Gottheit dar.
Die gütige Eidmutter, wie Travia gerne genannt wird, gilt dem sehr familiären Weidenhager als Hüterin der Familie und des Heims. Auch gilt sie als Hüterin der Schwüre, Eide und der Freundschaft. Die Kirche der Travia ist eng verbunden mit dem Weidenhager Baronshaus.
Den beiden nicht viel nachstehend, wird auch der gebenden Peraine ein großes Maß an Verehrung entgegengebracht. Die Göttin sorgt dafür, dass Vieh und Äcker fruchtbar und die Familie gesund bleibt. Sie übernimmt damit auch die Aspekte Tsas im Glaubensbild. Ihre Kirche unterhält auf Weidenhager Boden ein Kloster und stellt somit die größte Anzahl an Kirchenangehörigen in der Baronie.
Auch der Kult der schönen Rahja stellt eine nicht unerhebliche Größe innerhalb der Glaubenswelt der Weidenhager dar, verstehen sie ihr Land doch als von der Ewigschönen erwählt. Sankt Perdan, einer ihrer Heiliger, gilt als Schutzheiliger der Baronie, dem die Göttin auf Weidenhager Boden einst begegnet sein soll.
Respektvoll gefürchtet wird der grimmige Firun, der das Land so lange in seinem eisigen Griff hält und nicht selten Not und auch Tod mit sich bringt. Dennoch gilt der eisige Vater in Weidenhag auch als Herr über die Wälder und die Tiere darin, die eine der Lebensgrundlagen der Baronie darstellen.
Der stürmische Efferd gilt als Rondras Gemahl, ist Herr der Flüsse und Stürme und wird gerade für Letzteres auch gefürchtet - vor allem wenn er mit der stürmischen Löwin Hochzeit hält.
Von den Handwerkern erfährt auch Ingerimm einiges an Verehrung und auch die Ritterinnen und Ritter mögen den feurigen Vater preisen, wenn die Rüstung oder das Schwert besonders gut gelungen ist.
Der dunkle Boron hat in Weidenhag jedoch einen schweren Stand. Die Menschen nennen aus ihrem tiefen Aberglauben heraus nicht einmal seinen Namen und die Totenriten werden zwar im Namen des dunklen Vaters, doch stets nach den Riten Rondras, Travias oder Peraines vollzogen.
Praios, Phex, Tsa und Hesinde sind den meisten Weidenhagern zwar namentlich bekannt, erfahren für gewöhnlich jedoch keine Verehrung, auch wenn es auch hier ab und an Ausnahmen geben mag.
VI.II. Andere Kulte
Neben den Zwölfgöttern erfährt vor allem die milde Ifirn Verehrung. Sie gilt als die Tochter des grimmen Firun und auch als einzige, die dessen eiskaltes Herz zu erwärmen vermag. Dadurch wird die Göttin als ein Garant für das Leben in der oft so unwirtlichen Gegend gesehen. Da sie oftmals auch für die Pflanzen- und Blumenwelt, sowie tierische Fruchtbarkeit steht, teilt sie sich die Aspekte Tsas mit Peraine.
Ebenfalls der Natur nahe steht die Göttin Satuaria, die nicht immer nur von ihren Töchtern Verehrung erfährt, sondern oft auch als Mittlerin zwischen Menschen und der Natur gesehen wird. Genauso wie es nicht selten vorkommt, dass die Bewohner Weidenhags von Furcht oder Respekt getrieben Fluss- oder Waldnymphen an kleinen Altaren Opfer bringen, um sie sich gewogen zu halten.
Im Verborgenen scheint auch der Kult der blutroten Rondra wieder mehr Zulauf zu erhalten, wiewohl diese ebenfalls als Schnitter bekannte Sekte von Adel und Rondrakirche bekämpft wird.
VI.III. Die Heiligenverehrung
Beinahe unerschöpflich scheint der Sagenschatz, der voll von lokalen Heiligen und Persönlichkeiten ist und deren Taten zum Anlass genommen werden, ihnen als Vorbilder und Fürsprecher nachzueifern. Innerhalb Weidenhags gibt es vier bekannte Heilige, die den Göttinnen Rahja, Rondra, Peraine und Ifirn zugeordnet werden, neben schier unzähligen anderen, die oft nur in Dorfgemeinschaften oder seltener bloß innerhalb von Familien bekannt sind. Niedergeschriebenes zu diesen Heiligen existiert wenig und die allermeisten Weidenhager könnten diese Aufzeichnungen sowieso nicht lesen - das Wissen wird vor allem mündlich von einer in die nächste Generation weiter getragen. Die bekanntesten Heiligen Weidenhags sind wie folgt:
| Heiliger: | Gottheit: | Aspekte: | Tempel/Schrein: |
| Sankt Perdan | Rahja, Rondra | Aufopferung, Grenzenlosigkeit, Minne | Tempel der Heiligen Rosen |
| Sankta Matissa | Rondra | Standhaftigkeit, Opferbereitschaft, Mut | Saladûra Sancta Matissa |
| Sankta Perainme | Peraine | Fürsprecherin gegen Krankheit | Kloster Sankta Perainme |
| Sankt Yann | Ifirn | Gegen Gefahren in Wildnis, für sichere Heimkehr | Schrein bei Mittenwalde |
VI.IV. Wundersame Orte
Glaubt man den Sagen der Gegend, dann haben bereits zwei Göttinnen ihren Fuß auf Weidenhager Boden gesetzt. Orte, die, wenig überraschend, als Heiligtümer verehrt werden. Bekanntestes Heiligtum der Baronie ist demnach der Rosenhügel im Dorf Wargentrutz, auf dem sich die Statue der Liebenden und die der Göttin Rahja heiligen Rosen befinden. Hier soll die Liebliche einst in Gestalt eines Paradiesvogels dem liebenden Paar Perdan und Alari zur Hilfe gekommen sein, sodass sie ihren Häschern entgehen konnten.
Auch eine Waldlichtung im Dûrenwald soll einst einmal ein Ort gewesen sein, der von einem göttlichen Wesen beehrt wurde. Im Hain der Weißen Maid traf der Sage nach der Jäger Yann auf die leibhafte Ifirn, die dort das Verschwinden ihrer Tochter Lidari betrauerte. Auch heute noch soll eben jener Ort, an dem Ifirns Tränen Dere berührten, immer jagdbares Wild anlocken, was die Menschen in strengen Wintern schon des Öfteren vor dem Hungertod bewahrt hat.
An der Düsterfurt über den Pergel, nahe dem Dorf Pergelfurt, erfuhr einst die schwer an der Gicht erkrankte Bäuerin Perainme Hartung die Gnade der Heilung, weshalb sie der Göttin Peraine zum Dank - mit eigener Hände Arbeit - ein Kloster errichtete. Auch wenn die Kirche diese Heilung niemals als Wunder der Göttin anerkannt hat, suchen viele kranke Menschen die Mauern des Wehrklosters auf, um um Heilung zu bitten.
Unweit des Dorfes Dûrenbrück soll sich auch die Grabstätte der Heiligen Matissa finden, welche zu ihrem Feiertag am 24. Peraine aufgesucht wird. Auch wenn man der Stätte keine Mächte nachsagt, pilgern nicht wenige Gläubige an den Ort um die Fürsprache der Heiligen zu erbitten.
Tief verborgen im Hohenforst soll sich der Bau des Silberfuchses Rajok befinden. Dass die gewählte Heimstatt des Boten von Firuns wilder Jagd ein beliebtes Pilgerziel unter Anhängern des Alten vom Berg wäre, verwundert demnach nicht, doch kann man jene Menschen, die mehr über diesen Ort wissen, als eben jene losen Gerüchte, die um den Forst die Runde machen, wohl an einer Hand abzählen. Ob es sich tatsächlich um ein Heiligtum Firuns, geschweige denn den Bau eines Alveraniaren handel, ist ebenso unbekannt wie der genaue Standort. Einzig dem Hochgeweihten von Ulmenau sagt man nach, dass er um Lage und Natur dieses Ortes bescheid weiß, doch hüllt er sich dabei in firungefälliges Schweigen.
VI.V. Wichtige kirchliche Würdenträger
Einen sehr hohen Stand innerhalb der Baronie haben die Dienerinnen und Diener der Zwölf. Sie gelten den Menschen als Ratgeber, Verbindung zu den Göttern und Begleiter in allen Lebenslagen - kurzum, sie sind innerhalb Weidenhags nicht zu hinterfragende Respektpersonen, gleich welchem der Zwölf sie ihre Leben geweiht haben.
Hochzeit im Hag des göttlichen Herdfeuers
Travine von Weidenhag
Hochgeweihte der Travia (Mutter) im Hag des göttlichen Herdfeuers
Travine ist als jüngere Schwester des Altbarons Andîlgarn von Gugelforst nicht nur Hochgeweihte der in Weiden sehr einflussreichen Kirche der göttlichen Eidmutter, sondern als Baroness auch Angehörige des Hochadels. In ihren Augen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie einiges an Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Baronin hat, doch entfernte sie ihre Nichte Gwidûhenna still und heimlich von ihrem engeren Zirkel am Baronshof. Eine Tatsache, die zu einem leicht angespannten Verhältnis zwischen den beiden einflussreichen Frauen führte.
Leudara Aldieri von Rhodenstein
Hochgeweihte der Rondra (Schwertschwester) im Saladûra Sancta Matissa
Die gebürtige Balihoerin aus dem Haus derer vom Dürrntann ist eine sehr zugängliche Angehörige ihrer Zunft. Im Sinne der Heiligen Matissa, der zu Ehren ihr kleiner Tempel auch geweiht wurde, steht sie der offenen Strömung der Salutaristen nahe. Leudara wurde über die letzten Götterläufe immer öfter auch von der Baronin um Rat gefragt, weshalb ihr Einfluss im Wachsen begriffen ist.
Perainlieb von Pergelfurt
Hochgeweihte der Peraine (Hüterin der Saat) und Äbtissin des Klosters Sankta Perainme zu Pergelfurt
Die alternde Perainlieb ist nicht nur bereits seit einigen Jahrzwölfen eine Institution in den fruchtbaren Landen der Wargenkuppen, sondern auch das Familienoberhaupt der einflussreichen Junkerfamilie derer von Hartungen-Düsterfurt. Die Bauern der Baronie sehen in ihr Fürsprecherin und Verbündete - auch gegenüber den Interessen des Adels.
Rahjania Al-Azila ay Fasar
Hochgeweihte der Rahja (Gastgeberin der Leidenschaft) im Rosentempel
Lange Zeit galt Rahjania, die aus einem Elendsviertel ´der Erhabenen´ Fasar stammt, als Fremdkörper in Weidenhag, prallten hier doch Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Inzwischen jedoch haben die Menschen der rückständigen Baronie ´ihre Tulamidin´ ins Herz geschlossen und sehen sie als eine der Ihren. Nicht nur kümmert Rahjania sich aufopferungsvoll um das Heiligtum und die Pilger, sie steht auch den Wargentrutzern bei ihren alltäglichen Problemen bei.
VII. Der Adel Weidenhags
"Täusche dich nicht, denn die Familien Weidenhags sind bei Weitem nicht von solch einer Einigkeit gesegnet, wie du glaubst und es der gütigen Mutter gefällig wäre. Auch wenn die gegenwärtige Baronin alles daran setzt, jene Gräben zuzuschütten, die Fehden und Jahrzwölfte lange Missgunst aufgerissen haben, schwelt im Verborgenen dennoch der alte Zwist.
Auch wenn die Baronsfamilie den Junker von Wargenforst eng an sich gebunden hat, agitieren die Welkensteiner aus Dornstein wie gehabt und scheinen alle aus der Familie zu verbannen, die eine Aussöhnung mit den Gugelforstern möchten. Bei den Düsterfurtern scheint die Opposition gegen die Baronin immer auf fruchtbaren Boden zu fallen, auch wenn die einflussreiche Junkerin sich davor hüten mag, offen aufzubegehren. Die Familien Hadamar und Wolfenthann stehen nach außen hin unerschütterlich hinter den Gugelforstern, doch verdanken sie ihre Ämter und Würden den Welkensteinern.
Wie fest diese Allianzen demnach sind, ist unbekannt, auch wenn die Häuser bisher noch keinen Anlass gegeben haben ihnen zu misstrauen."
- gehört auf Gut Hag, neuzeitlich
Auch wenn es weitestgehend so scheint, ist der Adel Weidenhags keine Einheit. Die umstrittene Entlehnung des Sohnes des letzten Welkensteiner Barons im Jahr 945 BF sorgt immer noch für Spannungen zwischen den einzelnen Adelsfamilien, auch wenn die Baronin es die letzten Jahre - auch durch gewagte Entscheidungen und einige Zugeständnisse - schaffte die Lage weitestgehend zu entspannen.
Große Teile der kleinen Baronie sind seit schon sehr langer Zeit an Vasallen vergeben. Die belehnten Familien zeichnen sich dabei durch Stolz, Göttergefälligkeit, Bescheidenheit und Treue aus. Seit jeher stellen die Junker von Düsterfurt die mächtigsten Gefolgsleute der Barone von Weidenhag, sitzen diese doch im fruchtbaren Herzen der Baronie und gebieten über einen großen Teil der Wargenkuppen.
Die Junker von Biberwald und Wargenforst zeichnen sich für große Waldstücke verantwortlich: behüten die Biberwalder einen Teil des Hohenforsts im Sinne Firuns und Ifirns, so garantieren die Junker von Wargenforst die Ruhe in und um den verwunschenen Wargenforst. Den südlichsten Teil der Grafschaft bildet das Landedlengut von Südhag. Für gewöhnlich tragen die Barone von Weidenhag ebenso den Titel der Landedlen von Südhag. Das Jagdgut der Herrscher Weidenhags findet sich im kleinen, aber sehr lieblichen und vor allem wildreichen Weidenwald, welcher von einem Ritter (in Personalunion auch Jagdmeister) verwaltet wird. An der Grenze nach Greifenfurt halten seit jeher die Ritter zu Dûrenbrück Wacht.

VII.I. Calendarium
VII.II. Hofhaltung der Baronie

Die weithin geachtete Baronin Gwidûhenna von Gugelforst hat den Weidenhager Hof nach ihrem Amtsantritt im Stil südlicherer Adelshöfe umgestaltet und sich einen Beraterstab geschaffen, welcher aus Personen besteht, denen sie uneingeschränktes Vertrauen entgegen bringt. Dominierten unter Andîlgarn von Gugelforst noch Ritter und Jägersleute den Hof, so gibt man sich heute weltoffener und kunstsinniger. Die hiesige Baronin lädt sehr gerne auch einmal Barden, Musiker oder Maler an ihren Hof und hat sich in Künstlerkreisen schon den Ruf einer Gönnerin erworben. Dennoch ist das notorisch klamme Säckel der Baronin öfters ein Hemmschuh und führt dazu, dass die Ämter meist mit Angehörigen der Familie besetzt wurden, oder Personen am Hof multiple Aufgaben zugeschanzt bekommen.
Gwidûhenna Dythlind Traviata von Gugelforst
Baronin von Weidenhag, Hzgl. Landedle von Südhag
Die Baronin ist eine gebildete Frau, die jedoch, als eine der wenigen ihrer Weidener Standesgenossen, keine Knappschaft durchlaufen hat. Dennoch schafft sie es, dass ihr sowohl von Schutzbefohlenen, als auch dem Schwertadel ein hohes Maß an Respekt entgegengebracht wird.
Inja Farlgard von Sunderhardt
Truchsessin am Baronshof
Als Truchsessin (Haushofmeisterin) organisiert der Abkömmling einer verrufenen Sichelwachter Familie die Haushaltung des adligen Hofes. Inja, die auch Schwägerin der Baronin ist, kümmert sich um das Zusammenspiel aller Hofämter und ist die Hauswirtschafterin für die Güter und den Sitz der Baronin von Weidenhag. Es ist der wichtigste Posten für den geregelten Ablauf des gesamten Hofes. In Abwesenheit der Herrscherin führt sie die Geschicke des Hofes. Darüber hinaus bringt die Truchsessin den Pagen und Knappen die Grundlagen der Hauswirtschaft bei, um diesen zu ermöglichen, später einmal ihren eigenen Hof und Haushalt zu führen. Ihre Ausbildung erfuhr Inja am Hof des Grafen der Sichelwacht, wo sie ihre Kindheit und Jugend als Friedgeisel lebte.
Wilfred Ivirdan von Gugelforst
Hausmarschall und Waffenmeister
Der Hausmarschall hat den Befehl über die Bewaffneten der Baronie inne, kümmert sich um die Ausbildung der Landwehr und auch um die militärische Unterweisung der Knappinnen und Knappen am Baronshof. Gegenwärtig wird dieses Amt vom streitbaren Bruder der Baronin bekleidet.
Saginta Belladonna von Ulmentor
Kämmerin der Baronie
Als Kämmerin ist die gebürtige Nordmärkerin nichts weniger als die Schatzmeisterin des Lehens. Das Wort bedeutet 'Kammerherr / Kammerfrau' und war ursprünglich der Schlüsselverwalter. In dieser Funktion ist der Kämmerer auch Schlüsselbewahrer der Schatztruhe und kümmert sich um die Finanzen der Adelsgutes samt Ein- und Ausgabenverwaltung.
Travegunde Hildelind von Weidenhag
Küchenmeisterin und Cellaria
Die Küchenmeisterin ist Herrin über Küche und Keller, was feste Nahrung anbelangt. Ihre Künste sind ein Aushängeschild des Hofes bei Empfängen und Gastungen, aber ihre Fähigkeit, auch deftige Hausmannskost für eine hart arbeitende Besatzung des Hags im Winter zu zaubern, ist ebenso gefragt. Sie ist neben der Beaufsichtigung der Küche und des Küchenpersonals auch für den Einkauf und die Vorratshaltung der (festen) Nahrungsmittel zuständig. Hand in Hand mit diesem Amt geht jenes der Cellaria, die sich um die Versorgung des Hofes mit Getränken kümmert. Travegunde, die diese beiden Ämter bekleidet, ist eine Base der Baronin und dient im Tempel am Hag als Geweihte der Travia.
Travian Nordhager
Scriptor (Schreiber und Rechenmeister)
Der Scriptor führt die Chronik und Bücher der Baronie. Der aus der Stadt Nordhag stammende, bürgerlich geborene Travian bekleidet zudem auch noch das Amt des Dorfschulzen im Hauptort der Baronie. Er hat eine umfassende Ausbildung genossen, beherrscht mehrere Sprachen und kann leserlich schreiben. Der geheime Geweihte des Phex lehrt Pagen und Knappen am Hag die Kunst des Schreibens und der Kalligraphie.
Dÿlga Fioa vom Blautann
Leibzofe der Baronin von Weidenhag
Die junge Dÿlga ist der Baronin Gesellschafterin, wichtige Vertraute, Botin für Nachrichten und Beauftragte für alles, was das direkte Lebensumfeld der Herrschaft anbelangt. Sie kümmert sich auch um das äußerliche Auftreten Gwidûhennas.
Travine von Weidenhag
Hofkaplanin der Baronie
Die Hofkaplanin kümmert sich um das Seelenheil der Bewohner des Hofes, alle kirchlichen Angelegenheiten und ist Beisitzerin, wenn die Herrschaft Gericht hält. Die klerikalen Aufgaben am Hof werden von der Travia-Hochgeweihten Travine von Weidenhag ausgeführt, die ebenfalls dem Hag des göttlichen Herdfeuers vorsteht.
Olin Grünstein
Jagdmeister
Der Jagdmeister organisiert die Jagden der Herrschaft und kümmert sich darum, dass keine Wilderer ihr Unwesen treiben oder dass, wenn doch, diese gefangen und, falls lebend, der Herrschaft überstellt werden. Dieses Amt wird stets in Personalunion vom Ritter Weidenwalds bekleidet. Da dieser von einem Gutsvogt vertreten wird, füllt dieser ebenfalls das Amt des Jagdmeisters aus.
Sigiswild Rondreich von Stelzberg
Herold der Baronin von Weidenhag
In Weidenhag dient der Herold primär als Bote und Gesandter in politischen Verhandlungen, zu denen die Baronin keine Lust oder keine Zeit hat. Sigiswild, der dieses Amt neben der Tätigkeit als Dienstritter bekleidet, ist auch für die Verkündung der Erlasse der Herrschaft zuständig.
Alina Janiha Pernilla von Gugelforst
Magische Beraterin am Baronshof
Offiziell gilt die magische Beraterin Alina, die dem darpatischen Zweig des Hauses Gugelforst angehört, als eine einfache Gesellschafterin und Hofdame. Inoffiziell steht die Tochter Satuarias der Baronin als Beraterin zur Seite, wenn es um magische Phänomene oder um den Kontakt zu den örtlichen Hexenzirkeln (Unkenbund und Blautannzirkel) geht.
Hausritter:
Jarlan Leuemann von Gernbach
Algrid Derlinde Blaubinge von Pergelgrund
Rondred von Foldenau
Die Dienstritter am Hag sind ohne eigenes Lehen und der Herrschaft direkt verpflichtet. Sie dienen dem Hofmarschall, sorgen für Sicherheit und bilden Knappen aus.
Knappen und Pagen:
Arika von Schweinsfold (*1025 BF; Knappin) bis RON 1046 BF
Aldifreid von Falkenstein (Knappe)
Waldemar von Hartungen-Düsterfurt (*1034 BF; Knappe)
Herdan von Welkenstein (*1033 BF; Knappe)
... und weitere
Seit Generationen schon ziehen die Weidenhager Barone sehr viel Stolz aus ihrer Knappenschule. Aus dem ganzen Reich wurden hier bereits Knappen ausgebildet - die Ausbildung ist sehr fundiert und wird von den Dienstrittern durchgeführt.
VII.IV. Die Adelsfamilien
Familie Gugelforst

Besitzungen in Weidenhag: Baronsfamilie, Landedlengut Südhag
Wichtige Angehörige in der Baronie: Baronin Gwidûhenna von Gugelforst, Ritter Wilfred von Gugelforst, Hochwürden Travine von Weidenhag
Einfluss: Immens
Das Baronshaus stammt ursprünglich vom Fuß der Trollzacken in der heutigen Rabenmark. Durch geschickte Heiratspolitik fasste man in den Bärenlanden sehr schnell Fuß und vor allem jene Bündnispolitik und die gelebte Nähe zu den Geboten und der Kirche der gütigen Eidmutter führten sehr schnell dazu, dass man sich einer hohen Meinung im Herzogtum erfreuen darf. Lange gab es innerhalb der Baronie Spannungen mit Parteigängern der Familie Welkenstein, doch schlussendlich konnte die gegenwärtige Baronin diesen Missstand nachhaltig beenden, weshalb Weidenhag einer positiven Zukunft entgegen blicken kann.
Familie Welkenstein

Besitzungen in Weidenhag: ehemalige Baronsfamilie, Junkergut Wargenforst, Rittergut Dûrenbrück
Wichtige Angehörige in der Baronie: Junker Feyenhold von Welkenstein, Ritter Wulfhelm von Welkenstein, Ritterin Waindis von Welkenstein
Einfluss: Groß
Die langjährige Baronsfamilie kam einst durch Rohal den Weisen höchstselbst zu Amt und Würden. Seit eben diesen Gründungstagen besticht die Familie mit ihrem - verglichen mit den typischen Adelshäusern der Mittnacht - besonderen Lebensstil. Man gibt sich kunstsinnig und stand immer schon dem Volk der Elfen nah, dem man angeblich auch entstammen soll. Die Entlehnung des Baronstitels hat die Familie in eine tiefe Krise gestoßen, die von Uneinigkeit und Fehden gezeichnet war. Immer noch gibt es einen tiefen Riss zwischen den Familienzweigen in Weidenhag und Dornstein, doch bindet sich vor allem der erstere Zweig in Freundschaft an seine ehemaligen Gegner.
Familie Hartungen-Düsterfurt

Besitzungen in Weidenhag: Junkergut Düsterfurt, Kloster Sankta Perainme
Wichtige Angehörige in der Baronie: Junkerin Rovenna von Hartungen-Düsterfurt, Hochwürden Perainlied von Pergelfurt
Einfluss: Ansehnlich
Die kleine Familie ist stolz auf ihre einfache bäuerliche Herkunft. Sie berufen sich auf die regionale Heilige Perainme Hartung, die der Göttin einst gar ein Kloster aufgebaut hat. Eben jenes fruchtbares Land, das diesen Sakralbau umgibt befindet sich schon sehr viele Generationen in Besitz der Familie. Da es sich dabei um eines der wenigen fruchtbaren Gebiete in der Grafschaft handelt, ist dieser Landbesitz ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor. Dementsprechend selbstbewusst geben sich die Angehörigen der Familie auch, ecken gerne einmal bei Standesgenossen und der Baronin an und verstehen sich selbst auch als Fürsprecher der Bauern und Leibeigenen.
Familie Hadamar von Biberwald

Besitzungen in Weidenhag: Junkergut Biberwald
Wichtige Angehörige in der Baronie: Junker Rodunk Hadamar von Biberwald, die Schwarze Henya aus dem Hohenforst
Einfluss: Hinlänglich
Auch die Familie Hadamar erfreut sich nicht wirklich einer großen Kopfzahl. Ein Umstand, mit dem viele der Heldentrutzer Familien zu kämpfen haben. Dabei sind die Biberwalder Schwertadel wie er im Buche steht. Einst erstritten sie sich Adelsstand, Ahnname und sogar ein erbliches Adelsgut. Bis zum heutigen Tag haben sie sich ihre Kampfkraft, Göttergefälligkeit und auch Loyalität behalten und werden dafür auch geschätzt.
Familie Blaubinge

Besitzungen in Weidenhag: Vogtenwürde von Südhag, Rittergut Zirkenstadingen
Wichtige Angehörige in der Baronie: Ritter Heldar Blaubinge von Blauenstein, Ritter Ailfir Blaubinge von Pergelgrund
Einfluss: Hinlänglich
Die kopfstarke Familie aus der gleichnamigen Baronie hält überall im efferdwärtigen Weiden die verschiedensten Ämter und Lehen. Seit einigen Generationen schon halten die Blaubinger die Vogtwürde über das Landedlengut Südhag, das stets von den Baronen von Weidenhag gehalten wird. Auch im Gefolge der Junker von Düsterfurt fasste die Familie kürzlich Fuß und wurde mit dem kleinen Rittergut Zirkenstadingen am Rande des Wargenforsts belehnt.
Familie vom Blautann

Besitzungen in Weidenhag: Rittergut Weidenwald
Wichtige Angehörige in der Baronie: Ritter Wallfried vom Blautann, Dÿlga vom Blautann
Einfluss: Gering
Die Familie wird sogar über die Grenzen der Mittnacht hinaus für ihren makellosen ritterlichen Leumund hoch geachtet, doch sieht man sich selbst in erster Linie als Diener Rondras und Weidens, weshalb man nicht ehrgeizig und großmannssüchtig nach Macht und Einfluss strebt. In Weidenhag halten sie neben dem Rittergut Weidenwald auch die Jagdmeister-Würde, die damit einher geht.
Familie Wolfenthann

Besitzungen in Weidenhag: Rittergut Travienswacht
Wichtige Angehörige in der Baronie: Ritterin Grimmberta von Wolfenthann
Einfluss: Gering
Das kleine Rittergeschlecht hat seine Wurzeln im Gefolge der Familie Welkenstein und ist mit der Wargenwacht belehnt, die die Südgrenze Weidens zur Helbrache schützt. Man steht sowohl Rondra als auch Firun nahe und hat sich den Platz in der zweiten Reihe bewusst ausgesucht.
Andere Adelsfamilien
Im Gefolge der präsenteren Familien der Baronie mag sich so manches anderes auswärtiges Adelshaus finden. So bekleidet beispielsweise die kleine und verrufene Familie Sunderhardt aus der Sichelwacht ein wichtiges Amt am Baronshof - genauso wie das nordmärker Junkergeschlecht derer von Ulmentor. Auch in den Reihen der Dienstritter findet sich die ein oder andere Familie von außerhalb der Baronie (und auch Weidens).
Dass das Bild des Weidenhager Adels über die Jahrhunderte einem steten Wandel unterlaufen ist zeigt nicht nur die Tatsache, dass viele der gegenwärtig in Amt und Würden befindlichen Familie noch vergleichsweise jung sind, sondern eben auch die Zahl jener Häuser, die über die Jahre erloschen sind. Hierbei wären vor allem die Familie derer von Erlwald zu nenne, die lange Jahre mit der Familie Welkenstein um die Vorherrschaft in der Baronie konkurriert haben oder auch die Familie derer von Weidenhag, die Jahrhunderte über den heutigen Hauptort der Baronie geherrscht haben. In jüngerer Vergangenheit hat die Familie vor allem dadurch Aufsehen erregt, dass der letzte lebende Abkömmling eine unstandesgemäße und skandalöse Beziehung mit der damaligen Koscher Erbprinzessin geführt hat. Der gemeinsame Sohn Harrad von Eberstamm-Weidenhag ist Landvogt von Fürstenhort.
VIII. Mysteria et Arcana
"Weidenhag, das Land, wo jene Märchen, die mir meine Amme stets zu erzählen pflegte, wahr zu werden scheinen … Es ist ein Land, das beinahe hinter jeder Ecke ein Mysterium verbirgt und das vor Magie nur so zu sprudeln scheint. Seien es alte elfische Ruinen, Kultplätze der Orks, reine magische Quellen, die von Hüterbäumen oder Waldgeistern geschützt oder von Hexen als Plätze für ihre rauschenden Feste verwendet werden, oder der Zwölfe heilige Haine und Stätten - dieses Land ist Magie … doch nicht nur Orte voller Magie mag man in diesen Breiten finden, sondern auch zauberkräftige Wesenheiten, wie die Drachen des Finsterkamms, die Dûren geheißenen Hüter besonders reiner magischer Quellen, oder die Nymphen der Seen und Flüsse. In den Tiefen der Wäldern mag man vielleicht gar Angehörige des Feenvolkes und Elementargeister finden, die den Übertritt in andere Globulen oder besonders reine elementare Quellen zu schützen versuchen..."
- Auszüge aus dem Buch der Schlange des Draconiters Marborad Schlangenlob, neuzeitlich
Dieser Teil der Baroniebeschreibung richtet sich an die Meister von Das Schwarze Auge und enthält Wissen, das speziell für den Spielleiter reserviert ist, um euer gemeinsames Spiel in der Baronie Weidenhag auszugestalten.
VIII.I. Magie im Alltag
"... wie soviele Orte, die du nicht betreten darfst? Du hast dich vom Wargenforst fern zu halten, denn nur die Götter wissen, was dort umgeht, wenn selbst die Orks ihn meiden ... im Dûrenwald läufst du höchstens den Elfen vor den Bogen ... oder sogar Schlimmerem, so sollen dort sogar die Bäume umherwandeln ... und der Weißensee ... halte dich bloß vom Weißensee fern ... vor allem wenn der Gesang der Nymphe dich in ihren Bann zu ziehen vermag ..."
- eine Weidenhager Mutter zu ihrem Sohn, neuzeitlich
Magie ist in den Landen Weidenhags allgegenwärtig und nicht wegzudenken, auch wenn die abergläubische Bevölkerung der Baronie diesen Umstand gerne verdrängt oder übermäßig viel Angst davor hat. Vor allem der Dûrenwald und der Wargenforst im Süden, sowie der Weißensee im Norden haben eine besonders starke magische Aura. Im Dûrenwald vermuten Gelehrte besonders reine magische Quellen, im Wargenforst wird als Urheber ein Tor in eine Anderswelt vermutet. Genauso wie im Weißensee, der auch von einer Nymphe behütet werden soll. Ebenfalls als magische Orte verstanden werden die alte Burg Welkensteyn und die Düsterfurt über den Pergel. Als Mittlerinnen zwischen den Menschen und dem Land werden die Töchter Satuarias verstanden, die Elfen des Dûrenwaldes meiden die Weidenhager jedoch.
Sollte ein Spross der Baronie eine magische Begabung zeigen, wird das Kind für gewöhnlich vom Unkenbund ausgebildet - vor allem wenn es sich um ein weibliches Kind handelt. Oft verrohen die Gaben jedoch, da sich die meisten Menschen dieser Breiten nicht um derlei Dinge scheren wollen. Dass Kinder aus Angst vor Madas Gabe auch schon ausgesetzt wurden, kam vor, ist aber selten.
Doch die Menschen sind nicht die einzigen, aus deren Kreisen zauberkundige Personen hervorgehen. Die Elfen des Dûrenwaldes tragen üblicherweise alle Madas Gabe in sich, genauso wie die Schamanen der Orks und einige andere magische Wesenheiten, wie Baumdrachen, Biestinger, Nymphen oder andere Feenwesen.
VIII.II. Die Töchter Satuarias
Töchter Satuarias sind in Weiden keine Seltenheit und auch in Weidenhag finden sich einige Vertreterinnen dieser Profession. Da diese beinahe ausnahmslos dem Unkenbund (auch ´Bund-der-Heilerinnen´) angehören, stehen sie sehr hoch im Ansehen der Weidenhager. Die Frauen des mittelgroßen Zirkels, der seinen Versammlungsort nahe Mittenwalde im Dûrenwald hat, sind allesamt Töchter der Erde und deshalb sehr bewandert in der Kräuter- und Heilkunst. Egal ob etwas zwickt, eitert oder eine Niederkunft bevorsteht - die Weisen Frauen werden von den Menschen sehr gerne aufgesucht.
Auch der Baronin soll die Oberhexe des Zirkels bei ihren Niederkünften zur Seite gestanden haben. Das Vertrauen zwischen den Bewohnern der Baronie und dem Zirkel ist eng und man versteht die Töchter Satuarias auch als Mittlerinnen zwischen dem Land und den Menschen. Gerade in diesem Zusammenhang wird ihr Rat gerne gesucht und auch angenommen, was oftmals auch für den hiesigen Adel gilt, auch wenn dieser es nur in den wenigsten Fällen offen eingestehen würde.
VIII.II.I. Wichtige Persönlichkeiten
Mal verdeckt, mal offen haben die Töchter Satuarias seit Jahrhunderten nicht unerheblichen Einfluss auf das Leben und die Menschen der Baronie. Zwar sind die Hexen heute nicht mehr so einflussreich wie sie es einst einmal gewesen sei mochten, doch mag es immer noch manch Angehörige der Schwesternschaften schaffen, in den Dunstkreis der Adeligen zu gelangen und dem Land so auch einen eigenen Stempel aufzudrücken.
Traute Finsterfrau
Heilerin und Hebamme, Erste des Unkenbundes
Traute, deren Herkunft vollkommen unbekannt scheint, gilt über die Grenzen der Baronie hinaus als hervorragende Kräuterkundlerin, Heilerin und Hebamme und genießt in diesen Funktionen sogar das Vertrauen der Adeligen. Als Erste ihres Zirkels genießt sie den uneingeschränkten Respekt ihrer Schwestern und hält engen Kontakt zum mächtigen Blautannzirkel. Sie lebt in einem Haus am Rande des Dorfes Weidenhag.
Helchtruda aus Mittenwalde
Waldläuferin, Ortskundige im Dûrenwald
Kaum ein Mensch mag sich im geheimnisvollen Dûrenwald so gut zurecht finden wie die junge Traute aus dem Dorf Mittenwalde. Eben für dieses Talent ist die Hexe hoch geachtet, auch wenn das redselige Wesen der lebhaften Frau einem leicht auf die Nerven fallen mag.
VIII.III. Die Elfen
Tief verborgen im Dûrenwald lebt die Sippe Herbstlaub-im-Nebel. Die Sippe gilt als Wächter der Dûren, die wiederum als Schützer besonders reiner magischer Quellen gelten. Nur ihnen sagt man nach, dass sie es schaffen, die träumenden Bäume ruhig zu halten. Die Sippe sucht keinen Kontakt zu Menschen und reagiert auch unleidlich, sollten sich die Rosenohren zu tief in den Wald vorwagen.
Entlang der Flussläufe von Pergel, Dergel und Dornenwasser, sowie am Rand des Forstes scheinen die Elfen die Präsenz der Menschen jedoch zu akzeptieren, so finden sich hier auch genutzte Wege und das kleine Dorf Mittenwalde. Den Wargenforst scheinen die Angehörigen der Sippe jedoch zu meiden, auch wenn sie sich einst bis zum Dorf Wargentrutz vorgewagt hatten.
Im dunklen Forst in der praioswärtigen Baronie finden sich Hinterlassenschaften der hochelfischen Hochkultur, auch wenn davon nicht mehr als ein paar Ruinen dem Zahn der Zeit getrotzt haben. Darunter vermutet man auch die Hinterlassenschaften Sha´Thorms und damit ein Tor zu den Inseln im Nebel. Ob dieses Tor geöffnet ist und wo genau es liegt, ist vielleicht einer Hand voll Menschen bekannt - darunter findet sich der Junker Feyenhold von Welkenstein.
VIII.III.I. Alari-Welkende-Blüte
"Sie saß auf weißem Marmorboden. Vor ihr lag eine Katze, die sie aus schönen grünen Augen heraus musterte. Neben dem Stubentiger zeigte sich das kleine, bewegende Bildnis eines Mannes, der in dunkelblauer Prunkkleidung auf einem weißen Einhorn ritt. Eine magische Illusion, die sie sehr erfreute, die Katze daneben jedoch dazu verleitete, das Bildnis mit ihren Pfoten zu jagen … nur für einige Augenblicke, denn als das Tier merkte, dass seine Anstrengungen vergebens waren, ließ es von seinem Vorhaben ab.
Sie wurde hochgehoben. In ihrem Sichtfeld erschien das makellos schöne Gesicht einer Elfe mit güldenem Haar und tiefen blauen Augen. Nach einem liebevollen Kuss auf ihre Stirn wurde sie anscheinend an eine Schulter gelegt, die ein sternenförmiges Mal zeigte. Ihr Blick ging in den Himmel - wie es schien waren sie hoch über dem Boden, denn in der Ferne sah sie fliegende Schiffe, die erhaben durch die Luft glitten … ein Anblick, der jedoch nur sehr kurz ihre Aufmerksamkeit auf sich zog, denn dann lag eben diese auf einem großen, bunten Schmetterling …
(...)
… sie liebte die Kühle des Wassers, als sie sich wusch und ihre langen blonden Haare auskämmte. Die Finken begleiteten ihr Vorhaben mit ihrem Gesang und heute besuchte sie auch ein junges Rehkitz … neben dem braunhaarigen Mann, der sie, wie so oft, aus der Ferne beobachtete und sich wohl nicht traute, näher zu kommen. Er war hübsch für einen Menschen … sie lächelte ihm zu und winkte ihn heran …
(...)
… “Alari”, brach eine flüsternde, männliche Stimme die beschauliche Ruhe. Auch fand sie sich nicht mehr in den Armen der Elfe, sondern in einem großen Saal. Sie und der Mann in ihrem Rücken schienen alleine. Die Säulen waren hoch und verspielt, die Sonne brach sich in den turmhohen kristallenen Fenstern. “Alari, wir müssen los”, war da wieder die Stimme, doch ließ sie sich von ihrem Weg nicht abbringen. Ihr Ziel lag an der Seite des gläsernen Throns, wo angekommen sie nach einem Zepter griff …
(...)
… der Wind zerrte an ihren blonden Haaren, als sie dem Ross die Sporen gaben und durch den dichten Wald ritten. Fest klammerte sie sich an den muskulösen Körper des Mannes vor ihr, dessen kurze braunen Locken sich durch den Ritt glätteten. Hinter ihnen hörte sie die schnellen Schritte, die näher und näher kamen und in der Dauer einiger Herzschläge auch aufgeschlossen hätten, als sie das Zepter in die Höhe reckte und alles um sie herum in grellem Licht verging …
(...)
… vergnügt lachte die nackte, blonde Frau mit der blau schimmernden Haut auf, als sie den leuchtenden Stein in ihrer Hand drehte. Ein ansteckendes Lachen, denn erstmals seit längerer Zeit konnte auch sie wieder lachen. Hier fühlten sie sich in Sicherheit … auch wenn es nicht für lange ihr Zuhause sein konnte. Das Leben, welches in ihr heranwuchs, mochte hier jedoch eine Chance haben … denn in ihrem Umstand war an eine weitere Flucht nicht zu denken …
(...)
… das kleine Bündel in ihren Armen stieß abermals einen quengelnden Laut aus, als würde es ahnen, was ihm bevorstand. Der braunhaarige Mann streichelte beruhigend ihren Rücken und flüsterte ihr aufmunternde Worte zu. Doch schien es nichts zu helfen … ein nicht versiegender Schwall aus Tränen rann ihr über die ebenmäßigen Wangen … dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, übergab sie der Waldläuferin das Bündel, blieb stehen und starrte noch lange Zeit auf den Ort im nahen Dickicht, durch welches das Bündel und ihre Begleiterin entschwanden …
(...)
… unter ihnen rauschte der Fluss, in ihrem Rücken näherten sich jene Häscher, die ihnen nun schon zwei Sommer folgten … es war zu spät … sie bekam Angst, krallte sich an den braunhaarigen Mann und schrie ihn an, mit ihr in den Fluss zu springen und ihrem Leben ein gemeinsames Ende zu setzen, da erschien ihnen ein leuchtender Paradiesvogel …
(...)
… die Welt um sie herum explodierte in leuchtenden Sternen … der Schmerz raubte ihr den Atem und den Verstand … wieder und wieder trafen sie Tritte des behaarten Fußes in ihrem Sichtfeld … die grunzenden Laute ihres Peinigers, erinnerten sie an eine Art Lachen. Wiewohl sie nicht wusste, ob ihre, durch die tagelange Folter geschundenen Sinne ihr keinen Streich spielten. Mit ihrer letzten Kraft kämpfte sie sich wieder auf ihre Beine hoch. Sie sah in die vielen Gesichter ihrer Leidensgenossen, wie sie sie mit vor Schreck und Trauer verzerrten Gesichtern musterten. Gesichter, die seit Monden zu ihr aufblickten - die sie als eine Art Hoffnungsbringerin ansahen. Dann aber fühlte sie es wieder … diese Kraft, der Mut … ihre rissigen Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und sie hob zu einer Rede an, von der noch hunderte Sommer später berichtet werden würde …
(...)
… man führte sie in den Thronsaal und sie blieb in Respektabstand vor dem Thron des Mannes mit dem wallenden weißen Bart, der weißen Toga und der weißen Kappe. Erst als er ihr zunickte, wagte sie es, sich ihm zu nähern, nur um dann vor dem Mann das Knie zu beugen. Die Augen des Alten lagen auf ihr und sie konnte es deutlich fühlen, dass er mehr in ihr sah, als alle anderen Menschen, denen sie bisher unter die Augen getreten war. Als sie ihr Haupt senkte, legte er ihr, Fayris von Welkensteyn, einen Reif auf ihr blondes Haupt …"
Kaum ein Name findet sich innerhalb der reichhaltigen Sagenwelt Weidenhags öfters als jener von Alari. Die Elfenprinzessin und Geliebte des Helden Perdan wird vielerorts als Urmutter der Weidenhager Lande angesehen. Dabei scheint sich ihre Präsenz nicht nur auf jene graue Vorzeit zu beschränken, aus der wohl auch die bekannte Sage von Perdan und Alari stammen mochte, sondern wird immer wieder auch in andere bedeutende Weidenhager Ereignisse hinein interpretiert. So werden die erste Baronin Weidenhags, Fayris von Welkensteyn oder die heilige Matissa ebenfalls als Reinkarnationen Alaris verstanden - zumindest von den wenigen kundigen (oder fantasievollen) Menschen der Baronie.
Auch in der heutigen Zeit der Weltzeitenwende scheint Alari wieder unter den Menschen zu wandeln, zumindest kursiert dieser Glaube unter den Elfen und auch innerhalb der regionalen Kirche Rahjas.
VIII.III.II. Das Haus Welkenstein
Die ehemalige Baronsfamilie gilt als direkter Nachkomme des Blutes von Perdan und Alari. Die blonden Haare und blauen Augen, welche sich in der Stammlinie bereits seit Jahrhunderten halten, sollen Alaris Erbe sein. Das Haus gilt darüber hinaus auch als Garant dafür, dass die Mächte des Wargenforsts ruhig sind. Sie gelten als Vermittler zwischen den Welten und im Beisein eines Angehörigen der Welkensteiner ist es angeblich immer ungefährlich den so verwunschenen Wargenforst zu betreten. Durch familiäre Verbindungen in der jüngeren Vergangenheit findet sich das Blut Alaris auch in der gegenwärtig herrschenden Baronslinie der Familie Gugelforst und dem Rittergeschlecht derer von Wolfenthann.
VIII.III.III. Die luchsköpfige Göttin
Anders als die heutigen Elfen verehrten deren Vorfahren, die Hochelfen, die Götter Nurti, Pyr, Orima und Zerzal. Nurti als Göttin des Lebens, Pyr als Herrn über die Elemente, Orima als Schicksalsgöttin und Zerzal als Göttin des Krieges und des Todes. Relikte der Verehrung der hochelfischen Götter können immer noch im und um den Wargenforst gefunden werden, auch wenn sie in den allermeisten Fällen bereits zur Unkenntlichkeit verwittert sein mögen. Die alte Baronsburg Welkensteyn mag hierbei eine Ausnahme darstellen. Hier findet sich ein intakter Schrein der längst vergessenen luchsköpfigen Zerzal und in den Anfangszeiten des Bestehens der ehemaligen Baronsfamilie Welkenstein wurde ihnen immer wieder Ketzerei und Verehrung Zerzals vorgeworfen. Heute wird die luchköpfige Kriegerin im Schrein der ehemaligen Baronsburg als ein Bildnis Rondras verehrt.
Auch ihrem Gefolge bestehend aus Lynciden mag bei unvorsichtigem Betreten der alten Ruinen im Wargenforst begegnen, auch wenn dies in den allermeisten Fällen bedeutet, dass die etwa zwei Schritt großen, weißen Luchse mit ihren bernsteinfarbenen Augen das Letzte sind, dem man auf dem Derenrund ansichtig wird.
VIII.IV. Besondere Artefakte
Der Baronsreif Weidenhags ist ein schmuckloser Stirnreif aus Silber, der mit Eisflockenquarzen besetzt ist. Der Sage nach handelt es sich bei den Steinen um Tränen Ifirns, die sie einst am Hain der Weißen Maid, in Trauer um das Verschwinden ihrer Tochter Lidari, vergossen hatte. Man sagt dem Reif nach sowohl die Sinne als auch die Empathie seines Trägers zu schärfen.
IX. Ritt durch die Epochen
"Um durchzusetzen unser, durch Seine Hoheit Herzog Wallfried IV von Weiden, im Angesichte des Herre Praios und seiner zwölfgöttlichen Geschwister, Rondra und Travia voran, verbrieftes Recht künden wir Euch die Fehde.
Am Fuße des Welkensteyns halten unsere Ritter und so es Euch gefällt Dorf und Burg vor Verderben zu hüten reicht heraus die Schlüssel bis zur ersten Praiosstund."
- Fehdebrief des Hauses Gugelforst an das Haus Welkenstein, gegeben 945 BF
Die Geschichte der Baronie ist nicht allzu gut dokumentiert und viele der Vorkommnisse aus der grauen Vorzeit existieren nicht in Buch und Pergament, sondern lediglich im Sagenschatz der Menschen, der von einer Generation an die nächste weitergegeben (und wohl auch stets etwas verändert und ausgeschmückt) wird.
IX.I. Die Urgeschichte
Schon sehr lange vor dem Auftauchen der Menschen wurden die Gebiete des heutigen Weidenhags von intelligenten Rassen beherrscht. So sollen hier vor allem die Schwarzpelze bereits im zehnten Zeitalter gehaust haben.
Tausende Jahre danach expandierten die Hochelfen von den Salamandersteinen aus, zwischen 4600 v. BF und 4100 v. BF, in die Gebiete der heutigen Baronie, wo sie immer wieder mit Orks zusammen stießen und in den düsteren Wäldern gegen so manchen namenlosen Schrecken zu kämpfen hatten. Zu dieser Zeit soll Prinzessin Vernossiel die Siedlung Sha´Thorm der Hochelfen im heutigen Wargenforst gegründet haben, von welcher auch heute noch Fragmente zu finden sein sollen.
Bis zur Ankunft der Menschen in den Weidenhager Gefilden sollte noch einiges an Wasser den Dergel hinabfließen. Die Hochelfen traten ins Licht und um die Flussläufe der heutigen Baronie siedelte das Volk der Auen.
IX.II. Das Alte Reich
Die ersten Menschen fanden kurz nach der Ankunft Isegreins des Alten in Weiden in die Lande der heutigen Baronie Weidenhag. Der Sage nach war es der junge Waldläufer Perdan Weydensteyn, ein Kleinadeliger aus dem Königreich Rommilyser Mark, der von Isegrein gen Efferd ausgesandt wurde. Das Jahr selbst lässt sich heute unmöglich noch genau benennen, doch war es wohl um 470 v. BF als Perdan sich auf dem heutigen - nach ihm benannten - Weydensteyn niederließ und einen Turm errichtete. In diese Zeit fällt wohl auch die Sage von besagtem Perdan - inzwischen ein Tagesheiliger der lieblichen Rahja - und der lieblichen Alari, welcher als Gründungsgeschichte der alten Familie Welkenstein verstanden wird.
Wirklich urbar wurde das Land damals jedoch nicht gemacht und ob zu dieser Zeit Siedlungen gegründet wurden ist heute nicht mehr bekannt. Gegen Ende der Weidener dunklen Zeiten der Orkherrschaft (253 v. BF - 141 v. BF) machte mit der Heiligen Matissa ein junges Mädchen auf sich aufmerksam, dessen Tod 151 v. BF zu einer Revolte gegen die orkischen Besatzer führte, die sich langsam aber sicher zum Flächenbrand entwickelte. Dennoch sollte es noch lange Jahre dauern bis die orkische Gefahr als aus den Weidenlanden gebannt galt.
Erst als 31 v. BF auf Geheiß seiner horaskaiserlichen Majestät Murak-Horas eine Hundertschaft der Orkenzwinger-Legion firunwärts des Dergel stationiert wurde, kam wieder etwas Bewegung in Lande der heutigen Baronie. Der Zenturio Tiberius Alnisilva (Bosp. Erlenwald) erhält den Oberbefehl und begründete damit das inzwischen ausgestorbene Haus derer von Erlwald. Erste Amtshandlung des Befehlshabers war der Bau einer steinernen Brücke über den Dergelfluss, der damals die Grenze zu den, von Orks dominierten Landen der heutigen Heldentrutz bildete.
Das Erscheinen der Autorität Bosparans resultierte in bescheidenen Aufschwung für die Region. Die Gründung der heutigen Siedlungen Dûrenbrück (16 v. BF) und Südhag (12 v. BF) am Dergel fielen in diese Zeit. Als sich Hela Horas´ 1 v.BF zur Göttin erhob, löste dies in den Weidener Landen keine Begeisterungsstürme aus und auch in den kleinen Dörfern am Dergel im heutigen Weidenhag kam es vereinzelt zu Übergriffen gegen die Autorität Bosparans.
IX.III. Das Neue Reich
Nicht lange nach dem Niedergang des hunderttürmigen Bosparans wurde das Legionslager Erlenwald am Dergel aufgegeben, was dazu führte, dass sich in den ersten hundert Götterläufen immer mehr Menschen im Schatten der Trümmer des Lagers ansiedelten. Mit den Elfen des Dûrenwaldes bestand dieser Tage eine enge Freundschaft und das Land stand unter der Herrschaft der Junker von Erlwald, dem letzten Relikt aus der Zeit der bosparanischen Herrschaft.
Um 300 BF gibt es nach der Gründung eines Weilers firunwärts des heutigen Wargenforsts immer wieder Meldungen über Begegnungen mit einer goldhaarigen Elfenmaid und einer schwarzen Wargenkreatur. Der Weiler bekommt deshalb den Namen Wargentrutz. Von der Zeit der Priesterkaiser (347 - 465 BF) blieben die Lande der heutigen Baronie Weidenhag jedoch weitestgehend unberührt, was vor allem auch daher rührte, dass die unumstritten herrschenden Erlwalder sich durch ihre Nähe zum Kult des Götterfürsten auszeichneten.
Nach Ende der Herrschaft der Priesterkaiser wurde die heutige Baronie Weidenhag aus den Landen des herzoglichen Allods Waldleuen gelöst und 475 BF von Rohal dem Weisen zur eigenen Baronie erhoben. Erste Baronin wurde die junge Halbelfe Fayris von Welkensteyn. Die Familie von Erlwald wurde entmachtet und ihr Einflussbereich auf das Rittergut Dûrenbrück beschnitten, was zu gehörigen Spannungen zwischen den beiden Familien führte.
Die kommenden Jahre zeichneten sich durch die Tatkraft und Weitsicht der neuen Baronin aus. Der stets sehr stiefmütterlich behandelte Landstrich wurde der Urbarmachung unterworfen und der Bau von Burg Welkensteyn (475 - 478 BF) sowie des Wehrgutes Hag (482 - 484 BF) in Auftrag gegeben. Nahe der Furt über den Pergelbach gründete sich das Dorf Pergelfurt (491 BF).
Erst mit den Magierkriegen und der abermaligen Orkinvasion (599 BF) schien sich das Blatt für den gedeihenden Landstrich wieder etwas zu wenden. Bis auf wenige Enklaven - allzuvorderst die Burg Welkensteyn, auf welcher die Barone und ihr Gefolge ausharrten - war Weidenhag bis zum Beginn des Jahres 603 BF von den Schwarzpelzen besetzt. Darüber hinaus war die Regierungszeit der Familie Welkenstein eine ruhige gewesen. Man pflegte stets gute Kontakte zum Volk der Elfen und isolierte sich zunehmend vom restlichen Adel Weidens. Mal wurde der Baronsfamilie Heidentum vorgeworfen - so solle man einer luchsartigen Elfengottheit gehuldigt haben - mal war der Lebenswandel der Familie zu lotterhaft gewesen.
Gerade letzteres sollte auch das Schicksal der Familie als Herrscher Weidenhags besiegelt haben. 945 BF war die Überraschung groß, als der letzte Welkensteiner Baron Avon auf dem Totenbett nicht seinen Sohn Menzel, sondern den Ehemann seiner Tochter May zum Nachfolger ernannte. Da der Darpate Erlbrecht von Gugelforst aus einer jungen, der Kirche der Eidmutter nahe stehenden, Familie entstammte, nahmen Herzog Wallfried IV und die Traviakirche den Ball des dementen Avons dankbar auf und entsprachen seinen letzten Willen. Der enttäuschte Erbe Menzel zog sich mit seinen Getreuen auf Burg Welkensteyn zurück und verweigerte die Herausgabe der Baronsburg und der Insignien.
Was folgte war eine langwierige Fehde, in welche sich wenig später auch die Vogtfamilie von Dornstein einbrachte. Bereits 946 BF wurde Burg Welkensteyn vom Baron und seinen Verbündeten genommen und schwer beschädigt. Menzel gelang die Flucht nach Dornstein auf Burg Kauzenstein, welche von seinem Vetter als Junker gehalten wurde. Wiewohl die Kampfhandlungen daraufhin abkühlten, sollte erst Menzels Tod 970 BF die Fehde beenden. Spannungen zwischen den Adelshäusern Weidenhags blieben jedoch bis in die jüngere Vergangenheit bestehen.
Zum Baronssitz wählten die neuen Gugelforster Barone das ausgebaute Gut Hag am Hagweg, um welches sich die kommenden Jahre ein großes Dorf bildete.
Davor sollten jedoch noch die die ersten Weidener Unruhen (963 - 969 BF) die Bärenlande in Atem halten. Wie schnell sich die darpatischstämmige Baronsfamilie in ihren Landen akklimatisiert hatte zeigt die Tatsache, dass sie kurzerhand jede Gewalt gegen das Volk der Elfen unter Todesstrafe stellten. Ein Vorgehen, das nicht überall im Weidener Adel auf Zustimmung stieß.
IX.IV. Die jüngere Geschichte
In den harten Jahren der jüngeren aventurischen Vergangenheit prägten vor allem die letzten beiden Herrscher die Baronie. Andîlgarn von Gugelforst kam schon recht früh an die Macht, da sein Vater im dritten Orkensturm (1010 BF) vor den Toren Lowangens sein Leben ließ. Gemeinsam mit seiner Gemahlin, der Baroness Rodwiga Eichenstein von Saith, führte er die verheerte Baronie aus dem Tal der Zerstörung und des Leids hinaus und erwarb sich dadurch ein hohes Ansehen unter seinen Standesgenossen. Erst während der zweiten Weidener Unruhen (1021 - 1022 BF) nahm sein Ruf als Saubermann erste Schäden, da der Baron sich sehr lange neutral verhielt und kurz auch das Gerücht bestand, er hätte sich mit dem neuen Grafen Rondralrik von der Tann arrangiert. Schlussendlich ist jedoch nur bekannt, dass sich auch Andîlgarn hinter Herzogin Walpurga stellte.
Der neuerliche Orkensturm 1026 BF führte zu einem erneuten Aderlass im Adel der Baronie, als man in der Schlacht vor Nordhag aufgerieben wurde. Weidenhag selbst blieb jedoch vom Schlimmsten verschont. Genauso verhielt es sich auch beim Auftauchen des Drachen Feracinors im Finsterkamm (1032 - 1034 BF). Die Baronie blieb von der Gefahr weithin unbehelligt, der Adel musste im Finsterkamm, beim Heerzug des Grafen, wieder gehörige Verluste einstecken.
Vor allem in der letzten Krise tat sich auch die junge Baroness Gwidûhenna mehr und mehr hervor und vertrat kurzerhand ihren kriegsmüden Vater, der ihr 1034 BF auch die Baronswürde übertrug und seitdem die Herzogin Weidens als ihre Stimme in Greifenfurt vertritt. Was nun folgte waren Jahre des Aufschwungs und des Wachstums.
Erneutes Aufbegehren der Familie Welkenstein beendete sie mit einer Handreichung und der Rückgabe des Stammlehens an einen Spross aus der Familie der Aufrührer - nicht ohne diesen jedoch zuvor eng an sich zu binden. Sie ließ die Tempelanlagen zu Wargentrutz (1039 BF) und Dûrenbrück (1043 BF) erbauen und verlieh dem Baronshof zu Weidenhag einen höfischeren Anstrich, nach dem Vorbild der Hofhaltung im ehemaligen Darpatien. Auch aufkommenden Krisen wie erneuter orkischer Umtriebe an ihrer praioswärtigen Grenze (1039 BF), oder dem Auftauchen der schwarzen Ritterin (1033 - 1039 BF), sowie der Raubritterin Henya (ab 1042 BF) begegnet sie mit einer für Weiden ungewöhnlichen Mischung aus Weitsicht, Intellekt und Fingerspitzengefühl.
IX.V. Herrscher Weidenhags:
(nach deren Herrschaftsjahren)
Die erste Baronin von Weidenhag wurde von Rohal höchstselbst eingesetzt, als dieser im Zuge der Landrechtsreform die heutigen Lande der Baronie aus dem herzoglichen Allod Waldleuen hinaus löste. Die Halbelfe Fayris von Wél’khenn‑S’tain (ein Name, der sehr schnell zu Welkensteyn verschliffen wurde) saß dabei unmenschliche 75 Götterläufe am Thron der Baronie, bevor sie an ihre Urenkelin Hanya übergab. Sitz der Barone war von 478 BF an über Jahrhunderte lang die Burg Welkensteyn, erst 945 BF zog dieser zum Gut Hag im heutigen Dorf Weidenhag.
475 - 550 BF: Fayris ´die Schöne´ von Wél’khenn‑S’tain
550 - 562 BF: Hanya von Welkensteyn
562 - 582 BF: Feyenhold von Welkensteyn
582 - 629 BF: Calaya ´die Ewige´ von Welkensteyn
629 - 632 BF: Calaya II von Welkensteyn
632 - 635 BF: Calaya III von Welkensteyn
635 - 650 BF: Fayris II von Welkensteyn
650 - 678 BF: May ´die Elfe´ von Welkensteyn
678 - 681 BF: Feyenhold II von Welkensteyn
681 - 691 BF: Dyderich von Welkensteyn
691 - 702 BF: Odila von Welkensteyn
702 - 719 BF: Thordenin von Welkensteyn
719 - 721 BF: Thordenin II von Welkensteyn
721 - 732 BF: Isira von Welkenstein
732 - 741 BF: Isira II von Welkenstein
741 - 745 BF: Irmingund von Welkenstein
745 - 761 BF: Gerwulf von Welkenstein
761 - 772 BF: Gerwulf II von Welkenstein
772 - 775 BF: Gerwulf III von Welkenstein
775 - 789 BF: May II von Welkenstein
789 - 803 BF: Perdan von Welkenstein
803 - 816 BF: Fayris III von Welkenstein
816 - 820 BF: Thordenan von Welkenstein
820 - 835 BF: Herdan von Welkenstein
835 - 855 BF: Fayris IV von Welkenstein
855 - 872 BF: Perdan II von Welkenstein
872 - 898 BF: Isira III von Welkenstein
898 - 921 BF: Selinde von Welkenstein
921 - 945 BF: Avon von Welkenstein
945 - 970 BF: Menzel ´der Zornige´ von Welkenstein (als Gegenbaron, nicht anerkannt)
945 - 975 BF: Wolfrat von Gugelforst
975 - 1010 BF: Erlbrecht von Gugelforst
1010 - 1034 BF: Andîlgarn von Gugelforst
von 1034 BF: Gwidûhenna von Gugelforst
X. Heldenwerk
"Die Umstände im Schatten des Finsterkamms haben einen sehr harten und Entbehrungen gewohnten Menschenschlag hervorgebracht. Die Bewohner Weidenhags sind misstrauisch und als Fremder findest du nur sehr schwer einen Zugang zu ihnen, dennoch behandeln sie ihre Gäste der Herrin Travia gefällig außerordentlich freundlich. Hast du jedoch einmal ihre Herzen geöffnet, dann stehen die Weidenhager dir bei - durch dick und dünn und nicht wenige wären sogar bereit, ihr Leben für einen guten Freund zu geben. Der Adel steht Rondra nahe und ist sehr dem Schwerte zugetan und nur wenige … und vor allem Nachgeborene … streben hierbei nicht den Ritterstand an. Die, die es nicht tun, findet man sehr oft in den präsenten Kirchen, weshalb sich in den Tempeln durchwegs auch Sprösslinge des hiesigen Adels finden mögen. Innerhalb der Baronie finden sich auch einige Freibauern, hier auch Wehrsassen genannt, genauso wie es in den Dörfern freie Handwerker, wie Schmiede, Gerber oder Kürschner geben mag. Das Gro der Bevölkerung setzt sich jedoch aus Unfreien zusammen, vor allem handelt es sich hierbei um Bauern, Viehzüchter, Mägde und Knechte. Oftmals läuft man in Weidenhag auch Jägern über den Weg."
- die Aves-Geweihte Alwine Nesselklamm, neuzeitlich
X.I. Vorschläge für Szenarien
Innerhalb der Baronie gibt es für findige Helden und Meister einiges zu tun. Die folgenden Szenarien dienen hierbei als Ideen, die ausgearbeitet werden können.
X.I.I. Das Sankt-Perdansfest
Am Sankt Perdanstag, dem 2. Rahja, finden sich zum Perdansfest in Wargentrutz ständig ein paar wagemutige junge Männer und Frauen, die den Weg in den verwunschenen Forst auf sich nehmen wollen, ganz so wie es einst der Held Perdan getan hatte um seine Geliebte aus den Fängen der Wargenkreatur zu erretten. Beim diesjährigen Fest kam es jedoch zu einem überraschenden Vorfall. Fenia, die junge Geweihte des örtlichen Rosentempels, scheint verschwunden und nicht wenige der anwesenden Feiernden meinen zu wissen, dass die junge, rothaarige Frau zuletzt am Rande des Wargenforsts gesehen wurde. Wurde sie entführt oder trieb sie die Neugier in den dunklen Forst? Steckt der Warg dahinter? Oder doch einfache Schurken? Es ist auf jeden Fall eine Sache, die nach Helden verlangt.
X.I.II. Die Herrin des Hohenforstes
Im firunswärtigen Teil der Baronie kommt es seit einigen Götterläufen immer wieder zu Überfällen auf Reisende. Dahinter steckt das Treiben der Raubritterin Henya aus dem Hohenforst. Alle Versuche ihrer habhaft zu werden, scheiterten bislang an der schieren Tatsache, dass die Ritterin den Hohenforst wie ihre Westentasche zu kennen scheint und sich ihrer Verfolger spielerisch zu entziehen vermag. Über Umwege erfährt der firungläubige Junker von Biberwald - pikanterweise Henyas Bruder - dass seine Schwester, die angeblich eine Nähe zum Erzdämonen Belshirash pflegt, auf der Suche nach dem Rajoksbau sei, welcher sich im Hohenforst befinden soll. Dass nur wenige Menschen um die Existenz dieses Ortes wissen - darunter der Hochgeweihte des Firun zu Ulmenau - macht die Sache nur umso herausfordernder. Es gilt auf jeden Fall zu verhindern, dass das Heiligtum des Wintergottes in die Hände Henyas fällt.
X.I.III. Der verschwundene Sohn
Ab und an wird ein junger Mann - seltener auch eine junge Frau - Opfer der lieblichen Nymphe vom Weissensee. Für die Weidenhager Mütter und Väter ist dieser Umstand ein Alptraum, handelt es sich bei Loreleï doch um ein überderisches Wesen. Doch die verspielte Nymphe ist kein böses Wesen, sie mag die Menschen und ist sehr neugierig. Besonders gerne lauscht sie der Musik von Barden und lässt sich mit magischen Gegenständen oder ausgefallenem Kunsthandwerk beschenken. Bestimmt schafft es eine Heldengruppe ihr einen Handel schmackhaft zu machen, den verlorenen Sohn/die verlorene Tochter Weidenhags wieder auszulösen.
X.II. Hintergründe für Helden aus Weidenhag
"Warum sollte ich von hier weg? Das ist meine Heimat!"
- geflügelter Ausspruch in der Baronie Weidenhag
Die Weidenhager sind einfach, ärmlich, heimatverbunden und misstrauisch gegenüber Fremden, wiewohl die travianischen Gebote der Gastfreundschaft in höchsten Ehren gehalten werden, weshalb sie ihre Heimat sehr selten verlassen. Tun sie es doch, bestechen die Söhne und Töchter der Baronie durch ihre Zähigkeit, Treue und ihr Improvisationstalent.
Es ist nicht leicht, die Motivation eines Weidenhagers zu finden, um auf Abenteuerfahrt zu gehen. Ja, das Leben in der Heldentrutz ist karg und oft nicht ungefährlich, aber die Menschen der Baronie sind sehr heimatverbunden und unsicher, was Veränderungen und Erneuerungen angeht. Darüber hinaus ist die deutliche Mehrheit unfrei, weshalb sie ein Verlassen der heimatlichen Scholle zu Verbrechern machen würde. Dennoch mögen sich auch hier die eine oder andere Ausnahme finden:
Adelige geben ihre Kinder zur Ausbildung gerne an die Höfe von befreundeten und verbündeten Adelsfamilien. Diese sind oftmals in einer anderen Grafschaft und selten auch in einer anderen Provinz zu finden. Auch die fertig ausgebildeten Ritterinnen und Ritter begeben sich nicht selten in die Dienste eines Adelshofes außerhalb Weidenhags, da die Stellen innerhalb der Baronie selbst nicht zahlreich sind.
Auch wenn Adelige oder Freie ihre Sprösslinge in die Obhut der Kirchen schicken, kann dieser Weg sie in die Ferne führen. Gerade wenn es ein Noviziat in den Kirchen Firuns oder Ifirns ist, führt es die Söhne und Töchter Weidenhags oftmals in fremde Lande.
Ebenfalls hoch angesehen ist die Profession des Barden. Die Ausbildung hierfür erfolgt an den Schulen zu Trallop und Balsaith, oder an der Seite eines umher ziehenden Barden - gerade als solcher mag es einen Weidenhager ebenfalls auf Wanderschaft in weite Fernen ziehen.
Die Handwerksgesellen in Weidenhag zieht es nach ihrer Ausbildung auch schon einmal auf die Walz, wo es darum geht, neue Einflüsse kennenzulernen und das eigene Handwerk zu verfeinern.
Angehörige der Hexen innerhalb der Baronie mögen auch den Ruf der Ferne ereilen, wenn es darum geht, einen Auftrag ihrer Zirkeloberen zu erfüllen oder sie sich auf die Suche nach einem seltenen Heilkraut macht.
Aus den bäuerlichen Gemeinschaften begeben sich nur äußerst selten Weidenhager auf Wanderschaft - denkbar wäre hierbei eine Verbannung (eine seltene Strafe) oder die Flucht eines Leibeigenen von der Scholle, der die vielen Geschichten, welche an weidenhager Feuern erzählt werden auch einmal mit eigenen Augen sehen möchte.
X.II.I. Mögliche Professionen
Das Rückgrat der Baronie bilden die Bauern, welche den Großteil der Bevölkerung darstellen. Diese sind meist auch unfrei. Eine Eigenart der Weidenhager Lande stellen hierbei auch die freien Wehrsassen dar. Besonders oft findet man in diesem Zusammenhang auch Viehtreiber auf den Weiden und Wiesen Weidenhags. In den Wäldern halten Jäger im Namen des Adels Wacht.
Verarbeitet werden die Erzeugnisse in den Dörfern, wo sich eine Vielzahl an Handwerkern finden; besonders wichtig sind vor allem die Fleischer, Brotbäcker, die Gerber und Kürschner und Weber, die die Schätze der Weiden, Felder und Wälder verarbeiten.
Rund um die großen Forste der Baronie verarbeiten auch Schreiner jene Materialien, die die Holzfäller dem Wald abtrotzen.
Angesehenes Handwerk in Weidenhag entspringt ebenfalls den Händen der Schmiede, Schneider, Schuster und Bogenbauer.
Nach getaner Arbeit finden sich die Weidenhager gerne in den örtlichen Schenken und Tavernen ein, die von einem Wirt betrieben, auch Schankmägden eine Arbeit bietet. In Hinterzimmern bieten des Öfteren auch Baderinnen ihre Dienste an. Auch geben sich in besagten Etablissements auch Barden die Ehre, die hier mit ihren Darbietungen an den Feuern die eine oder andere Münze verdienen können.
Für das seelische Wohl sorgen innerhalb Weidenhags vor allem die Diener Peraines aus dem Kloster Sankta Perainme, die Geweihten der Travia vom Hag des göttlichen Herdfeuers, oft umherreisende Dienerinnen der Ifirn oder Firuns, sowie die in Weiden allgegenwärtigen Diener Rondras.
Über all dem steht auch in Weidenhag der Adel. Dort gehört es zum guten Ton, den Stand der Ritterschaft anzustreben, wobei hierbei ausnahmslos die traditionellen alten Wege gelebt werden. Im Gefolge des Ritters finden sich für gewöhnlich Waffenknechte in verschiedenen Waffengattungen. Da sich nicht jeder adelige Spross die kostspielige Ausbildung zur Ritterin leisten kann, verdingen sich nicht wenige Angehörige adeliger Familien als Geweihte, Höflinge oder Zofen.
Oft abseits menschlicher Siedlungen geben die Schwestern der Krötenhexen ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Auch kann man in den dunklen Wäldern Weidenhags niemals die Gefahr eines Raubüberfalls von Wegelagerern ausschließen.
Die Weidenhager Wehrsassen
"Bauern, die Waffen tragen? Welch Sakrileg! Wo? ... Weiden, hä? Naja wenn die Ritter dort Seite an Seite mit Bauern sterben wollen, sollen sie."
- ein Adeliger aus Almada
Jeder, der in Weidenhag nicht innerhalb der schützenden Palisade eines Dorfes lebt, tut dies in einem der Wehrhöfe und Wehrweiler, die sich vor allem in den Wargenkuppen finden mögen. Diese kleinen Siedlungen werden meist von einen Wehrsassen geführt, der auch die Aufgabe hat eine gewisse Zahl der Bewohner wehrfähig und ausgerüstet zu halten. Diese Männer und Frauen sind zum größten Teil normale Bauern und nebenher eher schlecht als recht an einer bestimmten, auch alltagstauglichen Waffe ausgebildet. Eben dieser Dienst an der Waffe für die Baronie schenkt unfreien Bauern auch die Freiheit.
Die Wehrsassen kleiden sich bevorzugt in robuste Kleidung, die sie auch bei der Arbeit auf dem Feld auch tragen. Ergänzt wird diese Tracht im Ernstfall, der hoffentlich nicht allzu oft eintritt, um Lederelemente. Als Bewaffnung führen sie bevorzugt Äxte, Dreschflegel, Sturmsensen oder seltener auch Bögen.
Alles in Allem sind die Wehrsassen jedoch in erster Linie Bauern und nur selten findet sich ein Abkömmling, der sich zu Höherem berufen fühlt und das Leben als Abenteurerin dem auf der heimatlichen Scholle vorzieht.
Wehrsasse nach DSA 4.1
(Variante der Profession Bauer, WdH S. 145f; 6 GP)
SO 2-4; Kampf: Bogen +3, Hiebwaffen, Infanteriewaffen, Speere oder Zweihandhiebwaffen +3 (ein zweites +2); Körper: Athletik +1; Wissen: Kriegskunst +2
Zusätzlich empfohlene Vorteile: Ausrüstungsvorteil (Waffen, Lederrüstung)
Zusätzlich empfohlene Nachteile: Gesucht (Landflucht)
Wehrsasse nach DSA 5
AP-Wert: 295 AP
Sonderfertigkeiten: Sprachen und Schriften für insgesamt 2 Abenteuerpunkte, Fertigkeitsspezialisierung Pflanzenkunde oder Tierkunde, Ackerbau, Geländekunde Kulturlandkundig
Voraussetzungen: keine
Kampftechniken: Dolche 8, Hiebwaffen 10, Raufen 10, Stangenwaffen 10
Körper: Klettern 4, Körperbeherrschung 3, Kraftakt 5, Reiten 2, Sinnesschärfe 3, Tanzen 2, Zechen 2
Gesellschaft: Menschenkenntnis 2, Überreden 2, Willenskraft 2
Natur: Fährtensuchen 2, Fesseln 4, Fischen & Angeln 2, Orientierung 3, Pflanzenkunde 6, Tierkunde 5, Wildnisleben 5
Wissen: Götter & Kulte 4, Kriegskunst 2, Rechnen 2, Sagen & Legenden 7, Sternkunde 2
Handwerk: Heilkunde Krankheiten 4, Heilkunde Wunden 4, Holzbearbeitung 5, Lebensmittelbearbeitung 4, Metallbearbeitung 2, Stoffbearbeitung 2
Empfohlene Vorteile: Begabung (Pflanzenkunde oder Tierkunde), Glück
Empfohlene Nachteile: Arm, Persönlichkeitsschwächen (Vorurteile – vor allem gegen Adlige, Nichtmenschen, Randgruppen, Zauberer), Schlechte Eigenschaften (Aberglaube, Autoritätsglaube)
XI. Quellen
Die Grafschaft Heldentrutz (S. 20)
Die Grafschaft Heldentrutz (2024) (S. 22-23)
Schild des Reiches (S. 64)
Drei Tage im Rondra (inoffizieller Armalion-Kampagnenband)
XI.I. Aus dem Briefspiel
- Dea vult!
Rommilys und Baronie Weidenhag, PHE bis PER 1033 BF - Traviabund wider Willen
Baronien Hahnfels und Weidenhag, TSA bis PHE 1034 BF - Variae sunt viae fortunae
Weidenhag, Ingerimm 1034 BF - Von göttlichen Plänen in fremden Gefilden
Weidenhag, Peraine - Rahja 1038 BF - Neues aus Weidenhag
Weidenhag, Ingerimm 1039 BF - Weidenhager Jagdgesellschaft
Weidenhag, Rondra 1041 BF - Eine Gesetzlose stellt sich vor
Weidenhag, Peraine 1041 BF - Garetische Irrungen und Wirrungen
Reichsstadt Baliho, Baronien Rotenwasser, Hollerheide und Weidenhag, Rondra bis Peraine 1043 BF - Ein feucht-fröhlicher Abend
Weidenhag, Peraine 1043 BF - Die einsame Jägerin
Weidenhag, Peraine 1043 BF - Dea vocat!
Baronien Weidenhag, Hzgl. Waldleuen, sowie in der Mark Greifenfurt, dem Fürstentum Kosch und Hzgt. Nordmarken, Peraine bis Rahja 1044 BF
